Spitzguuge

Charles Amoahs Sohn Winfred ist jetzt Profi – und bald beim FCSG?

Dominic Ledergerber, 27. März 2020, 15:43 Uhr
Ob Winfred Amoah den Torinstinkt von seinem Vater geerbt hat?
© Twitter/Sturm Graz
«Dieses Tor ist für meinen Sohn Winfred», sagte Charles Amoah während der Meistersaison stolz in die TV-Kameras. Nun ist Winfred erwachsen, seit der Rückrunde im Profikader von Sturm Graz und wie sein Vater für das Toreschiessen zuständig.

Amoah, ooh! In Krisenzeiten hilft es, auf Altbewährtes zurückzugreifen. Bezogen auf den FC St.Gallen könnte dies heissen: Wenn gegenwärtig schon die Euphorie der Pandemie weichen muss, so soll sie immerhin in der Erinnerung weiterleben. «Dieses Tor ist für meinen Sohn Winfred», frohlockte Charles Amoah damals, im frühen Juni des Jahres 2000, in die TV-Kameras. Es war das 26. Tor des Ghanaers für den FC St.Gallen in der Meistersaison, und es sollte ihm zusätzlich zum Titel auch noch die Torjägerkrone einbringen.

Das Heldenepos Amoahs nahm in der Folge aber eine eher tragische Wendung. Für 54 Millionen Schilling (damals fast 4 Millionen Franken) wechselte der Publikumsliebling im Januar 2001 zu Sturm Graz und pulverisierte damit den Transferrekord der Österreichischen Bundesliga. Alltag waren fortan aber weniger Tore, sondern Verletzungen und unerfüllte Erwartungen. Lockerheit und Leichtigkeit, die Charles Amoah in Ostschweizer Zeiten ausgezeichnet hatten, waren wie weggeblasen und so endete seine Karriere im Sommer 2007 abseits der grossen Flutlichtanlagen.

Nun kommt Winfred

Und Winfred? Der kam am Donnerstagabend des 18. Mai 2000 in St.Gallen zur Welt, drei Tage bevor der FC St.Gallen beim Marktplatz den zweiten Meistertitel der Klubgeschichte feierte und einen Tag bevor sein Vater auf der Luzerner Allmend wieder während 90 Minuten im Einsatz stand.

Heute ist Winfred Amoah selber Profi. Anfangs Jahr unterschrieb er bei Sturm Graz seinen ersten Profivertrag und sang zum Einstand, als er erstmals mit der 1. Mannschaft ins Trainingslager in der Südtürkei mitreisen durfte, Helene Fischers Kracher «Atemlos».

Der Apfel fällt indes nicht weit vom Stamm. Wie sein Vater ist auch Winfred Amoah für das Toreschiessen zuständig, er wirbelt aber am liebsten auf dem rechten Flügel, ist ein Tempofussballer, der Dribblings nicht scheut und von dessen Antritt die Grazer Verantwortlichen begeistert sein sollen.

Ein Gedankenspielchen

Bislang durfte Winfred Amoah sein Können noch nicht unter Beweis stellen, er wartet immer noch auf sein Debüt bei den Profis. Sollte sich dies mittelfristig nicht ändern, wird er früher oder später zwangsläufig auf den Radar von FCSG-Sportchef Alain Sutter gelangen, der an jungen, schnellen und vor allem talentierten Spielern interessiert ist, die andernorts gescheitert sind.

Nun, vom Scheitern ist Winfred Amoah noch weit entfernt. Doch offenbar hilft in Krisenzeiten nicht nur Altbewährtes. Ein Gedankenspielchen, das die Zukunft betrifft, tut es auch, zumal in dieser Zukunft wieder Fans in die Stadien pilgern dürfen, Fussball gespielt wird und die Fans dereinst vielleicht auch im Kybunpark wieder singen werden: Amoah, ooh!

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 30. März 2020 05:53
aktualisiert: 27. März 2020 15:43