Swiss Football League

Geisterspiele und Corona-Tests? So will die Liga die Saison retten

22. April 2020, 11:12 Uhr
In den Schweizer Stadien ist derzeit nichts los.
© Urs Bucher/St.Galler Tagblatt
Die Swiss Football League und die Uni Bern haben ein Konzept erarbeitet, das mögliche Szenarien für die Wiederaufnahme der Fussballsaison beinhaltet.

Zusammen mit dem Institut für Infektionskrankheiten der Universität Bern zeigt die Swiss Football League (SFL) Szenarien für die Rückkehr auf die Trainingsplätze und die Organisation von Geisterspielen auf.

Das Konzept wurde schon letzte Woche beim Bundesamt für Sport (Baspo) eingereicht und soll als Grundlage für einen Entscheid der Behörden zum Profifussball dienen, schreibt die SFL in einer Mitteilung.

Für die Clubs wird das Überleben schwierig

Die Clubs der Super- und Challenge League seien darauf angewiesen, möglichst bald einen Fahrplan für die Wiederaufnahme des Trainings- und Spielbetriebs zu erhalten. «Wir können nicht abschätzen, wie lange die Situation noch anhalten wird. Je länger sie dauert, desto schwieriger wird es für die Clubs, zu überleben», sagt Philippe Guggisberg, Kommunikationsverantwortlicher der Swiss Football League, auf Anfrage von FM1Today.

Geisterspiele sind gemäss Swiss Football League in der momentanen Situation die einzige Möglichkeit, «den Schweizer Profifussball in seiner heutigen Form zu retten und gleichzeitig die wichtigen Auflagen zum Schutz der Spieler und Bevölkerung einzuhalten».

Trainingsbetrieb soll laufend hochgefahren werden

Damit es zu solchen Geisterspielen kommen kann, müssen die Clubs im Vornherein trainieren können und auch dazu wurden Punkte im Konzept ausgearbeitet: «Wir haben mehrere Schritte geplant, wie das Training wieder aufgenommen werden könnte», sagt Guggisberg. «Aktuell sind Gruppentrainings mit der ganzen Mannschaft verboten, wir haben im Konzept aufgezeigt, wie ein Trainingsbetrieb mit immer mehr Personen wieder aufgenommen werden könnte.»

Corona-Tests vor den Spielen sind möglich

Nebst den Spielen ohne Publikum beinhalte das Konzept gemäss Guggisberg weitere Schutzmassnahmen. So könnte es beispielsweise, wie in anderen europäischen Ligen angedacht, vor jedem Spiel Corona-Tests geben: «Das kommt in dem Konzept vor und wurde mit dem Institut für Infektionskrankheiten beraten. Wir konnten da sehr weit ins Detail gehen, wie das aussehen könnte. Wir müssen diese Punkte nun aber mit verschiedenen Stellen und den Clubs besprechen, um abzuschätzen, wie gross der Aufwand wäre, um die nächsten Schritte in Angriff zu nehmen.»

Liga hofft auf baldigen verbindlichen Zeitplan

Bezüglich Beginn der Trainings und Geisterspiele will die Liga noch keine Prognose wagen: «Über Termine zu sprechen, dafür ist es noch zu früh. Das ist nachgelagert und hängt stark mit den Entscheiden des Bundesrates zusammen. Für uns ist klar, dass wir uns strikte an die Weisungen des Bundes halten.» Die SFL erhoffe sich aber eine baldige Rückmeldung mit einem verbindlichen Zeitplan.

Dass das Konzept des Bundesamtes für Sport bis Ende Woche steht, davon geht Philippe Guggisberg aus, da sehr viele verschiedene Vertreter beim Konzept mitwirken.

(abl)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 22. April 2020 09:42
aktualisiert: 22. April 2020 11:12