Regiofussball

100 verschobene Spiele – trotzdem geht die Saison weiter

Linda Aeschlimann, 9. Oktober 2020, 13:01 Uhr
Auch auf dem Fussballplatz ist das Coronavirus ein treuer Begleiter. (Symbolbild)
© Keystone
Rund hundert Spiele des Ostschweizer Fussballverbandes mussten seit dem Saisonstart wegen Corona neu angesetzt werden. Organisatorisch keine einfache Situation. Doch der OFV-Präsident bleibt optimistisch, dass man die Meisterschaft durchbringen kann.

«Corona gehört jetzt einfach irgendwie dazu», sagt Stephan Häuselmann, Präsident des Ostschweizer Fussballverbandes OFV, gegenüber FM1Today. Die aktuelle Situation stellt den Verband, aber auch die Funktionäre und die zahlreichen Vereine im FM1-Land, vor Herausforderungen.

Verschiebungen nicht aussergewöhnlich, aber...

«Der Aufwand, den wir betreiben, damit ein regulärer Spielbetrieb sichergestellt werden kann, ist enorm», sagt Häuselmann. Zwar ist man sich beim OFV gewohnt, dass es immer mal wieder zu Spielverschiebungen kommt. Die regionalen Gegebenheiten, wie ein früher Wintereinbruch in Graubünden, führen regelmässig zu Spielabsagen, respektive Spielverschiebungen.

Stephan Häuselmann, OFV-Präsident, macht den Fussballclubs in der Ostschweiz Mut und lobt deren Willen.

© Tagblatt

Doch das Virus bringt ganz neue Dimensionen. Bis heute mussten bereits rund hundert Pflichtspiele kurzfristig abgesagt und neu angesetzt werden. Über 3000 Meisterschafts- und Cupspiele im OFV-Verbandsgebiet konnten ausgetragen werden.

«Es kommt vor, dass unsere Pikettstelle wenige Stunden vor einem Match das Telefon kriegt, dass ein Verein sein Spiel aufgrund eines positiven Covid-19-Falles absagen muss», erklärt der OFV-Präsident. «Dann müssen innert Kürze der Gegner und der Schiedsrichter informiert werden. Und die Wettspielkommission muss die Verschiebung planen. Denn die Vereine können, im gegenseitigen Einverständnis, nur innerhalb von 21 Tagen, das Spiel neu ansetzen.»

Corona wird nicht missbraucht

Dafür müssen die Fussballclubs dem Ostschweizer Fussballverband die Testergebnisse zustellen, um einen möglichen Missbrauch zu vermeiden. So will der OFV vermeiden, dass Spiele missbräuchlich mit dem Vorwand Corona abgesagt werden. «Ich muss allerdings dazu sagen, dass dies bis jetzt noch nie vorgekommen ist. Man merkt: Auf den Ostschweizer Fussballplätzen will man unbedingt Fussball spielen.»

Nachtragsspiele an Ostern

Beim Verband selbst setzt man alles daran, dass die Meisterschaft regulär durchgeführt werden kann. «Wir wollen Fussball ermöglichen, nicht verhindern», sagt Häuselmann. Man sei immer noch positiv eingestellt. Es brauche aber auf allen Seiten eine gewisse Flexibilität. «So mussten wir beispielsweise Nachtragsspiele am Bettag und unter der Woche ansetzen.»

Weiter hat der OFV die Saison bis Mitte November verlängert. Dazu finden auf regionaler Ebene auch über Ostern Fussballspiele statt.

Bleibt zu hoffen, dass spätestens im Frühling wieder ein wenig Normalität auf die Ostschweizer Fussballplätze zurückkehrt und ein Spiel höchsten wegen Schnee und nicht wegen Corona verschoben werden muss.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 9. Oktober 2020 06:41
aktualisiert: 9. Oktober 2020 13:01