YB gegen St.Gallen

Peter Zeidler: «Vielleicht setzen viele nicht mehr auf uns»

Christoph Thurnherr, 8. November 2020, 07:34 Uhr
Lukas Görtler im Zweikampf mit Ulisses Garcia.
© Tagblatt
In der sechsten Runde der Super League kommt es zum frühen Spitzenspiel. Der FC St.Gallen hat zwar die letzten beiden Spiele verloren, steht aber nach wie vor auf dem zweiten Tabellenplatz und fordert am Sonntag auswärts die Young Boys.

Der FC St.Gallen ist Zweiter in der Super League, spielt am Sonntag gegen Leader YB – und niemanden interessiert's. So könnte es einem zumindest vorkommen. Neben uns sind nur die Kollegen vom Tagblatt an der Medienkonferenz vor Ort.

«Vielleicht setzen viele nicht mehr auf uns», sagt Cheftrainer Peter Zeidler und blickt in die ‹Runde›, «aber daran liegt auch der Reiz beim Spiel gegen YB.»

Ein YB, das am Donnerstag in der Europa League CSKA Sofia mit 3:0 locker versenkt hat, und dabei noch nicht mal aus dem Vollen schöpfen musste.

Ein YB, das in dieser Saison in der Liga noch kein Spiel verloren und nach sechs Spiel erst zwei Gegentore kassiert hat.

Ein YB, das auch in der letzten Saison drei von vier Ligaspielen gegen St.Gallen gewinnen konnte. Aber: Sie taten sich immer schwer. Und da will Peter Zeidler ansetzen.

Vorbereitung auf Kunstrasen

«Wir müssen noch konsequenter sein, noch aufmerksamer, noch schneller», sagt Zeidler in Erinnerung an das letzte Spiel gegen Basel. Sonst werde ihnen YB, wie letztes Mal, ganz schnell den Schneid abkaufen.

Nebst dem allgemein gültigen «müssen alles besser machen» nannte Zeidler auch konkrete Vorbereitungsmassnahmen, wie etwa die Konzentration auf Standards und das Training auf Kunstrasen, der ja im Berner Wankdorf verlegt ist.

Gerade für den Verletzungs-Rückkehrer Boris Babić sei das wichtig. Gegen Basel kam er zu seinem ersten Startelf-Einsatz, bei 100 Prozent ist er allerdings noch nicht. «Für ihn ist es wichtig zu wissen, dass auch auf Kunstrasen alles funktioniert. Wir wollen ihn aber auch nicht zu sehr unter Druck setzen, wir haben es bei Cedric Itten damals gesehen: Es dauert eine Weile, bis man nach einem Kreuzbandriss wieder in Topform ist.»

Das Duell der Defensiven

Sowohl die Young Boys als auch St.Gallen zeichnen sich in dieser noch jungen Saison durch ihre effiziente Ausbeute aus. Ironischerweise haben die beiden Mannschaften mit den meisten Punkten von denen in der oberen Tabellenhälfte am wenigsten Tore geschossen.

Die St.Galler gewannen drei Spiele mit 1:0, die Young Boys zwei. Bis zur Niederlage gegen Basel konnte sich St.Gallen einer guten Gegentorbilanz rühmen, YB hat nur zwei Gegentore kassiert.

Ein zaghaftes Abtasten, ein Spiel ohne Torszenen und viel Ballgeschiebe ist zwischen den beiden Spitzenmannschaften der Super League trotzdem nicht zu erwarten. Denn mit ein Grund für die «wenigen» Tore der St.Galler ist auch der Respekt vor den Espen. Die Gegner stehen gerne mal tief und versuchen den Zeidlerischen Vollgasfussball zu unterbinden.

YB wird diesen Weg wohl nicht gehen. Der Meister will standesgemäss dominieren und provoziert damit eher einen offenen Schlagabtausch. Dabei könnten sich die Espen wohlfühlen.

Und sollten die St.Galler YB auswärts endlich mal schlagen, dann kommen sicher wieder mehr Leute an die Medienkonferenz. Corona hin oder her.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 7. November 2020 07:19
aktualisiert: 8. November 2020 07:34