Sommaruga-Nachfolge

Welche Kandidatinnen im Rennen sind und wer abgesagt hat

3. November 2022, 18:54 Uhr
Das Kandidatinnenkarussell für die Nachfolge von SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga dreht sich seit der Rücktrittsankündigung. Bis zur Wahl bleibt wenig Zeit. Beschlossen wurde von der SP-Führung, dass es eine Frau sein soll. Die wichtigsten Namen im Überblick.

Quelle: CH Media Video Unit

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Bisher hat sich noch keine SP-Politikerin klar dazu bekannt, dass sie kandidieren will. Hingegen gab es bereits mehrere Absagen. Die Partei wurde vom Rücktritt Sommarugas überrascht. Deshalb hatten sich viele potenzielle Kandidatinnen im Vorfeld keine Gedanken über das Amt als Bundesrätin gemacht.

Eva Herzog

Die Basler Ständerätin Eva Herzog.

© KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Als eine Favoritin für Sommarugas Nachfolge sehen Medien und Politologen die Basler Ständerätin Eva Herzog. Sie war bis Anfang 2020 Regierungsrätin und stand dem kantonalen Finanzdepartement vor. Als Vertreterin eines Stadtkantons und einer starken Wirtschaftsregion bringt die 60-jährige Herzog gute Argumente für ein Amt im Bundesrat mit. Herzog schliesst eine Kandidatur nicht aus, wie sie der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Rücktrittstag von Sommaruga sagte. Im Moment könne sie aber noch nicht mehr sagen. Die Historikerin war schon vor zwölf Jahren als Bundesratskandidatin angetreten, unterlag damals aber in der parteiinternen Nomination gegen Sommaruga.

Flavia Wasserfallen

Nationalrätin Flavia Wasserfallen.

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Die Berner SP-Nationalrätin Flavia Wasserfallen überlegt sich eine Kandidatur, wie sie am Tag nach Sommarugas Rücktritt bekanntgab. Vor dem Entscheid wolle sie aber zunächst mit ihrer Familie und ihrer Partei Gespräche führen. Die 43-jährige Politologin und Verwaltungsrätin lebt in Bern. Von 2002 bis 2012 gehörte sie dem Kantonsparlament an, von 2012 bis 2018 war sie Co-Generalsekretärin der SP Schweiz. Seit Mai 2018 ist sie Nationalrätin. Würde Wasserfallen in die Landesregierung gewählt, müsste die Berner SP eine neue Ständeratskandidatin oder einen neuen Ständeratskandidaten für die Wahlen im Herbst 2023 suchen.

Evi Allemann

Alt Nationalrätin Evi Allemann.

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Die Berner Regierungsrätin und frühere Nationalrätin Evi Allemann äusserte sich am Tag von Sommarugas Rücktritt unbestimmt. Die 44-jährige Justizdirektorin sagte, dass sich ihr die Frage nach einer Bundesratskandidatur bis heute nie konkret gestellt habe. Am Tag danach sagte sie der «Berner Zeitung», dass sie eine Bundesratskandidatur sorgfältig prüfen wolle. Vor ihrer Wahl in die Berner Kantonsregierung gehörte Allemann von 2003 bis 2018 dem Nationalrat an. Zudem war Allemann Präsidentin des VCS Schweiz und des Mieterverbandes Kanton Bern.

Pascale Bruderer

Wagt Alt Ständerätin Pascale Bruderer ihr Comeback in die Politik?

© KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA VALLE

Als Sommaruga vor rund zwölf Jahren in den Bundesrat gewählt wurde, war Pascale Bruderer Nationalratspräsidentin. Später wechselte die populäre Aargauer Politikerin in den Ständerat. 2019 zog sie sich aus der Bundespolitik zurück, um sich ganz dem Unternehmertum zu widmen. Die 45-Jährige ist heute Teilhaberin sowie exekutive Verwaltungsrätin bei einem IT-Start-up-Unternehmen. Bruderer will gemäss Informationen von CH Media bis am 8. November entscheiden, ob sie kandidiert.

Rebecca Ruiz

Staatsrätin Rebecca Ruiz.

© Keystone/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Dann kommen wir zur Westschweiz: Da ist zunächst die Waadtländer Gesundheitsdirektorin Rebecca Ruiz. Die 40-jährige Kriminologin ist mit der Bundespolitik vertraut, da sie von 2014 bis 2019 Nationalrätin war. Zudem verfügt sie als Waadtländer Staatsrätin über Exekutiverfahrung.

Elisabeth Baume-Schneider

Elisabeth Baume-Schneider.

© Keystone

Der 58-jährigen jurassischen Ständerätin und früheren Staatsrätin Elisabeth Baume-Schneider wird ebenfalls das Format einer Bundesrätin zugeschrieben. 2002 wurde sie in die Regierung des Kantons Jura gewählt. Sie leitete dort das Erziehungs-, Sport- und Kulturdepartement. 2006 und 2008 präsidierte sie den Regierungsrat. Seit 2019 ist Baume-Schneider Ständerätin. In der kleinen Kammer vertritt sie als Präsidentin der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie wichtige Dossiers.

Nuria Gorrite

Nuria Gorrite.

© (KEYSTONE/Cyril Zingaro)

Auch der Name der Waadtländer Staatsrätin Nuria Gorrite ist nach dem Rücktritt Sommarugas gefallen. Von 2017 bis im Frühling leitet die 52-Jährige die Kantonsregierung. Sie wurde sie die erste Frau in dieser Position. Zurzeit ist sie Vorsteherin des Departements für Infrastruktur, Kultur und Personelles.

Marina Carobbio Guscetti

Wohl chancenlos: Die Tessinerin Marina Carobbio Guscetti.

© KEYSTONE/GAETAN BALLY

Die ehemals «höchste Schweizerin» Marina Carobbio Guscetti ist Vizepräsidentin der SP. Im November 2019 wurde sie in den Ständerat gewählt. Nun kandidiert die 56-Jährige für den Tessiner Staatsrat, der im April neu gewählt wird. Für ihre Kantonalpartei ist sie die Hoffnungsträgerin. Ihre Wahlchancen als Bundesrätin sind indes gering, denn mit Ignazio Cassis sitzt bereits ein Tessiner im Bundesrat.

Priska Seiler Graf

Nationalrätin Priska Seiler Graf will nicht.

© KEYSTONE/PETER KLAUNZER

Die 54-jährige Nationalrätin strebt einen Sitz in der Zürcher Regierung an. Sie will deshalb auf eine Kandidatur für den Bundesrat verzichten, wie sie am Tag nach Sommarugas Rücktrittsankündigung auf Twitter schrieb. Seiler Graf hat eine klassische politische Laufbahn hinter sich: von der Gemeinderätin in Kloten über die Stadtregierung in den Kantonsrat und schliesslich nach Bundesbern. Sie war im Initiativkomitee gegen die Beschaffung der F-35-Kampfjets, scheiterte aber mit dem Anliegen.

Jacqueline Fehr

Jacqueline Fehr.

© KEYSTONE/ENNIO LEANZA

Als Kandidatin infrage gekommen wäre auch die Zürcher Regierungsrätin Jacqueline Fehr. Die 59-Jährige unterlag vor zwölf Jahren gegen Sommaruga. Allerdings wird sie sich am 12. Februar 2023 der Wiederwahl in die Zürcher Regierung stellen, wie sie auf Twitter mitteilte. Sie verzichte deshalb auf eine Bundesratskandidatur.

Barbara Gysi

Will ebenfalls nicht: Nationalrätin Barbara Gysi.

© (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Die St.Galler Nationalrätin Barbara Gysi wäre eine weitere mögliche Kandidatin gewesen. Die 58-jährige Sozialpädagogin politisiert seit elf Jahren in der grossen Kammer, strebt aber den Sitz im Ständerat an, den Paul Rechsteiner Ende des Jahres freimachen wird. Sie steht für eine Kandidatur nicht zur Verfügung, wie sie am Tag nach Sommarugas Rücktritt via Twitter bekannt gab.

Nadine Masshardt

Nadine Masshardt.

© KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA VALLE

Ebenfalls am Tag nach Sommarugas Rücktritt nahm sich die Berner Nationalrätin Nadine Masshardt aus dem Rennen für die Nachfolge. Sie stehe nicht zur Verfügung und wolle sich auch künftig als Nationalrätin und Konsumentenschützerin für Mensch und Umwelt einsetzen, schrieb sie auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Zwar würde sie ein Exekutivamt irgendwann einmal reizen, doch das Amt der Bundesrätin mit der dafür nötigen Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit könne sie sich beim besten Willen nicht vorstellen, erklärte die 38-jährige Präsidentin der Stiftung Konsumentenschutz Schweiz.

Mattea Meyer

SP-Präsidentin Mattea Meyer sagte gleich zu Beginn ab.

© KEYSTONE/PETER SCHNEIDER

Die Zürcher Nationalrätin Mattea Meyer steht als Kandidatin nicht zur Verfügung, wie sie direkt nach Sommarugas Rücktrittsankündigung vor den Medien in Bern bekannt gab. Die bald 35-Jährige war Ende Oktober als Co-Präsidentin der SP Schweiz wiedergewählt worden. Sie wolle sich in dieser Rolle auf den Wahlkampf im Herbst 2023 konzentrieren.

(sda/jaw)

Die lustigsten Momente von Sommaruga:

Quelle: BärnToday / Warner Nattiel

Hier gibt Sommaruga den Rücktritt bekannt:

Quelle: CH Media Video Unit / Silja Hänggi

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 3. November 2022 17:19
aktualisiert: 3. November 2022 18:54