Betrugsversuche

«Zu schön, um wahr zu sein» – die Krux mit gefälschten Mietinseraten

26.04.2023, 05:49 Uhr
· Online seit 21.04.2023, 17:41 Uhr
Fake-Inserate auf Wohnungsportalen sind kein neues Phänomen und doch werden immer wieder Leute mit unrealistisch guten Angeboten angelockt und über den Tisch gezogen. Die aktuelle Wohnungsnot spielt den Betrügern in die Karten.
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1000 Franken im Monat für eine renovierte 5,5-Zimmer-Wohnung in der Altstadt von St.Gallen – so könnte ein Fake-Inserat auf den gängigen Immobilienplattformen der Schweiz aussehen.

Immer wieder tauchen solche Betrugsversuche neben echten Wohnungsinseraten im Internet auf. Leider bleibt auch das FM1-Land nicht vor diesen Betrugsmaschen verschont.

Abzocker rechtzeitig erkannt

Gerade erst durchschaute eine 46-Jährige, die in Konstanz seit Längerem auf Wohnungssuche gewesen ist, Betrüger. Die vermeintliche Vermieterin forderte von der Interessierten bereits vor Besichtigung der Wohnung eine Kaution in Höhe von mehreren hundert Euro.

Wie das Polizeipräsidium Konstanz mitteilt, habe sich die 46-Jährige daraufhin genauer über das besagte Objekt informiert. Dabei stellte sie fest, dass die Bilder des Inserates nicht der Anschrift entsprachen.

Wohnungsnot verstärkt das Problem

Genau vor solchen Täuschungsversuchen warnt die Polizei und Immobilienfimen möchten ihre Kundinnen und Kunden darauf sensibilisieren. Bei der Vorgehensweise zeigt sich oft ein Muster: Ein viel zu gutes Angebot für viel zu wenig Geld. Den Tätern dahinter geht es dabei nur um etwas, nämlich Geld zu machen. «Alles, was zu schön ist, um wahr zu sein, ist leider auch nicht wahr», sagt Thomas Schwager, Geschäftsleiter Mieterverband Ostschweiz.

Gerade jetzt mit dem geringen Wohnungsangebot würden die Leute noch eher auf Fälschungen eingehen. Wirklich viel dagegen machen, könne man als Wohnungssuchender nicht, so der Geschäftsleiter. Er appelliert an den gesunden Menschenverstand.

Ein Katz- und Mausspiel

Aufseiten der Immobilien-Plattformen setzt man jedoch alles daran, um es den Betrügern und ihrem Schwindel so schwer als möglich zu machen. «Nahezu alle Inserate auf Immoscout und Homegate sind seriös», sagt Fabian Korn von der SMG Swiss Marketplace Group. Um dies zu gewährleisten, arbeite ein Team tagtäglich daran, betrügerische Inserate abzuwehren. Zahlen kann die SMG keine nennen. Bei Newhome beispielsweise seien dies wöchentlich ein bis zwei verdächtige Inserate, die vor der Veröffentlichung abgefangen und blockiert würden, wie das Unternehmen mitteilt. 

Korn sagt aber auch: «Leider gibt es hin und wieder Inserate, welche es kurzzeitig schaffen, diese Barriere zu umgehen. Gerade in Regionen, wo die Nachfrage das Angebot auf dem Immobilienmarkt übersteigt und Leute dringend etwas brauchen, nutzen Betrüger die Not aus und versuchen davon zu profitieren.»

Stosse man als Nutzerin oder Nutzer der Webseiten auf ein auffälliges Inserat, solle man dies sofort melden. Also zum Beispiel dann, wenn ein Angebot als zu attraktiv erscheint oder man vorgängig Geld überweisen muss.

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veröffentlicht: 21. April 2023 17:41
aktualisiert: 26. April 2023 05:49
Quelle: FM1Today

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