Christian Stucki ist Schwingerkönig 2019

Linda Aeschlimann, 26. August 2019, 10:48 Uhr
Christian Stucki gewinnt das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2019 und ist somit Schwingerkönig. Er gewinnt gegen den 22-jährigen Luzerner Joel Wicki. Hier gibt's den Ticker zum Nachlesen.

Stucki, der Publikumsliebling über die Verbandsgrenzen hinweg, ist mit 34 Jahren der älteste Schwingerkönig der Geschichte und gegen das Ende seiner Karriere nach Jörg Abderhalden erst der zweite Inhaber des Grand Slam (Schwingerkönig, Sieger am Kilchberger Schwinget und am Unspunnenfest).

Es war eine knappe Entscheidung

Die Entscheidung fiel knapp aus. Stucki, dem die Einteilungskampfrichter das mit Abstand härteste Pensum von allen Favoriten zugemutet hatten, stieg mit einem Rückstand von 1,25 Punkten in den letzten Kampf. Mit dem Sieg vermochte er Wicki einzuholen. Als Schlussgang-Sieger wurde Stucki als Schwingerkönig ausgerufen.

Für den Co-Festsieger Wicki bleibt der Titel des Erstgekrönten. Der letzte Schwinger, der ebenfalls den wenig beliebten Titel des punktgleichen Ersten zugesprochen bekam, war vor 30 Jahren ebenfalls ein Innerschweizer an einem Eidgenössischen in der Innerschweiz: Eugen Hasler verlor damals in Stans als haushoher Favorit gegen den 18-jährigen Adrian Käser - den ebenfalls aus dem Bernbiet stammenden bis heute jüngsten Schwingerkönig.

Vier Topfavoriten geschlagen

Wer die Saison beobachtet hatte, mag von Stuckis Triumph überrascht sein. Der 198 cm grosse liebe Böse war von Anfang Mai bis Anfang August verletzt. Noch am Berner Kantonalfest in Münsingen am 11. August gelang ihm keine überragende Leistung. Aber jetzt stellte er die vier jungen Topfavoriten Samuel Giger, Pirmin Reichmuth, Armon Orlik und Joel Wicki in den Senkel.

Reichmuth besiegte er am Anfang, Wicki am Schluss. Dazwischen stellte er am Sonntagmorgen kurz nacheinander gegen Wicki und Orlik. Alle übrigen aus dem Quintett der stärksten, zu dem Stucki halt auch gehört, trugen höchstens zwei Kämpfe untereinander aus, Stucki aber vier. Wer die Arbeit des Einteilungskampfgerichts als seltsam oder gar einseitig bezeichnet, hat gute Argumente.

2013 hatte Stucki, nun sechsfacher Eidgenosse, in Burgdorf den Schlussgang gegen Matthias Sempach noch verloren. Nun klappte es für den sympathischen Seeländer bei wohl letzter Gelegenheit doch noch. Noch nie zuvor war ein Schwinger, der schon mal einen Schlussgang am Eidgenössischen verloren hatte, doch noch König geworden.

Dominanz der Berner geht weiter

Mit Stuckis Triumph geht die lange Dominanz der Berner Schwinger entgegen vieler Erwartungen weiter. Seit 2010 stellen sie mit Kilian Weniger, Matthias Sempach, Matthias Glarner und Christian Stucki vier verschiedene Könige. Dieses Kunststück haben die Berner als erster Verband realisiert. Die Ostschweizer triumphierten ab 1995 fünfmal am Stück, aber mit nur drei verschiedenen Schwingern (Thomas Sutter, Jörg Abderhalden, Arnold Forrer).

 

Pech für die Ostschweiz und Graubünden

Mit zwei der vier Topfavoriten hatte der Nordostschweizer Schwingverband grosse Hoffnungen auf den Schwingerkönig-Titel. Der Thurgauer Samuel Giger und der Bündner Armon Orlik hätten beide das Potential zum König gehabt. Giger verlor allerdings schon seinen ersten Kampf und vergab die Chance auf den Sieg damit früh. Besser lief der Wettkampf für Armon orlik, der nach dem sechsten Gang das Klassement gar anführte. Nach zwei Gestellten verpasste der junge Bündner den Schlussgang allerdings knapp und wird Dritter.

Samuel Giger kommt nach der Startniederlage ebenfalls besser in den Wettkampf und wird am Ende Vierter. Ebenfalls einen sehr gelungenen Wettkampf zeigten der St.Galler Daniel Bösch, der Thurgauer Domenic Schneider und Armon Orliks Bruder Curdin Orlik.

(red./SDA)

FM1Today war während des ESAF in Zur vor Ort und besuchte nicht nur die Schwinger, sondern vor allem ihre Fans und die Feierwütigen. Den Liveticker zum Nachlesen gibt es hier:

Linda Aeschlimann
veröffentlicht: 24. August 2019 07:27
aktualisiert: 26. August 2019 10:48