Leichtathletik

Coleman verpasst Tokio 2021 trotz Reduktion der Sperre

16. April 2021, 10:30 Uhr
Christian Coleman muss bei den Olympischen Spielen in Tokio definitiv zuschauen.
© KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Der 100-m-Weltmeister Christian Coleman hat vor dem CAS in Lausanne eine Reduktion der Sperre von zwei Jahren auf 18 Monate erwirkt. Die olympischen Spiele in Tokio wird er somit definitiv verpassen.

Die Strafe war ausgesprochen worden, weil der Amerikaner innerhalb von zwölf Monaten drei Dopingtests verpasst hatte. Nun gilt die offizielle Sperre bis zum 13. November 2021, wodurch der 25-Jährige aus Atlanta unter anderem die auf 2021 verschobenen Olympischen Spiele in Tokio verpassen wird. An den Hallen- und Freiluft-Weltmeisterschaften - letztere finden in den USA in Eugene statt - ist aber wieder mit ihm zu rechnen.

Am 16. Januar, 26. April und 9. Dezember 2019 blieb Coleman für die unangemeldet erschienenen Dopingkontrolleure jeweils unauffindbar. Gemäss den Anti-Doping-Richtlinien müssen Spitzensportler für jeden Tag ihre Aufenthaltsorte angeben, um für eine unangemeldete Kontrolle zur Verfügung zu stehen. Coleman beklagte sich, dass die Kontrolleure sich im Dezember nicht telefonisch bei ihm gemeldet hätten. Er habe fünf Minuten entfernt von daheim Weihnachtseinkäufe erledigt, versicherte er. Die WADA-Richtlinien halten allerdings fest, dass ein nicht gemachter Anruf keine Rechtfertigung für einen verpassten Test ist. Der Gerichtshof CAS gab nun Coleman in Bezug auf den 9. Dezember teilweise recht und verkürzte die Sperre um ein halbes Jahr. Die Richter sahen «den Grad der Fahrlässigkeit des Athleten» als geringer als beim ersten Schuldspruch.

Coleman ist allerdings ein Wiederholungstäter. Er sorgte bereits vor den Weltmeisterschaften 2019 in Doha im Zusammenhang mit verpassten Kontrollen für Gesprächsstoff. Vor den Titelkämpfen entging er nur dank eines juristischen Winkelzugs einer Sperre. Damals standen die verpassten Tests vom 6. Juni 2018, 16. Januar 2019 und 26. April 2019 zur Diskussion. Seine Anwälte fochten das Verfahren erfolgreich an. Der erste Test vom 6. Juni 2018 konnte auf den 1. April, den Beginn des zweiten Quartals, vorverlegt werden. Zu Colemans drittem «No-show» (26. April 2019) betrug die Zeitspanne somit mehr als zwölf Monate.

Coleman ist seit dem Rücktritt von Usain Bolt einer der Tenöre über 100 m. Er holte bei der letzten WM 2019 in Doha zweimal Gold (100 m und 4x100 m). Zwei Jahre zuvor hatte er in London in den selben Disziplinen zweimal WM-Silber gewonnen. Über 60 m hält er in der Halle mit 6,34 Sekunden den Weltrekord.

Quelle: sda
veröffentlicht: 16. April 2021 10:25
aktualisiert: 16. April 2021 10:30