Bundesliga

17 Spieler und 2 Trainer aus der Schweiz starten in die Bundesliga

18. September 2020, 06:29 Uhr
Lucien Favre startet in seine dritte Saison mit Borussia Dortmund, dem ersten Herausforderer von Bayern München
© KEYSTONE/EPA/FRIEDEMANN VOGEL
Mit einem Monat Verspätung beginnt am Freitag die neue Saison in der Bundesliga. Mit dabei sind auch 17 Spieler und 2 Trainer aus der Schweiz.

Beim Topspiel der 1. Runde zwischen Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach kommt es zum grossen Schweizer Stelldichein. Die Gäste mit Yann Sommer, Nico Elvedi, Denis Zakaria, Breel Embolo und Michael Lang fordern den von Lucien Favre gecoachten BVB mit Roman Bürki, Marwin Hitz und Manuel Akanji heraus. Beide Teams sind mit Kantersiegen im Cup in die Saison gestartet, die Erwartungen in beiden Lagern gross.

Die Dortmunder und Trainer Favre stehen unter erhöhter Beobachtung. Starten sie besser als 2019, als im Herbst die erste mediale Trainerdiskussion losbrach? Und kann sogar die Dominanz der Bayern durchbrochen werden? «Sorry, über den FC Bayern müssen wir nicht reden», sagte Favre kurz vor Saisonbeginn. Und doch sind die Voraussetzungen für eine Annäherung an die «beste Mannschaft Europas» (Favre) in der dritten Saison unter dem Romand so gut wie noch nie.

Während für die Münchner nach dem Triple-Gewinn das Jahr der Bestätigung folgt, dürstet der Erzrivale nach Erfolg. «Mein Ziel ist es, mit Dortmund Titel zu gewinnen», sagt Roman Bürki. Auch deswegen verlängerte der Berner seinen Vertrag bis 2023. Zuletzt fehlte dem Herausforderer die Konstanz, um dem Rekordmeister auf Augenhöhe zu begegnen. «Eine Führung kurz vor Schluss hergeben, das passiert den Bayern nicht», so Bürki. «Wir müssen eine Partie auch einmal dreckig zu Ende spielen.»

Das Kader blieb mit Ausnahme des Abgangs von Achraf Hakimi zusammen. Die Borussia ist zu einer der ersten Adressen für Top-Talente geworden, der Marktwert des Kaders stieg seit Favres Ankunft bis zum Ausbruch der Coronavirus-Pandemie dank Spielern wie Jadon Sancho, Erling Haaland oder Giovanni Reyna um rund 280 Millionen Euro - bei fast ausgeglichener Transferbilanz. Mit Jude Bellingham (17) und Reinier (18) fanden zwei weitere Teenager mit aussergewöhnlichen Fähigkeiten den Weg nach Dortmund. Und das angeblich grösste Talent wird ab dem 20. November spielberechtigt sein; dann feiert der Deutsch-Kameruner Youssoufa Moukoko seinen 16. Geburtstag.

Mönchengladbach: nahe am Maximum

Die grösste Schweizer Fraktion unterhält seit Jahren Borussia Mönchengladbach. Breel Embolo ist neu Teil des Mannschaftsrates, wird zum Auftakt aber wie der nach seiner Knieoperation rekonvaleszente Denis Zakaria und Neuzugang Valentino Lazaro wohl fehlen. Der zuletzt nach Bremen ausgeliehene Michael Lang kam im Cup zwar zum Einsatz, seine Zukunft ist aber ungewiss.

Während Leipzig (Timo Werner) und Bayer Leverkusen (Kai Havertz) ihren besten Spieler verloren, schaffte es Gladbach dank der dritten Champions-League-Teilnahme in sechs Jahren das Team zusammenzuhalten. «Ich beschreibe uns immer als gallisches Dorf gegenüber den Grossmächten wie Bayern, Dortmund, Leipzig oder Leverkusen», sagte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl gegenüber «Sport1». «Wir wollen diese ärgern und da oben eine Rolle spielen.»

Eine gute Rolle spielte zuletzt auch der VfL Wolfsburg, der sich erneut für die Europa League qualifiziert hat. Seinen Anteil am Erfolg hatte auch Renato Steffen mit sechs Toren und drei Assists in der Rückrunde. Als Dank wurde sein Vertrag bis 2023 verlängert. Die Ambitionen des Aargauers sind hoch: «Nur wenn man konstant ist, kann man den FC Bayern über die ganze Saison ein wenig kitzeln. Das muss das Ziel sein.» Auch Admir Mehmedi und Kevin Mbabu gehören, sofern sie gesund sind, zum Stammpersonal.

Urs Fischer: Jahr der Bestätigung

Union Berlin mit Trainer Urs Fischer schloss sein erstes Jahr in der Bundesliga im sehr guten 11. Rang ab. Bekanntlich ist die zweite Saison schwieriger, zumal die Berliner den Abgang von Topskorer Sebastian Andersson zu verkraften haben. Und Max Kruse, Unions Königstransfer, ist noch nicht fit, weshalb die Offensive zur Problemzone werden könnte.

Der Abstiegskampf präsentiert sich so offen wie lange nicht mehr. Den Aufsteigern Arminia Bielefeld (mit Cédric Brunner) und VfB Stuttgart (mit Gregor Kobel) wird zugetraut, dass sie eine bessere Rolle spielen als zuletzt Paderborn. Neben Union Berlin wollen auch Freiburg, Mainz, Köln, Augsburg und Werder Bremen so schnell wie möglich die 40-Punkte-Marke erreichen, die als Garantie für den Klassenerhalt gilt.

Neuanfang für Zuber, Rätsel um Edimilson

Steven Zuber wechselte innerhalb der Liga von Hoffenheim nach Frankfurt mit Trainer Adi Hütter, wo auch Djibril Sow unter Vertrag steht. Obwohl die Eintracht nicht an der Europa League teilnimmt, ist der Transfer laut Zuber eine «Win-Win-Situation». Für den Augsburger Ruben Vargas gilt es, seine starke erste Saison zu bestätigen. Pech bekundete Edimilson Fernandes. Der Mittelfeldspieler von Mainz wurde vor knapp vier Wochen positiv auf das Coronavirus getestet und ist noch immer vom Mannschaftstraining ausgeschlossen.

Quelle: sda
veröffentlicht: 18. September 2020 06:10
aktualisiert: 18. September 2020 06:29