Desolate Leistung führt zu verdienter Pleite

René Rödiger, 14. Mai 2018, 05:52 Uhr
Der FC St. Gallen zeigt eine von A bis Z schlechte Leistung und verliert hochverdient in Sion, ohne sich auch nur im Ansatz gegen die Niederlage zu wehren. Hier geht's zu den Spielernoten.

Die Gastgeber sichern sich so den Klassenerhalt, während die Espen weiterhin um einen Platz in der Europa League-Qualifikation zittern müssen. Hier die Spielerbewertung.

Tor:

Daniel Lopar: Note 4,0. Verhindert im Direktduell gegen die Sion-Angreifer mehrere Male noch grösseres Ungemach. Auch wenn er die Strafraumbeherrschung nicht mehr lernen dürfte heute klar stärkster St. Galler.

Verteidigung:

Andreas Wittwer: Note 2,0. Zahlreiche verlorene Duelle, garniert mit einem völlig ungelenken Eigentor. Ganz schwach!

Jasper van der Werff: Note 3,5. Zeigte einige schöne Rushes nach vorne, allerdings auch mit zwei katastrophalen Ballverlusten, bei denen er nur mit Glück kein Gegentor verschuldet.

Silvan Hefti: Note 3,5. Hinten zweikampfstark und mit einigen Klärungsaktionen in höchster Not. Nach vorne in der Innenverteidigung leider weitgehend wirkungslos – auf dieser Position wird er seiner grössten Stärke beraubt.

Tranquillo Barnetta: Note 2,0. Als Aussenverteidiger leider völlig ungenügend, steht jeweils viel zu weit weg vom Gegenspieler. Obwohl Sion-Flügel Carlitos mit 35 auch nicht mehr ganz jung ist, verliert Barnetta quasi jeden Zweikampf gegen seinen direkten Gegenspieler.

Mittelfeld:

Marco Aratore: Note 2,5. Spielt wie eigentlich die ganze Rückrunde durchgehend schwach und leistet sich diverse Ballverluste. Fällt nur mit einer schönen Aktion auf, als das Spiel schon entschieden und sein Gegenspieler nicht mehr konzentriert ist.

Nzuzi Toko: Note 3,0. Ohne jeden Zugriff auf die flinken Sittener, welche sich jeweils gar nicht erst auf Zweikämpfe mit dem St. Galler Kämpferherz einlassen.

Danijel Aleksic: Note 3,0. Schönes Tor, schiessen kann er wie nur wenige in der Schweiz. Wäre er auch Lauf- und Zweikampfstark, würde er wohl kaum in St. Gallen spielen.

Peter Tschernegg: Note 2,0. Komplett unsichtbar, ein weiterer St. Galler Totalausfall. Dürfte bei den Sittener Kontern jeweils auch ein wenig schneller zurücktraben.

Yannis Tafer: Note 2,0. Als Gewinner des Trainerwechsels sollte der Franko-Algerier eigentlich nur so vor Spielfreude sprühen, er fällt aber nur durch verlorene Zweikämpfe und unmögliche Dribblings auf.

Sturm:

Roman Buess: Note 4,0. Zeigt wenigstens Kampf- und Laufbereitschaft, damit ist er allerdings allein auf weiter Flur. Nur mit Pech verpasst er einen eigenen Treffer, dazu mit schöner Vorlage zum zwischenzeitlichen St.Galler Ausgleich.

FM1Today-Teamschnitt (Durchschnitt aller benoteten Spieler): 2,9.

Fazit: Es scheint, als würde bei der Arbeitseinstellung der Espen einiges im Argen liegen. Den St. Gallern fehlt einfach ein richtiger Anführer, der gegen technisch überlegene Mannschaften mit einer kämpferischen Einstellung vorangeht und lauffaulen Mitspielern auch einmal den Tarif durchgibt. So kassiert der FC St. Gallen die achte Niederlage in den letzten neun Spielen, und keiner hat sich richtig dagegen gewehrt. Egal wie das Endspiel um die Europa League-Qualifikation gegen Lausanne ausgeht, auf den neuen Espen-Trainer kommt einiges an Arbeit zu (jgr).

René Rödiger
veröffentlicht: 14. Mai 2018 05:52
aktualisiert: 14. Mai 2018 05:52