Coronavirus

Vom Zügeln wird abgeraten – Löhne könnten sich verspäten

Laurien Gschwend, 24. März 2020, 23:12 Uhr
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Quelle: CH Media Video Unit

Wer nicht unbedingt muss, soll nicht umziehen – 27'000 Schweizer Unternehmen haben Kurzarbeit beantragt. Diese und weitere Updates haben Experten des Bundes am Dienstag an einem Point de Presse zum Coronavirus gegeben.

Rund 9000 positiv getestete Personen und 90 Tote melden die Behörden am Dienstagmittag – das sind rund 1000 Fälle und 20 Tote mehr als am Vortag. Gleichzeitig hält der Tessiner Kantonsarzt nach vierwöchigem Kampf gegen das Coronavirus fest, dass sich die Ausbreitung der Lungenkrankheit allmählich verlangsamt. Von einem Trend will Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), (noch) nichts wissen. «Seriöserweise braucht es ein paar Tage mehr, um eine Festigung der Zahlen feststellen zu können.» Die Beobachtung aus dem Tessin gebe aber Hoffnung.

8000 Tests pro Tag

In der Schweiz werden laut Mathys aktuell rund 8000 Personen pro Tag getestet – am Anfang war es rund ein Viertel gewesen. 8000 Tests pro Tag seien, im Vergleich zu anderen Ländern, relativ viele. «Wir wissen in etwa, was in der Schweiz passiert.»

Zügeln möglich – Verbände raten aber davon ab

Am Dienstagvormittag fand ein runder Tisch zwischen Verbänden von Vermietern und Mietern statt. «Von Umziehen ist derzeit abzuraten», sagt Martin Tschirren, Direktor des Bundesamtes für Wohnungswesen (BWO). Die Rahmenbedingungen in Zeiten der Corona-Krise würden das Zügeln schier unmöglich machen. Wer unbedingt umziehen müsse, könne dies unter Einhaltung der Hygienemassnahmen des Bundes aber weiterhin tun. «Einen Zügelstopp gibt es nicht, einen solchen könnte nur der Bundesrat beschliessen.»

Kurzarbeit bei 27'000 Unternehmen

Während am Montag noch 21'000 Unternehmen ein Gesuch für Kurzarbeit eingereicht hatten, waren es am Dienstag bereits 27'000. Die Kurzarbeit betrifft nun acht Prozent aller Beschäftigten. Laut Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), sind die Märzlöhne gesichert. Verspätungen der Lohnzahlungen könnten aber nicht ausgeschlossen werden.

Die Armee habe ihre Dispositive aufgestockt, sagt Brigadier Raynald Droz, Stabschef Kommando Operationen. Der Fokus liege auf der Westschweiz, aber auch auf dem Raum St.Gallen. Diese Woche sollen die Angehörigen der Armee darüber informiert werden, welche Wiederholungskurse (WK) abgesagt – und welche Truppen für den Kampf gegen das Coronavirus benötigt werden.

Touristen müssen Kosten für Rückreise selbst tragen

Das Bundesamt für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat diverse Maschinen gechartert, um Touristen aus der Schweiz und anderen europäischen Ländern zurück zu holen. Die Kosten für die grösste Rückholaktion der Schweizer Geschichte werden vom Bund vorgeschossen. Im Sinne der Gleichbehandlung gegenüber jenen, die ihre Rückreise selbst organisiert haben, sollen die Touristen zumindest einen Teil der Kosten zurückzahlen.

Der Point de Presse zum Nachlesen:

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 24. März 2020 13:53
aktualisiert: 24. März 2020 23:12