BMC und Küng haben WM-Gold im Visier

23. September 2018, 11:00 Uhr
Stefan Kueng - eine der Lokomotiven im Team BMC
Stefan Kueng - eine der Lokomotiven im Team BMC
© KEYSTONE/URS FLUEELER
In Innsbruck wird am Sonntag zu den Strassen-Weltmeisterschaften gestartet. Den Auftakt machen die Mannschaftszeitfahren der UCI-Teams über 62,8 km (Männer) und 54,5 km (Frauen).

BMC gehört zu den wenigen World-Tour-Mannschaften, die diese Disziplin in den vergangenen Jahren ernst genommen und die Rennen jeweils mit Akribie vorbereitet haben. WM-Gold 2014 und 2015 zeugen davon. Auch nach Österreich reiste das amerikanisch-schweizerische Team, das ab nächstem Jahr unter dem Namen des neuen Hauptsponsors CCC an den Start gehen wird, frühzeitig an, um sich die Schlüsselstellen der anspruchsvollen Strecke einzuprägen. Vor allem die Steigung hinauf nach Axams nach rund zwei Dritteln des Parcours habe es in sich, sagt BMC-Fahrer Stefan Küng: «Das ist ein Berg. Da hinauf muss man sich die Kräfte sehr gut einteilen, denn wenn man oben ist, ist das Rennen noch nicht fertig.» Knapp 15 km dauert es vom höchsten Punkt der Strecke noch bis ins Ziel im Zentrum von Innsbruck.

Nur um acht Sekunden musste sich BMC 2017 im norwegischen Bergen dem Team Sunweb geschlagen geben, im Jahr zuvor in Doha hatten Küng und Co. gegenüber Quick-Step ebenfalls nur zwölf Sekunden gefehlt. Zeitfahr-Spezialist Küng sinnt deshalb auf Revanche, denn über all die Jahre «sind wir eigentlich die weltbeste Mannschaft in dieser Disziplin gewesen. Am Sonntag wollen wir das noch einmal beweisen.» Seine persönliche Form sei gut, so der 24-jährige Thurgauer, der in den kommenden zwei Jahren für die französische Equipe Groupama-FDJ fahren wird. Küng wird am Mittwoch auch im Einzelzeitfahren an den Start gehen. Noch Anfang September bei der Grossbritannien-Rundfahrt hatte er sich recht müde gefühlt. «Deshalb bin ich da auch zwei Tage früher nach Hause gereist. Jetzt aber fühle ich mich wieder gut erholt.»

Silvan Dillier (AG2R La Mondiale) und Reto Hollenstein (Katjuscha-Alpecin) bestreiten ebenfalls mit ihren World-Tour-Teams das Mannschaftszeitfahren. Zudem setzt das Kontinental-Team Vorarlberg mit Patrick Schelling, Lukas Rüegg und Gian Friesecke wohl gleich drei Schweizer ein.

Ab Montag dann stehen die Fahrer nicht für ihre Teams, sondern für ihr Land im Einsatz. Swiss Cycling selektionierte inklusive der U19-Kategorien 21 Fahrer und sieben Fahrerinnen für die WM in Österreich. Die Höhepunkte der Titelkämpfe folgen Ende nächster Woche. Das Strassenrennen der Frauen - mit Mountainbike-Gesamtweltcup-Siegerin Jolanda Neff - führt am Samstag, 29. September, über 156,2 km und 2413 Höhenmeter. Im Rennen der Männer tags darauf sind gar 258,5 km und 4670 Höhenmeter zu bewältigen. Nationaltrainer Danilo Hondo hat die Luzerner Mathias Frank, Michael Schär, die Walliser Kilian Frankiny, Steve Morabito, Sébastien Reichenbach und den St. Galler Patrick Schelling selektioniert.

Am ehesten Chancen auf einen Medaillengewinn darf sich Swiss Cycling in der U23-Kategorie der Männer ausrechnen. Im Kader figuriert mit dem 20-jährigen Berner Marc Hirschi der diesjährige Strassen-Europameister. Gut in Form sind ebenfalls Gino Mäder, der Gesamtdritte des Nachwuchsrennens Tour de l'Avenir, sowie Patrick Müller.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 23. September 2018 08:57
aktualisiert: 23. September 2018 11:00