EM-Qualifikation

Schweizer haben den Ernst der Lage erkannt

14. Oktober 2019, 21:03 Uhr
Vladimir Petkovic steht nach den ungenügenden Resultaten der letzten Monate unter besonderer Beobachtung.
Vladimir Petkovic steht nach den ungenügenden Resultaten der letzten Monate unter besonderer Beobachtung.
© KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI
Die Nationalmannschaft hat vor dem kapitalen Spiel in der EM-Qualifikation gegen Irland den Ernst der Lage erkannt. Trainer Vladimir Petkovic reagiert mit klaren Worten auf die mediale Kritik an ihm.

Die Niederlage vom Samstag in Kopenhagen, welche die Schweiz gegen Irland in Zugzwang bringt, war innerhalb des Teams schnell abgehakt. "Es bringt nichts, in einer englischen Woche herumzustudieren, warum es nicht geklappt hat", sagte Yann Sommer. "Kopf hoch", habe das Motto gelautet. "Ein gutes Team durchlebt auch einmal schwierige Phasen und bleibt dabei cool", so der Keeper.

Trainer Vladimir Petkovic sprach von einem "Entscheidungsspiel" - nicht nur für die Schweiz, sondern auch für Irland. "Wenn wir so spielen wie zuletzt, bin ich überzeugt, dass wir gewinnen", sagte Petkovic. Von der Offensive erwartet er, "noch konkreter" zu agieren, von der Defensive "noch präsenter" zu sein. "Irgendwann kippt es auf unsere Seite." Von den letzten sechs Spielen gewann die SFV-Auswahl nur eines, in vier davon kassierte sie fatale späte Gegentore.

Dass die Partie am Dienstag für seine Zukunft beim SFV von kapitaler Bedeutung sein würde, glaubt der Tessiner nicht. "Es ist normal im Fussball, dass es Zeiten gibt, in denen man in Frage gestellt wird." Bei ihm geschehe dies aber öfters, nach Petkovics Ansicht zu oft. "Ich bin seit fünfeinhalb Jahren in Frage gestellt - aber immer noch da." Deswegen gehe er davon aus, dass er auch nach den nächsten Spielen noch dabei sein werde. "Aber es geht hier nicht um Vladimir Petkovic oder um einzelne Personen, sondern um die Schweizer Nationalmannschaft."

McCarthys Lob für die Schweiz

Wesentlich komfortabler ist die Ausgangslage der Iren, die am Dienstag ebenfalls auf Sieg spielen werden, würde ihnen dieser doch bereits vorzeitig das Ticket für die EM 2020 bescheren und einen Final gegen Dänemark ersparen. "Aber auch mit einem Unentschieden könnte ich leben", sagte Mick McCarthy. Auf sie warte eine "höllische Aufgabe". Die Schweiz sei die beste Mannschaft der Gruppe. "Dies garantiert ihr aber nicht, dass sie die Spiele auch gewinnt."

Mit drei Siegen und drei Remis bei nur zwei Gegentoren führt Irland nach sechs Spielen zusammen mit Dänemark die Gruppe D an. "Wir sind sehr gut organisiert und als Mannschaft gewillt, gut zu verteidigen", erklärte McCarthy die irische Stärke. Die Schwäche der "Boys in Green" ist die Offensive, in sechs Partien - zwei davon gegen Gibraltar - erzielten sie nur sechs Tore. "Wir sind stark ohne Ball - und vielleicht nicht ganz so stark mit dem Ball."

Quelle: sda
veröffentlicht: 14. Oktober 2019 20:35
aktualisiert: 14. Oktober 2019 21:03