«Alle haben eine Geschichte zum Espenmoos»

Sandro Zulian, 8. Februar 2018, 11:56 Uhr
Die neunte Ausgabe des Fussballmagazins «SENF» steht ganz im Zeichen des Fussballstadions Espenmoos. Das Magazin erklärt, weshalb das alte Stadion auch zehn Jahre nach dem Auszug des FCSG immer noch Legendenstatus hat.

Das Ostschweizer Fussballmagazin «SENF» erscheint am 8. Februar zum neunten Mal. Die «SENF»-Schreiberinnen und Schreiber präsentieren ihrer Leserschaft stets ein Titelthema und einzelne, fixe Rubriken rund um den FC St.Gallen und um alles, was mit Fussball zu tun hat. Dieses Mal wagen sie mit der neuesten Ausgabe einen Blick auf ein grosses Thema, das heute noch genau so aktuell ist, wie vor zehn Jahren - zumindest in den Köpfen der Fans.

Die Legende Espenmoos 

Noch heute skandieren die Fans im NSSG (Neues Stadion St.Gallen/Kybunpark/AFG Arena) immer wieder «Espemoooooos» (alternativ auch: «Espeblooooock»). Das altehrwürdige Stadion ist eine Reminiszenz an eine nicht bessere, aber bescheidenere Ära des Clubs. «Das SENF-Kollektiv widmet sich in der aktuellen Ausgabe dem schönsten Quartierstadion der Welt», heisst es in der Presseausendung der Fussball-Journalisten. «Es ist nun zehn Jahre her, als der FC St.Gallen das Espenmoos verliess und im neuen Stadion im Westen der Stadt einzog», sagt Ruben Schönenberger, Mitglied des «SENF»-Kollektivs und Medienverantwortlicher.

Doch das Thema ist weit mehr als nur einen Artikel wert. «Wir hätten mit dem Thema Espenmoos wahrscheinlich zwei Hefte füllen können.» Praktisch jeder FCSG-Fan habe wohl mindestens eine Geschichte aus dem alten Stadion in petto. Zwei Hefte gibt es zwar nicht, dafür ist das «SENF» dieses Mal über 90 Seiten lang und präsentiert viele Impressionen aus dem alten Stadion.

Ein Sehnsuchtsort

Das Espenmoos ist nach wie vor die eigentliche Heimat des FC St.Gallen. Für Fans fungiert das herzige Quartierstadion, eingebettet zwischen Wohnquartier und Schrebergärten, als Sehnsuchtsort. «Es ist der Ort, wo man Meister wurde», sagt Schönenberger. Gleichzeitig sei das Espenmoos aber auch mit schmerzenden Erinnerungen verbunden, da die Espen dort auch abgestiegen sind. In einer grossen Fan-Umfrage bezeichneten nicht wenige das Espenmoos als «perfekt». Doch woher rührt die Faszination für das Stadion im Osten der Stadt? Woher kommt die Anziehungskraft für Wellblech, morsche Holzlatten und im Ad-hoc-Stil aufgebaute Wurststände, die dann doch zum Standard wurden? Wer erinnert sich noch an die alten WCs im Stadion, die ihren provisorischen Dienst bis zum bitteren Ende leisteten?

Diese Fragen versucht das «SENF»-Kollektiv zu beantworten. Die Fans verbinden schliesslich vieles mit dem alten Stadion: Emotionale Achterbahnfahrten, Aufstiege, Abstiege, Helikopterbesuche und für viele nicht zuletzt: das erste Fussballspiel in ihrem Leben.

Das «SENF» #09 erscheint am 8. Februar und kostet 10 Franken. Vorgestellt und verkauft wird es im Bierhof. Auf der Webseite des «SENF»-Kollektivs kann man das Heft auch bestellen. «SENF» wird vom Verein «SENF Magazin» herausgegeben. Das unabhängige Fussballmagazin erscheint zweimal pro Jahr. Konzept, Texte und Gestaltung entstehen in unentgeltlicher Arbeit eines Kollektivs von 16 Personen.

Sandro Zulian
veröffentlicht: 8. Februar 2018 11:56
aktualisiert: 8. Februar 2018 11:56