Eine kalte Dusche für den FCSG

Raphael Rohner, 10. August 2017, 07:11 Uhr
Nach der 0:2 Niederlage gegen den FC Luzern haben wir die Spielernoten für den FC St.Gallen. Die Mannschaft kann mit ihrer gezeigten Leistung nicht zufrieden sein.

Tor

Daniel Lopar: 4.5

An Lopar lag es heute nicht, dass der FCSG nicht auf Touren kam. Er parierte zwei Grosschancen und war heute der Beste im Espendress. Abstriche gibt es für seine Abschläge, welche leider nach wie vor viel zu oft beim Gegner oder im Seitenaus landen.

Verteidigung

Philippe Koch: 3.5

Kam im Vergleich zum Sion Spiel immer wieder in Bedrängnis und zeigte einige Unsicherheiten, besonders das Passspiel nach vorne war mangelhaft.

Karim Haggui: 3.5

Unser Abwehrhüne blieb heute leider nicht fehlerfrei. Besonders beim 0 : 1 für Luzern stimmte die Zuordnung nicht und Torschütze Schmid wurde von ihm völlig vergessen.

Alain Wiss: 4.0

Zeigte heute als einer der wenigen eine kämpferische Leistung und fightete um jeden Ball. Auch wenn die Zuordnung mit Haggui nicht immer stimmte, gab sich Wiss Mühe und trieb seine Vordermänner an. War am 0 : 1 mitschuldig, als die Zuordnung überhaupt nicht stimmte.

Andreas Wittwer: 4.0

Einen diskreten Arbeitstag verbrachte der Aussenverteidiger. Auch wenn sich Wittwer bemühte, das Spiel über die Flügel zu lancieren und schnell zu machen, kamen seine Abspiele oftmals

Mittelfeld

Stjepan Kukuruzovic: 3.5

Ein schlechter Auftritt von Kukuruzovic, welchen wir gegen Sion noch gelobt hatten. Allerdings versagte nicht nur er, sondern das gesamte Mittelfeld. Seine Pässe fanden heute wenig Abnehmer, besonders in der ersten Halbzeit. Trotzdem war er noch einer der Besseren Mittelfeldregisseure.

Tranquillo Barnetta: 3.5

Schrieben wir am Sonntag noch von einem «unwiderstehlichen» Barnetta? Kaum zu glauben, denn sein heutiger Auftritt war sehr diskret. Viele seine Zuspiele fanden keinen Abnehmer, seine Aktionen wirkten verzweifelt und die Spielübersicht ging ihm heute schlicht abhanden. Das kann er definitiv besser.

Danijel Aleksic: 3.0

Wo war Aleksic heute? Die abgelieferte Darbietung war einfach nur schlecht. Er verlor gefühlt jeden zweiten Zweikampf und auch seine Pässe fanden oftmals keinen Abnehmer. Empfahl sich heute nicht für weitere Einsätze.

Peter Tschernegg: 3.5

War Tschernegg am Sonntag noch einer der Matchwinner gewesen, war seine heutige Leistung sehr dürftig. Liess sich in der ersten Halbzeit zu weit zurückfallen. Seine Pässe fanden in der Folge kaum Abnehmer, da seine Mitspieler zu weit weg standen.

Yannis Tafer: 3.0

Wurde nach seiner Einwechslung in der 55. Minute praktisch nicht gesehen. Eigentlich schade, denn wir wissen, dass ein Tafer in Form viel bewirken kann. Konnte sein Potential heute schlichtweg nicht abrufen.

Sturm

Nassim Ben Khalifa: 3.5

Ben Khalifa kämpfte, Ben Khalifa rackerte. Von einem Stürmer dürften und müssen wir aber mehr Strafraumszenen erwarten. Ging in der ersten Halbzeit völlig unter, war im zweiten Durchgang etwas bemühter. Ist aber noch zu wenig durchschlagkräftig.

Marco Aratore: 3.5

Der heutige Auftritt misslang Aratore gründlich. War er gegen den FC Sion noch ein Aktivposten, ging er heute völlig unter. Dies lag aber auch daran, dass aus dem Mittelfeld viel zu wenige brauchbare Zuspiele kamen.

Albian Ajeti 4.0

Nach seiner Einwechslung spielte die Mannschaft sofort offensiver und Ajeti sorgte umgehend für Gefahr. Man sah, dass die Luzerner Verteidigung mit ihm seine liebe Mühe hatte. Zeigte in seinen 30 Minuten Einsatzzeit, weshalb er für diese Mannschaft von enormen Wert ist.

Keine Bewertung

Roman Buess: -

Aufgrund der kurzen Einsatzzeit verzichten wir auf eine Bewertung.

FM-1 Teamdurchschnitt: 3.6

Fazit

Ein ideenloser FCSG wurde heute von den clever agierenden Luzerner kalt geduscht. Das Mittelfeld präsentierte sich erschreckend schwach, die Fehlpassquote war enorm hoch. Zeitweise wähnte man sich wieder in der Zinnbauer-Ära. Ohne Spielwitz und Cleverness kann man gegen einen Gegner wie Luzern nicht gewinnen. Schon die Tatsache, dass die erste wirklich gefährliche Torchance in der 91. Minute geschah, spricht für sich. Hoffen wir, dass Contini seine Männer schnell wieder auf Vordermann bringen kann, denn in den nächsten Meisterschaftsspielen warten GC und Lugano. Da müssen Punkte eingefahren werden. Zuerst kommt jedoch die Cuppartie gegen den FC Baden. Hoffentlich können sich die Espen mit einer guten Leistung wieder rehabilitieren.

Raphael Rohner
Quelle: Reto Lazer
veröffentlicht: 10. August 2017 07:11
aktualisiert: 10. August 2017 07:11