Seit Peru-Spiel: Run auf den Kybunpark

Angela Mueller, 8. Juni 2018, 08:20 Uhr
TAGBLATT/Benjamin Manser
TAGBLATT/Benjamin Manser
Welche neuen Spieler der FCSG für die neuen Saison engagieren wird, ist noch gänzlich unklar, nicht einmal in der Gerüchteküche brodelt es richtig. Dafür gibt der Kybunpark zu reden: Seit dem Freundschaftspiel Peru gegen Saudi Arabien wird der FCSG von Anfragen überrannt.

Die Peruanischen Fans haben das Freundschaftspiel gegen Saudi Arabien letzte Woche in ein riesiges Fussballfest verwandelt. «Das Spiel hat auf der ganzen Welt für Aufmerksamkeit gesorgt und gezeigt, was für Vorzüge unser Stadion hat», sagt Matthias Hüppi, Präsident des FC St.Gallen. Die kurzfristige Anfrage der argentinischen Nationalmannschaft, ihr Freundschaftsspiel gegen Israel am Sonntag in St.Gallen statt in Israel durchzuführen, musste der FCSG allerdings absagen. «Das Gabalier-Konzert verhindert das.»

Neuer Geschäftszweig: Gast-Fussball-Spiele

Doch für Hüppi ist klar: «Gast-Fussballspiel könnten ein willkommener Geschäftszweig für uns sein. Wir haben inzwischen einige Anfragen verschiedener Mannschaften erhalten.» Auf die Frage, ob der Kybunpark weiterhin Ende Saison ein Konzert durchführen wird, winkt Hüppi ab. «Es ist fraglich, ob Konzertveranstaltungen zu unserem Kernbusiness gehören. Der Kybunpark wurde für Fussballspiele gebaut und dafür wollen wir es in Zukunft auch nutzen.» Das Gabalier-Konzert am Samstag wurde noch von der ehemaligen FCSG-Geschäftsleitung durchgewunken.

Spieler mit Feuer und Leidenschaft

Ähnlich sieht es bei der Besetzung des Kaders aus: «Wir halten uns ganz klar an die laufenden Verträge und diese dauern zum Teil noch ein Jahr, zum Teil zwei Jahre oder länger», sagt Hüppi. Doch er macht keinen Hehl daraus, dass er das 25-köpfige Kader eigentlich zu gross findet. Namen und Wünsche für die neuen Saison gibt Hüppi partout keine bekannt, nur dass Sportchef Alain Sutter zurzeit sehr aktiv neue Spieler sucht. «Alain hält sich deswegen gerade in Schweden auf.» Mehr verrät Hüppi zum Thema nicht. Doch umso klarer betont er, welchen Anforderungen neue Spieler gerecht werden müssen: «Wir nehmen nur Spieler mit Leidenschaft und Feuer, die sich für den FCSG zerreissen.»

Auf junge Spieler setzen

Die finanzielle Situation des FCSG ist misslich: «Wir übernehmen ein Defizit von 2,5 Millionen Franken. Mit dieser Hypothek müssen wir leben und da bleibt kein grosser finanzieller Spielraum für neue Kicker.» Deswegen wird der Club auf junge Spieler setzen, die sich auf dem Platz beweisen wollen. Trotzdem soll der FCSG eine Auswahl haben: «Es gibt viele Clubs, die ihre jungen Spieler unserem neuen Trainer Peter Zeidler anvertrauen wollen.»

Leistungsbezogene Löhne

Bezüglich Entlöhnung will der FCSG grundsätzlich klare Wege gehen: Künftige Verträge sollen im wesentlichen leistungsbezogen sein. «Ist der Club in Zukunft erfolgreich, können auch die Spieler profitieren.» Die neuen Verträge mit dem  FCSG werden anständige Grundlöhne für die Spieler beinhalten und diese dafür finanziell am Erfolg teilhaben lassen.

Angela Mueller
veröffentlicht: 7. Juni 2018 16:34
aktualisiert: 8. Juni 2018 08:20