Schwingen

Matthias Glarner verabschiedet sich vom Sägemehl

26. Oktober 2019, 15:55 Uhr
Trotz seines Rücktritts verliert Matthias Glarner die gute Laune nicht.
Trotz seines Rücktritts verliert Matthias Glarner die gute Laune nicht.
© KEYSTONE/ALEXANDRA WEY
Matthias Glarner, der Schwingerkönig von 2016, beendet mit knapp 34 Jahren seine Karriere. Glarner gibt seinen Entschluss vor den Medien in Hasliberg-Reuti ob Meiringen bekannt.

Der Sturz von der Gondel im Juni 2017 hatte für den Meiringer fatale Auswirkungen. Die Beckenspaltung, die er sich zuzog, heilte relativ rasch. Aber die Trümmerbrüche im linken Fuss erwiesen sich als grosses Handicap. 2018 musste er sich einer Nachoperation unterziehen.

Erst kurz vor dem Eidgenössischen Fest in Zug von Ende August 2019 fand Glarner fast wieder zu alter Stärke zurück. Zwei Wochen vor dem Eidgenössischen schloss er das gut besetzte Berner Kantonalfest in Münsingen mit fünf Siegen und einem gestellten Gang im alleinigen 2. Rang ab.

In Zug selber gewann er keinen seiner ersten drei Gänge. Hierauf errang er zwar vier Siege am Stück, aber zuletzt fehlte ihm ein Viertelpunkt für den fünften eidgenössischen Kranz.

So bleibt der Sportlehrer und Sportwissenschaftler vor allem mit seinem grandiosen Auftritt am Eidgenössischen 2016 in Estavayer in Erinnerung, als er spät im Schlussgang den aufstrebenden Bündner Armon Orlik bodigte. Glarners Palmarès umfasst 14 Kranzfestsiege und 116 Kranzgewinne.

Schon vor dem Eidgenössischen in Zug hatte Matthias Glarner gesagt, wovon er die Fortsetzung der Karriere abhängig machen werde: «Ich muss ein realistisches Ziel sehen und einen realistischen Weg, wie ich zu diesem Ziel kommen kann.» Der nächste Grossanlass mit eidgenössischem Charakter wäre für ihn das Jubiläumsfest «125 Jahre Eidgenössischer Schwingerverband» am 30. August 2020 in Appenzell gewesen.

Glarners Triumph in Estavayer fiel mitten in die Zeit, in der die Berner Schwinger die eidgenössische Szene nach Belieben beherrschten. Die Mutzen stellen die Schwingerkönige 2010 (Kilian Wenger), 2013 (Matthias Sempach), 2016 (Matthias Glarner) und neu auch 2019 (Christian Stucki). Und sowohl am Kilchberger Schwinget 2014 (Matthias Sempach) als auch am Unspunnenfest 2017 (Christian Stucki) kam der Sieger aus ihren Reihen.

Quelle: sda
veröffentlicht: 26. Oktober 2019 14:05
aktualisiert: 26. Oktober 2019 15:55