Handball

Der Titelgewinn führt erneut über die Kadetten

29. August 2019, 08:49 Uhr
Die Kadetten Schaffhausen steigen erneut als Favoriten in die NLA-Meisterschaft
© KEYSTONE/WALTER BIERI
Nach einer titellosen Saison kehrten die Kadetten im Mai trotz eines Umbruchs auf den Meisterthron zurück. 2020 soll nun wieder das Double her.

Die Voraussetzungen dafür sind gut. Die Schaffhauser verzeichnen bloss zwei Abgänge: Torhüter Ivan Stevanovic (Wisla Plock/POL) und Kreisläufer Lucas Meister (Minden/GER). Ersterer wurde durch den Spanier Ignacio Biosca (Ademar Leon) adäquat ersetzt. Die Lücke, die Meister hinterlässt, versuchen die eigenen Junioren Philip Novak (defensiv) und Jonas Schopper (offensiv) zu füllen.

Im Rückraum verstärkten sich die Schaffhauser mit dem 2,13 m grossen Spanier Angel Montoro (Ciudad Encantada). Damit ist Dimitrij Küttel nicht mehr der einzige Linkshänder im Aufbau, was ein entscheidender Vorteil sein könnte. Der 30-jährige Montoro verfügt über eine grosse Erfahrung. Er gewann 2013 mit Spanien den Weltmeistertitel und war unter anderem beim FC Barcelona tätig. Ausserdem sicherten sich die Kadetten die Dienste des vielseitig einsetzbaren Rückraumspielers Filip Maros (Pfadi Winterthur). Dieser wurde als Absicherung geholt, da nicht sicher ist, ob Zoran Markovic nach der dritten schweren Schulterverletzung wieder zur alten Stärke zurückfindet.

Die Schaffhauser verfügen über einen guten Mix aus Schweizer Talenten und routinierten Ausländern aus vier Nationen. Sie haben mit der Swiss Handball Academy ein Gefäss geschaffen, das viele gute Spieler produziert. Insofern ist Teammanager David Graubner überzeugt, "dass etwas Gutes zusammenwächst".

Pfadi erster Herausforderer

Am ehesten ist es Pfadi Winterthur zuzutrauen, den zwölften Meistertitel der Kadetten zu verhindern. Adrian Brüngger leistet dort seit 2008 als Trainer hervorragende Arbeit. Die Winterthurer erreichten unter dessen Führung fünfmal den Playoff-Final, zuletzt dreimal in Serie, und wurden dreimal Cupsieger.

Dass Pfadi in diesem Jahr im Final stand, war alles andere als selbstverständlich. Im Dezember wechselte Roman Sidorowicz zum Bundesligisten Melsungen und zog sich Pascal Vernier einen Kreuzbandriss zu. Ausserdem kämpfte der Verein finanziell ums Überleben. Eine breit angelegte Solidaritätsaktion brachte das fehlende Geld ein. Am Ende konnte die Saison mit einem Gewinn von 52'000 Franken statt eines Verlusts von 337'000 Franken abgeschlossen werden.

Nun investierten die Winterthurer in ein breiteres Kader. Beispielsweise holten sie für den Rückraum den Serben Aleksandar Radovanovic (Kriens-Luzern) und den Israeli Adir Cohen (Hapoel Ashdod). Die beiden dürften den Abgang von Maros mehr als kompensieren. Schliesslich soll es endlich klappen mit dem ersten Meistertitel seit 2004.

Wacker: Hoffnungsträger Delhees

Zu rechnen ist auch mit Wacker Thun. Obwohl der Substanzverlust vor der vergangenen Saison gross war, gewannen die Berner Oberländer den Cup und erreichten sie den Playoff-Halbfinal, den sie gegen Pfadi (1:3) verloren. Nun blieb das Team mit Ausnahme des Rücktritts von Sven Krainer zusammen und ist daher eingespielter. Grosse Hoffnungen ruhen auf Ron Delhees, der quasi ein Neuzugang ist. Der über ein grosses Potenzial verfügende Linkshänder, der vor einem Jahr von den Kadetten zu Wacker gestossen war, erlitt im letzten Oktober zum zweiten Mal einen Kreuzbandriss. Bis dahin befand er sich auf einem guten Weg. Die offizielle Zielsetzung der Thuner ist die erneute Halbfinal-Qualifikation.

Quelle: sda
veröffentlicht: 29. August 2019 08:35
aktualisiert: 29. August 2019 08:49