FCSG

«Fussball lässt Corona für kurze Zeit vergessen»

Angela Müller, 30. Oktober 2020, 19:39 Uhr
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Quelle: tvo

Nur noch 50 Personen sind zu Veranstaltungen zugelassen, das ist bitter für den FC St.Gallen. Während Präsident Matthias Hüppi von faktischen Geisterspielen spricht, will sich Trainer Peter Zeidler in erster Linie auf das nächste Spiel am Sonntag gegen den FC Basel konzentrieren.

Der Kybunpark wird mehr oder weniger menschenleer sein, wenn am Sonntag der Anpfiff gegen den FC Basel ertönt. Die 50 Plätze, die gemäss den neuesten Corona-Regeln noch besetzt werden dürfen, werden an jene gehen, «die den FCSG seit Jahren auch finanziell sehr tatkräftig unterstützen», sagt FCSG-Präsident Matthias Hüppi. «Ich bin sicher, dass die Fans dies verstehen. Wir können uns auf sie verlassen.»

Die andere Frage ist, inwiefern sich Trainer Peter Zeidler auf seine Mannschaft verlassen kann. Bei der letzten Begegnung mit dem FC Basel hatten die Espen Ende Juli mit 0:5 verloren und konnten gleichzeitig auch den Traum vom Meistertitel begraben.

«Letzte Niederlage war prägend»

Doch Zeidler möchte vor dem Match gegen Basel nicht von Rachegelüsten sprechen – auch wenn er gesteht: «Diese Niederlage war prägend, das werde ich nie mehr vergessen.» Noch heute kann er sich nicht so genau erklären, wie es mit der damals «ausgezeichneten» Mannschaft zu so einem Desaster kommen konnte.

Für Niederlagen muss der FCSG allerdings nicht so weit zurückblicken. Gegen Lugano haben die Espen letzten Samstag 0:1 verloren. Zeidler kann diesem Spiel jedoch durchaus positives abgewinnen. «Wir hatten diesmal immerhin Torchancen, es gab Spiele gegen Lugano, bei denen wir diese nicht hatten.»

Stürmer müssen sich noch beweisen

Während sich bei den Espen in der Defensive und im Mittelfeld der Spielerstamm stabilisiert, setzt Zeidler im Sturm immer wieder auf wechselnde Formationen. «Noch hat sich nicht herauskristallisiert, wer fix eingeteilt wird. Doch das Gute an der Situation ist, dass der Konkurrenzkampf zu besseren Leistungen führt.» Zeidler ist mit seiner Mannschaft noch nicht ganz da, wo er mit ihr hin will. Doch unzufrieden ist er nicht. Die Mannschaft hat aber auch noch Zeit, die Super-League-Saison ist noch in ihren Anfängen. Der FCSG liegt auf dem zweiten Tabellenplatz, der FCB, auf Platz 5. Dieser hatte in letzter Zeit allerdings mit einigen Coronafällen zu kämpfen.

FCSG seit Saisonstart ohne Coronafälle

Corona ist auch beim FCSG das beherrschende Thema. Die Ungewissheit beschäftigt die Spieler. Immerhin, bis anhin gehört St.Gallen zu jenen Mannschaften, die in dieser Saison noch keinen Coronafall hatten. Dies dürfte eher Zufall sein. «Wir machen nichts anders als die anderen», versichert Zeidler. «Klar ist, wenn die Mannschaft trainiert oder spielt, geht Corona völlig vergessen.» Und gerade dies scheint ihm besonders wertvoll: «Fussball kann Corona für eine kurze Zeit vergessen machen und das ist auch für die Fans wichtig.»

Unklar, was mit den Saisonabos passiert

Diese dürften sich auch fragen, wie es nun mit ihrem Saisonabo weitergeht. «Da wir nicht  wissen, wie lange wir vor leeren Rängen spielen müssen, können wir noch nicht entscheiden», sagt FCSG-Präsident Mathias Hüppi. «Jetzt stehen uns faktisch Geisterspiele bevor.» Doch noch immer ist er begeistert von der Solidaritätswelle der Fans im letzten Frühling, bei der kaum jemand die Rückvergütung des Saisonabos verlangte. «Es ist aber nicht so, dass wir dies wieder erwarten.» In erster Linie möchte Hüppi nun, dass der FCSG seine Fans begeistern kann.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 31. Oktober 2020 15:31
aktualisiert: 30. Oktober 2020 19:39