Karl Grob mit 72 Jahren verstorben

21. April 2019, 16:10 Uhr
Karl Grob war einer der grossen Schweizer Torhüter der Siebzigerjahre
Karl Grob war einer der grossen Schweizer Torhüter der Siebzigerjahre
© Keystone/PHOTOPRESS-ARCHIV/STR
Karl Grob, einer der grossen Schweizer Goalies der Siebzigerjahre, ist tot. Er starb mit 72 Jahren nach einem Organversagen im Triemlispital Zürich. Grob spielte von 1967 bis 1987 für den FC Zürich. Grob spielte von 1967 bis 1987 ausschliesslich für den FC Zürich.

Grobs Grösse bezieht sich auf das Können und die Bedeutung, nicht auf die Körpergrösse. Mit 173 Zentimetern war er für einen Torhüter schon für die damalige Zeit ungewöhnlich klein. Aber ebenso ungewöhnlich waren das technische Können, die Schnelligkeit und besonders die Sprungkraft, mit der Grob das körperliche Manko wettmachte.

Grobs Reflexe beeindruckten selbst gegnerische Trainer. Für Jock Wallace, den einstigen Team-Manager der Glasgow Rangers, war Grob an einem Meistercup-Abend im Letzigrund schlicht «der beste Torhüter Europas». An jenem 28. September 1976 setzte sich der FCZ in einem Erstrunden-Rückspiel dieses Wettbewerbs vorab dank Grobs phantastischen Paraden vor 28'000 Zuschauern mit 1:0 und damit dem Gesamtskore von 2:1 durch.

Nach dem Triumph über die Rangers, die vier Jahre zuvor immerhin den damaligen Europacup der Cupsieger gewonnen hatten, erreichten die Stadtzürcher mit Grob im Tor dank weiteren Erfolgen gegen TPS Turku und Dynamo Dresden gar den Halbfinal gegen den nachmaligen Serien-Meistercup-Gewinner FC Liverpool (1:3 h/0:3 a).

Obwohl Grob ab und zu verletzt war, spielte Grob über den 41. Geburtstag hinaus bis 1987 beim FCZ. Danach hängte er eine Saison beim FC Biel an, an deren Ende der FCZ in die damalige Nationalliga B abstieg. Mit 513 Spielen ist Grob der Rekordspieler in der Geschichte des FC Zürich.

Die grössten Erfolge des siebenfachen Internationalen waren die fünf von 1968 bis 1981 errungenen Meistertitel sowie die vier Cupsiege zwischen 1970 und 1976. Dreimal hiess der Gegner im Cupfinal FC Basel. Nur nach seinem letzten Cupfinal musste Grob als Verlierer vom Platz gehen. Es war der unvergessliche Final 1981, in dem Lausanne die favorisierten Zürcher 4:3 nach Verlängerung besiegte.

Solange er spielte, war Grob als Nummer 1 im Tor unbestritten. Die Ersatztorhüter waren echte Suppleanten. Zu ihnen zählten der 2017 verstorbene Othmar «Omi» Iten und der spätere YB-Meistergoalie Urs Zurbuchen.

Karl Grob war der Proletarier unter den Schweizer Torhütern. Er arbeitete während seiner Karriere auf dem Bau. Er zog sich danach fast vollständig aus der Öffentlichkeit zurück und war bis zum Pensionsalter als Magaziner tätig.

Aus der Zeit der legendären Rivalität zwischen dem FC Basel und dem FC Zürich in den Siebzigerjahren sind beide Torhüter innerhalb relativ kurzer Zeit gestorben. Marcel Kunz vom FC Basel, gebürtiger Langenthaler, starb im Juli 2017 im Alter von 74 Jahren.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 21. April 2019 12:44
aktualisiert: 21. April 2019 16:10