National League

Davos und Biel in den Viertelfinals

15. März 2022, 05:51 Uhr
Die letzten Entscheidungen in der National League sind gefallen. Ambri, Biel und Davos jubeln, Bern trauert.
Davos ist in den Viertelfinals.
© KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Der SC Bern verpasst die Playoffs. Weil die Berner gegen Lausanne zu Hause 1:4 verlieren, werden sie von Ambri-Piotta noch vom 10. Platz verdrängt. Die Leventiner feiern gegen die Rapperswil-Jona Lakers mit 6:2 den sechsten Sieg in Serie.

Davos dank einem 2:0 gegen Fribourg-Gottéron und Biel mit einem 4:1-Heimsieg gegen Lugano verteidigten die Plätze 5 und 6. Damit schafften sie als letzte beiden Teams die direkte Viertelfinal-Qualifikation. Lausanne und Genève-Servette, das bei den SCL Tigers gleich 9:1 gewann, hatten trotz Siegen das Nachsehen.

Titelverteidiger Zug verlor zwar gegen die ZSC Lions daheim 1:2 nach Verlängerung, dennoch sicherten sich die Zentralschweizer vor Fribourg, das die sechste Niederlage hintereinander kassierte, die dritte zu Null, zum zweiten Mal in Folge den Qualifikationssieg.

In den Achtelfinals kommt es von Freitag bis Dienstag zu den Duellen Lausanne (7.) gegen Ambri-Piotta (10.) und Genève-Servette (8.) gegen Lugano (9.). Ausserdem stehen die ersten Viertelfinal-Serien fest: Die ZSC Lions (3.) spielen gegen Biel (6.), die Rapperswil-Jona Lakers (4.) gegen Davos (5.). Zug trifft auf Genève-Servette oder Lugano, Fribourg-Gottéron bekommt es mit Lausanne oder Ambri-Piotta zu tun.

Die Top 4 nach der Qualifikation vertreten die Schweiz in der kommenden Saison in der Champions Hockey League. Der fünfte Startplatz geht an den Schweizer Meister oder an Davos (5.), falls einer der bereits feststehenden Teilnehmer den Playoff-Final für sich entscheidet.

SC Bern im Elend

Für den SC Bern ist das Worst-Case-Szenario eingetreten, der 16-fache Schweizer Meister muss in den Playoffs zuschauen. Den Bernern fehlte es im Heimspiel gegen Lausanne an der Effizienz, weshalb eine 1:4-Niederlage resultierte. Trotz guten Chancen vermochte einzig Dominik Kahun, zum 1:2 (51.), den Lausanner Keeper Tobias Stephan zu bezwingen.

Besser machten es die Gäste. Das 1:0 (17.) erzielte der formstarke Ken Jäger, der seinen vierten Treffer in den letzten fünf Partien schoss. Das 2:0 von Francis Paré fiel zwölf Sekunden vor der zweiten Pause nach schöner Vorarbeit des neuen Amerikaners Andy Miele. Für das vorentscheidende 3:1 (56.) zeichnete Benjamin Baumgartner verantwortlich. Der LHC feierte den siebenten Sieg in den letzten acht Partien.

Bern - Lausanne 1:4 (0:1, 0:1, 1:2)

12'949 Zuschauer. - SR Borga/Nord (SWE), Progin/Duarte. - Tore: 17. Jäger 0:1. 40. (39:48) Douay (Miele, Gernat) 0:2. 51. Kahun (Bader) 1:2. 56. Baumgartner (Kenins) 1:3. 59. Sekac (Gernat, Miele/Powerplaytor) 1:4. - Strafen: 5mal 2 plus 5 Minuten (Thiry) plus Spieldauer (Thiry) gegen Bern, 4mal 2 plus 5 Minuten (Krakauskas) plus Spieldauer (Krakauskas) gegen Lausanne. - PostFinance-Topskorer: Kahun; Sekac.

Bern: Wüthrich; Goloubef, Pinana; Andersson, Beat Gerber; Thiry, Colin Gerber; Meile; Praplan, Kahun, Moser; Fahrni, Varone, Bader; Ruefenacht, Daugavins, Scherwey; Berger, Kast, Sciaroni; Näf.

Lausanne: Stephan; Glauser, Frick; Heldner, Gernat; Krueger, Marti; Riat, Fuchs, Sekac; Paré, Miele, Bozon; Bertschy, Jäger, Kenins; Krakauskas, Baumgartner, Holdener; Douay.

Bemerkungen: Bern ohne Blum, Henauer, Thomas, Untersander (alle verletzt), Neuenschwander (krank) und Jeffrey (überzähliger Ausländer), Lausanne ohne Emmerton, Fritsche, Genazzi (alle krank), Almond und Frolik (beide verletzt).

Ambri dank überragendem Bürgler in den Playoffs

Am 4. März lag Ambri-Piotta noch zehn Punkte hinter dem zehntklassierten SC Bern, es sprach nahezu nichts mehr für eine Playoff-Qualifikation der Leventiner. Nun schafften die Nordtessiner mit dem sechsten Erfolg in Serie, einem 6:2 gegen die Rapperswil-Jona Lakers, das scheinbar Unmögliche und überholten den SCB bei letzter Gelegenheit noch.

Den Sieg verdankte Ambri einem furiosen Mitteldrittel (4:0). Mann des Spiels war Dario Bürgler, der jeweils im Powerplay das 1:0 (24.) sowie das 5:1 (47.) erzielte und sich beim 2:0 von André Heim (28.) sowie beim 4:0 von Johnny Kneubuehler (40.) je einen Assist gutschreiben liess. Das Team von Trainer Luca Cereda kassierte bei den sechs Siegen bloss sieben Gegentore, das sagt vieles aus.

Ambri-Piotta - Rapperswil-Jona Lakers 6:2 (0:0, 4:0, 2:2)

6606 Zuschauer. - SR Stricker/Stolc (SVK), Altmann/Wolf. - Tore: 24. Bürgler (Kostner, Kneubuehler/Powerplaytor) 1:0. 28. Heim (Bürgler, Hietanen/bei 5 gegen 3) 2:0. 34. Zwerger (Pestoni) 3:0. 40. (39:39) Kneubuehler (Bürgler) 4:0. 42. Baragano 4:1. 47. Bürgler (Pestoni/Powerplaytor) 5:1. 51. Trisconi (Dal Pian) 6:1. 55. Dünner (Mitchell/Powerplaytor) 6:2. - Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta, 5mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona Lakers. - PostFinance-Topskorer: Pestoni; Cervenka.

Biel bezwingt Lugano auch im vierten Saisonduell

Diesmal liess sich Biel die direkte Viertelfinal-Qualifikation in der letzten Runde nicht mehr nehmen. Die Seeländer bezwangen Lugano mit 4:1 auch im vierten Saisonduell, insgesamt war es der fünfte Sieg in Folge gegen die Bianconeri.

Das 2:0 nach 40 Minuten war ein zu mässiger Lohn für die Bieler, welche die ersten zwei Drittel mit einem Schussverhältnis von 40:16 (total 49:28) klar dominierten. Beide Tore erzielte der Finne Jere Sallinen (6./23.), das zweite in Überzahl. Nachdem Mark Arcobello in der 42. Minute mit seinem 22. Saisontreffer auf 1:2 verkürzte hatte, stellte Fabio Hofer (47.) den Zweitore-Vorsprung wieder her. Darauf hatte Lugano, das zum fünften Mal hintereinander auf fremdem Eis verlor, keine Antwort mehr.

Biel - Lugano 4:1 (1:0, 1:0, 2:1)

5088 Zuschauer. - SR Lemelin (CAN)/Hebeisen, Stalder/Huguet. - Tore: 6. Sallinen (Rajala, Hischier) 1:0. 23. Sallinen (Lööv, Rajala/Powerplaytor) 2:0. 42. Arcobello (Loeffel) 2:1. 47. Hofer 3:1. 60. (59:15) Künzle 4:1 (ins leere Tor). - Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Biel, 7mal 2 Minuten gegen Lugano. - PostFinance-Topskorer: Rajala; Arcobello.

Biel: Schikin; Rathgeb, Lööv; Fey, Grossmann; Schneeberger, Forster; Delémont; Hischier, Sallinen, Rajala; Hügli, Cunti, Künzle; Hofer, Indrasis, Kessler; Kohler, Froidevaux, Schläpfer; Tanner.

Lugano: Markkanen (49. Fatton); Loeffel, Wolf; Chiesa, Alatalo; Villa, Guerra; Fazzini, Arcobello, Morini; Carr, Thürkauf, Prince; Herburger, Abdelkader, Herren; Vedova, Tschumi, Stoffel; Traber, Chiquet.

Bemerkungen: Biel ohne Brunner, Stampfli, Jakowenko, van Pottelberghe (alle verletzt), Haas (krank) und Korpikoski (überzähliger Ausländer), Lugano ohne Josephs, Müller, Riva, Schlegel, Walker (alle verletzt), Bertaggia (krank), Boedker und Irving (beide überzählige Ausländer). Lugano von 57:32 bis 57:59 und 58:47 bis 59:15 ohne Torhüter.

Zug verliert auch gegen die Lions

Qualifikationssieger Zug kann selbst gegen die ZSC Lions, die sie zuvor viermal hintereinander bezwungen hatten, nicht mehr gewinnen. Der Titelverteidiger erlitt mit 1:2 nach Verlängerung die fünfte Niederlage in Folge. Eine solche Negativserie gab es für die Zentralschweizer zuletzt 2017, als sie gar siebenmal in Serie verloren hatten.

Den entscheidenden Treffer zum nicht unverdienten Auswärtssieg der Lions erzielte Simon Bodenmann in der 64. Minute. In der 29. Minute hatte Sven Andrighetto für die Gäste in doppelter Überzahl ausgeglichen, nachdem Marco Müller den EVZ in der 12. Minute im Powerplay in Führung gebracht hatte. Es war im vierten Duell in dieser Saison das dritte Mal, dass die Entscheidung in der Overtime fiel. Die Lions können die Playoffs mit einem guten Gefühl in Angriff nehmen, gewannen sie doch zum fünften Mal in den letzten sechs Spielen.

Zug - ZSC Lions 1:2 (1:0, 0:1, 0:0, 0:1) n.V.

6650 Zuschauer. - SR Wiegand/Hungerbühler, Obwegeser/Kehrli. - Tore: 12. Müller (Hansson/Powerplaytor) 1:0. 29. Andrighetto (Noreau, Malgin/bei 5 gegen 3) 1:1. 64. Bodenmann (Geering) 1:2. - Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Zug, 4mal 2 Minuten gegen ZSC Lions. - PostFinance-Topskorer: Jan Kovar; Malgin.

Zug: Genoni; Cadonau, Djoos; Hansson, Stadler; Kreis, Gross; Wüthrich, Vogel; Simion, Jan Kovar, Hofmann; Müller, Lander, Bachofner; Suri, Senteler, Zehnder; Allenspach, Leuenberger, De Nisco.

ZSC Lions: Waeber; Noreau, Marti; Kivistö, Geering; Phil Baltisberger, Weber; Pedretti, Malgin, Andrighetto; Azevedo, Krüger, Bodenmann; Sopa, Sigrist, Quenneville; Diem, Schäppi, Riedi; Chris Baltisberger.

Bemerkungen: Zug ohne Martschini, Schlumpf (beide verletzt), Herzog (krank) und Klingberg (überzähliger Ausländer), ZSC Lions ohne Flüeler, Morant (beide verletzt), Denis Hollenstein, Trutmann (beide krank), Jakub Kovar und Roe (beide überzählige Ausländer).

Servette schiesst sich warm

Genève-Servette holt sich zum Abschluss der Qualifikation in der National League Selbstvertrauen für die Playoff-Achtelfinals. Die Genfer gewinnen gegen überforderte SCL Tigers 9:1. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer durch den jungen Oskars Lapinskis hatten die Emmentaler, die angesichts des längst feststehenden Saisonendes einigen Nachwuchsspielern eine Einsatzmöglichkeit gewährten, den Genfern nichts mehr entgegenzusetzen.

Valtteri Filppula traf im ersten Drittel doppelt, Tyler Moy im mittleren Spielabschnitt dreifach. Es war der zweite Hattrick für den Schweiz-Amerikaner in der National League. Während Langnau sich nach einer enttäuschenden Spielzeit in die Sommerferien verabschiedet, kämpfen die Genfer gegen Lugano um einen Platz in den Playoff-Viertelfinals.

SCL Tigers - Genève-Servette 1:9 (1:3, 0:3, 0:3)

4385 Zuschauer. - SR Hürlimann/Ruprecht, Burgy/Gnemmi. - Tore: 5. Pouliot 0:1. 9. Lapinskis (Rohrbach, Blaser) 1:1. 12. Filppula (Winnik) 1:2. 14. Filppula (Winnik) 1:3. 27. Moy 1:4. 36. (35:27) Moy (Tömmernes) 1:5. 36. (35:53) Moy (Pouliot, Karrer) 1:6. 52. (51:49) Vatanen (Tömmernes, Winnik/Powerplaytor) 1:7. 53. (52:33) Berthon (Le Coultre, Smirnovs) 1:8. 53. (52:56) Völlmin (Richard) 1:9. - Strafen: 3mal 2 plus 10 Minuten (Pesonen) gegen SCL Tigers, 4mal 2 Minuten gegen Genève-Servette. - PostFinance-Topskorer: Olofsson; Tömmernes.

SCL Tigers: Baumann (36. Kurt); Zryd, Schilt; Diem, Grossniklaus; Blaser, Guggenheim; Aeschbach; Rohrbach, Saarela, Pesonen; Grenier, Schmutz, Olofsson; Weibel, Berger, Sturny; Liechti, Lapinskis, Wenger.

Genève-Servette: Descloux; Karrer, Tömmernes; Vatanen, Maurer; Jacquemet, Le Coultre; Völlmin; Vermin, Filppula, Winnik; Jooris, Richard, Rod; Moy, Pouliot, Smirnovs; Antonietti, Berthon, Riat; Vouillamoz.

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Erni, Huguenin, Mayer, Punnenovs, Salzgeber und Stettler (alle verletzt), Genève-Servette ohne Charlin, Miranda, Patry und Tanner (alle verletzt).

Quelle: sda
veröffentlicht: 15. März 2022 05:51
aktualisiert: 15. März 2022 05:51
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