FC St.Gallen

Danke und alles Gute, Alain Sutter – willkommen, Roger Stilz

03.01.2024, 15:26 Uhr
· Online seit 03.01.2024, 15:20 Uhr
Der FC St.Gallen hat einen neuen Sportchef: Roger Stilz übernimmt per sofort von Alain Sutter. Der Wechsel kommt zumindest für Aussenstehende überraschend. Und doch ist das keine Schnellschusshandlung. Ein Kommentar.
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Acht Minuten spricht Verwaltungsratspräsident Matthias Hüppi an der Medienkonferenz über «Führungsentscheide», über «Respekt» und über «viele Diskussionen». Es sind lange acht Minuten, ohne dass ein Name fällt.

Und doch ahnen zumindest alle, was da kommen wird: Der FC St.Gallen und Alain Sutter gehen getrennte Wege. Der Vertrag wird aufgelöst. Wie Hüppi spricht, wird klar: Die Wertschätzung zwischen ihm und Sutter ist noch immer riesig und wird auch künftig so sein. Der Verwaltungsratspräsident ringt nach den richtigen Worten, um den harten Entscheid seinem Freund gegenüber zu erklären.

Acht Minuten sind eine sehr lange Zeit im schnelllebigen Fussball – in knapp der Hälfte dieser Zeit hat ein gewisser Iván Zamorano am 30. September 1989 gegen YB einen Hattrick geschossen. Aber acht Minuten sind auch eine kurze Zeit bei einem Verein wie dem FC St.Gallen, wo man seit der Ära Hüppi/Sutter/Zeidler auf Kontinuität setzt.

Der FC St.Gallen ist in dieser Beziehung in der obersten Schweizer Liga ein Sonderfall. Auch das wird betont. Man trennt sich hier nicht von Angestellten, «wenn man zehn Spiele nicht gewinnt oder im Cup gegen Delémont ausscheidet», wie Hüppi sagt.

Die Ära Hüppi/Sutter/Zeidler ist Geschichte. Jetzt ist nicht die Zeit, ein neues Kapitel zu schreiben. Das würde Alain Sutter nicht gerecht werden. Das Buch ist zu Ende. Mit Roger Stilz beginnt ein neuer FCSG-Band, in dem er als Sportchef seine eigene Geschichte schreiben darf.

Die Leistungen – sportlich und zwischenmenschlich – von Alain Sutter können nicht hoch genug eingeschätzt werden. Mit einem sehr begrenzten Budget schaffte er es immer wieder, Fussballer zu holen, die sich beim FC St.Gallen super entwickelten. Einen talentierten Fussballer findet man rasch. Die Kunst, die Sutter ausgezeichnet beherrschte, war, die richtigen Personen zu finden, die auch in die Mannschaft passten. Nicht nur sportlich.

Als Fussballer war Alain Sutter ein Star. Als Sportchef avancierte er zum stillen Schaffer. Wurde er für seine Transfers gelobt, verteilte er dieses Lob sofort weiter an seinen Staff. Wie als aktiver Fussballer blieb Sutter aber auch als Sportchef seinen Prinzipien treu, scheute sich nie, seine Meinung zu äussern und diese auch zu vertreten.

Jetzt ist Roger Stilz Sportchef. Einer von hier, ein Ostschweizer. Mit seiner Erfahrung ist ihm zuzutrauen, dass er den Weg, den Alain Sutter eingeschlagen hat, weitergehen kann. Er wird (hoffentlich) auch neue Impulse geben, neue Ideen einbringen.

Matthias Hüppi betonte mehrmals, dass man mit dem Wechsel die Weichen für die Zukunft stellen wolle. Ein Schnellschuss war die Verpflichtung von Stilz nicht, mit ihm war man schon länger in Kontakt. Dass mit der Ankunft des neuen Sportchefs aber auch die Zeit des alten Sportchefs vorbei ist, mag schade sein, doch wie betonte Hüppi in der Vergangenheit ebenfalls immer wieder: «Niemand ist grösser als der Club.»

Die Zukunft des FC St.Gallen mit Roger Stilz beginnt jetzt. Alain Sutter ist aber nicht einfach Vergangenheit, sein Stil und seine Entscheide haben massgeblich dazu beigetragen, wo und für was der FC St.Gallen heute steht. Dafür gebührt ihm viel Respekt, Dank und Lob.

Ab heute gilt: Danke, Alain Sutter, willkommen, Roger Stilz – und wie immer: Hopp St.Galle!

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veröffentlicht: 3. Januar 2024 15:20
aktualisiert: 3. Januar 2024 15:26
Quelle: FM1Today

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