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ATP Finals Turin

Novak Djokovic und Daniil Medwedew am Masters im Fokus

14. November 2021, 06:13 Uhr
Die ATP World Tour Finals sind umgezogen. Nach zwölf Jahren in London schlagen die Weltbesten nächste Woche in Turin auf. Bei der Premiere im Piemont fehlen Roger Federer und Rafael Nadal.
Kann Djokovic eine Woche nach dem Gewinn des Turniers von Paris-Bercy auch in Turin wieder jubeln?
© KEYSTONE/EPA/CHRISTOPHE PETIT TESSON

Der wirtschaftliche Erfolg der Veranstaltung ist trotz der prominenten Absenzen schon garantiert. 120'000 Tickets für mehr als 15 Mio. Euro wurden für das 52. «Masters» abgesetzt. Gespielt wird im Pala Alpitour (12'232 Zuschauerplätze), der für das Eishockeyturnier der Winterspiele 2006 gebaut worden ist.

Es ist gewiss clever von der Association of Tennis Professionals (ATP), die ATP Finals jetzt nach Italien zu verlegen. Tennis boomt in Italien: Neun Spieler unter den Top 100! Mit Matteo Berrettini qualifizierte sich Italiens Leader zum zweiten Mal für das Saisonfinale. Jannik Sinner, der vor zwei Jahren in Mailand das NextGen-Masters gewann, und der erst 19-jährige Lorenzo Musetti, einer der aktuell besten Teenager, könnten in den nächsten Jahren folgen.

Berrettini will bei der Premiere im Piemont den Spielverderber für Novak Djokovic und Daniil Medwedew spielen - genau gleich wie Alexander Zverev, Stefanos Tsitsipas oder Andrej Rublew.

Djokovics Motivation

Die grossen Favoriten auf den Sieg sind indes Djokovic und Medwedew, die Nummern 1 und 2 der Welt, die schon letzte Woche am Masters-1000-Turnier in Paris-Bercy den Final bestritten (Sieg für Djokovic). Aber: Wie motiviert ist Djokovic? Bei der Rückkehr auf die Tour in Paris nach fast zwei Monaten Pause (seit dem verlorenen US-Open-Final) nannte der 34-jährige Serbe primär zwei Ziele bis Ende Jahr: Die Nummer 1 und den Davis Cup.

Die Jahresend-Nummer 1 hat Djokovic dank des Turniersieges in Paris zum siebenten Mal auf sicher. Auch in dieser Statistik zog er an Roger Federer (6x) vorbei. Das Masters hingegen gewann Federer noch einmal mehr als Djokovic.

Als Titelverteidiger tritt Daniil Medwedew an, der das Turnier am Sonntagnachmittag gegen den Polen Hubert Hurkacz eröffnet. Medwedew gewann vor einem Jahr alle fünf Partien und schaffte dabei als erster seit mehr als 50 Jahren das Kunststück, die Nummern 1 (Djokovic), 2 (Nadal) und 3 (Thiem) am gleichen Turnier zu schlagen.

Djokovic und Medwedew werden schon nur im Fokus stehen, weil sie zum beliebtesten aktuellen Tennis-Thema nur in Rätseln sprechen. Sind sie geimpft? Oder verzichten sie im Extremfall sogar auf das Australian Open im Januar? Eine Woche lang wurde in Paris bei jedem Interview die Impf-Thematik angesprochen. Djokovic kosten diese Fragen meist ein Lächeln, er kontert mit Gegenfragen und bezeichnet seine gesundheitliche Situation als seine Privatsache. Medwedew gefällt es, wie Djokovic das Thema angeht und hält es genau gleich.

Offene Fragen wegen Melbourne

Zwischen dem Final in Paris-Bercy und der Gruppenauslosung in Turin heizte Medwedew die Diskussionen sogleich wieder an, in dem er über Twitter seine Teilnahme in Australien bekannt gab. Und Djokovic dürfte in Turin endlich erfahren, was für die Teilnahme am Australian Open verbindlich gelten wird.

Denn Tennis Australia bemüht sich bei den Behörden weiter energisch um eine Lösung. Novak Djokovic, der nicht sagt, ob er geimpft (oder nur genesen) ist, der im Melbourne Park zudem schon neun Mal gewann, soll bei der Party im Januar nicht fehlen müssen. Seine Jagd nach dem 21. Grand-Slam-Titel soll dem Australian Open und dem australischen Tennisverband viel Geld in die Kassen spülen.

Schon in diesem Jahr gehörte Djokovic zu einer Handvoll Privilegierter, welche die zweiwöchige Quarantäne unter erleichterten Bedingungen in einem Luxushotel in Brisbane absolvierten. In den nächsten Tagen ist den Tennisprofis versprochen, zu erfahren, was bei der Einreise nach Australien für ausländische Teilnehmer gilt.

Quelle: sda
veröffentlicht: 14. November 2021 03:35
aktualisiert: 14. November 2021 06:13