Super League

Das Leader-Trio ist gegen Abstiegskandidaten gefordert

27. Juni 2020, 09:01 Uhr
Von den Young Boys wird nach der 0:1-Niederlage gegen Schlusslicht Thun eine Reaktion erwartet.
© KEYSTONE/PETER KLAUNZER
Die ersten Runden nach dem Liga-Neustart haben im Meisterschafts-Rennen zwischen St.Gallen, YB und Basel zu keiner Zäsur geführt. Eine Tendenz lässt sich aber ablesen: Das Trio ist nicht unantastbar.

Peter Zeidler machte am Freitag anlässlich der Pressekonferenz im Vorfeld der Partie gegen das Schlusslicht Thun keinen Hehl daraus, dass er eine unruhige Nacht hinter sich hatte. «Aber das geht allen so an Spieltagen: Trainer, Spieler, Zuschauer oder Journalist, man schläft nicht so ruhig wie gewöhnlich», sagte St.Gallens Trainer am Tag nach dem 0:4 gegen den FC Zürich. Der Leader hätte sich mit einem Sieg gegen die Zürcher im Titelkampf mit YB einen leichten Vorteil verschaffen können, stattdessen kassierte er die höchste Niederlage der Saison.

Mit ihrem Strauchler sind die Ostschweizer im Spitzentrio in guter Gesellschaft, denn seit dem Neustart konnte keines der drei Teams vollends überzeugen. Der FC Basel blieb zum Auftakt in Luzern (1:2) ohne Punkte, die Young Boys kassierten am Dienstag im Kantonalderby in Thun eine überraschende 0:1-Niederlage. Fragt sich, welcher Rückschlag die tiefsten Spuren hinterlassen hat. Hiernach dürften die fünf Punkte hinter St.Gallen und Bern zurückliegenden Basler im Vorteil sein. Mit dem 2:1-Sieg in Neuenburg zeigte Marcel Kollers Team am Mittwoch bereits eine Reaktion auf den Fehlstart, hinzu kommt, dass mit Sion der Lieblingsgegner zum Duell ins «Joggeli» reist. Seit 23 Jahren warten die Walliser auf einen Auswärtssieg in Basel.

Bei YB gab im Derby derweil nicht in erster Linie das Resultat, sondern der Auftritt des Meisters zu reden. Sportchef Christoph Spycher prangerte auf der Vereinsseite «das ausbleibende Aufbäumen des Kollektivs» an. «Elementares wie Zweikampfstärke, Intensität und Aggressivität fehlte», so Spycher. Attribute, die YBs Gegner vom Samstag auszeichnen. Neuchâtel Xamax setzt im Kampf gegen den Abstieg auf kollektive Arbeit und die grossen Skorerqualitäten des ehemaligen Berners Raphaël Nuzzolo.

Und Zeidlers FC St.Gallen? Beim 0:4 gegen Zürich stimmte immerhin während einer Halbzeit die Leistung. Nur steht den Ostschweizern vom Spitzentrio mit Thun auch der vermeintlich härteste Gegner gegenüber. In der Rückrunde haben die Berner Oberländer nur zwei Mal verloren, genauso wie der Leader. Nun reist das Team von Marc Schneider mit dem Selbstvertrauen aus dem 1:0-Derbysieg gegen YB an. St.Gallen dagegen hat mindestens eine unruhige Nacht hinter sich.

Quelle: sda
veröffentlicht: 27. Juni 2020 05:35
aktualisiert: 27. Juni 2020 09:01