Ein Remis zum Auftakt

David Lendi, 5. Februar 2017, 19:20 Uhr
St.Gallens Negativserie gegen die Liechtensteiner hält an. Trotz einem starken Debüt von Tranquillo Barnetta klappte es nicht mit den angestrebten drei Punkten. Im elften Versuch den Vaduz-Fluch zu brechen, kommt St.Gallen nicht über ein 1:1 Unentschieden hinaus. Hier geht es zu den Spielernoten.

Tor

Daniel Lopar. Note: 4,5

In der ersten Halbzeit war Lopar praktisch unbeschäftig. Nur selten kamen die Vaduzer vor das Gehäuse von St.Gallens Schlussmann, da die St.Galler das Spiel mehrheitlich kontrollierten. Im zweiten Abschnitt war «Lopi» dann deutlich mehr gefordert. Nach einer knappen Stunde bewahrte er sein Team mit einem starken Reflex vor dem Ausgleich. Ansonsten verfehlten die Abschlüsse der Vaduzer meistens die Torumrandung.

Verteidigung

Silvan Hefti. Note: 4

St.Gallens Jungspund spielte eine ordentliche Partie auf der rechten Abwehrseite. Wie bereits in der Hinrunde präsentierte er sich als hartnäckiger Gegenspieler. Im Offensiv-Spiel kam er heute aber nur wenig zur Geltung.

Karim Haggui. Note: 3,5

Der Abwehrchef hielt den Laden vor allem in der ersten Halbzeit zusammen. In den zweiten 45 Minuten war die Hintermannschaft dann nicht mehr so sattelfest. Beim Gegentor durch Costanzo kam der Tunesier zu spät in den Zweikampf und ebnete Costanzo den Weg zum Ausgleich.

Kofi Schulz. Note: 3,5

War defensiv meistens zur Stelle als man in brauchte. Je länger das Spiel dauerte, passierten ihm ein paar Flüchtigkeitsfehler ein. Nach 86 Minuten wurde er durch Wiss ersetzt.

Mittelfeld:

Roy Gelmi. Note: 4

Der gelernte Innenverteidiger spielte wie zuletzt im defensiven Mittelfeld vor der Abwehr. Wie in den letzten Spielen erledigte er seine Arbeit ruhig und abgeklärt. Der U21-Internationale scheint sich auch auf dieser Position wohl zu fühlen.

Marco Aratore. Note: 4

Konnte mit seiner Schnelligkeit und feinen Technik auf der rechten Seite für Akzente sorgen. Seine Zuspiele und Flanken müssten hie und da noch genauer sein.  Nach 77 Minuten hatte er seine beste Aktion als sein Schuss aus spitzem Winkel im Aussennetz landete.

Tranquillo Barnetta. Note: 5,5

Ein starkes Debüt von "Quillo". Er rackerte, kämpfte und hatte bei praktisch jedem Angriff der Gäste seine Füsse im Spiel. Zweimal vermieste der Pfosten den Traum-Einstand des 31-jährigen, was für ein Pech für den Rückkehrer! Auf jeden Fall ist Barnetta bei seinem Herzensverein angekommen.

Toko. Note: 4,5

Das St.Galler Kämpferherz fühlte sich auch neben Barnetta wohl im Mittelfeld. Der Captain spielte einen solides Spiel und zog seinen Fuss nie zurück. Wie immer führte er harte Zweikämpfe und konnte viele davon für sich entscheiden.

Andreas Wittwer. Note: 4

Unterstützte Schulz in der Abwehr und schaltete sich hie und da ins Offensiv-Spiel ein. Da er nicht der Schnellste ist, probierte er es meistens mit Flanken aus dem Halbfeld, welche aber oft keinen Abnehmer fanden. Eine Viertelstunde vor Schluss scheiterte er mit seinem Abschluss nur knapp.

Roman Buess. Note: 3,5

Ihm fehlte das Glück in den Duellen mit seinen Gegenspielern. Meistens konnte er sich nicht durchsetzen, deshalb kam St.Gallens Nummer 11 auch kaum zu nennenswerten Torchancen.

Albian Ajeti. Note: 4,5

Dieser Kerl hat einfach diesen Torinstinkt, welchen man nicht lernen kann. Beim Führungstreffer lauerte die Augsburg-Leihgabe goldrichtig und schob eiskalt ein. Leider war er heute nicht so effizient wie auch schon. In der Sturmspitze ist er ein stetiger Unruheherd und macht jedem Verteidiger das Leben schwer. 15 Minuten vor Schluss kam Tafer für ihn ins Spiel.

FM1Today-Teamschnitt: 4,2

Fazit: Die St.Galler starteten ab der ersten Minute schwungvoll und bissig in die Partie. Zinnbauers Truppe nahm das Zepter gleich zu Beginn in die Hand und setzten die Vaduzer extrem unter Druck. Der Pfosten und eine starke Parade von Siegrist verhinderte eine frühe St.Galler Führung. Kurz vor der Pause dann der verdiente Führungstreffer durch Ajeti, welcher nach einem Barnetta-Schlenzer an der richtigen Stelle lauerte.

Nach der Pause liessen die St.Galler nach, was zur Folge hatte, dass Vaduz immer besser ins Spiel kam. Die Liechtensteiner erhielten mehr Räume, welche sie aber vorerst nicht nutzen konnten. Erst in der 82. Minute wurde eine Unaufmerksamkeit von Haggui bestraft, dieser liess Costanzo gewähren, welcher aus spitzem Winkel zum Ausgleich traf. Der Ausgleich war verdient, da es die Gäste verpassten den Vorsprung auszubauen.

Auch im elften Anlauf scheiterte der Versuch, den Vaduz-Fluch zu besiegen. Somit bleiben die Liechtensteiner St.Gallens Angstgegner. In der Tabelle verpassen es die Espen, Vaduz um acht Punkte zu distanzieren. Die Ostschweizer haben nach wie vor fünf Punkte Vorsprung auf das Tabellenschlusslicht aus dem Ländle. Nächsten Sonntag geht es für die St.Galler weiter, dann treffen sie im Heimspiel auf Lausanne-Sport.

David Lendi
veröffentlicht: 5. Februar 2017 18:36
aktualisiert: 5. Februar 2017 19:20