«Unter Druck werden sie noch besser»

24. September 2018, 06:37 Uhr
Dieses Trio behielt die Nerven im Griff. Matin Fuchs (links) und Steve Guerdat mit der Siegerin Simone Blum auf dem WM-Podest in Tryon.
Dieses Trio behielt die Nerven im Griff. Matin Fuchs (links) und Steve Guerdat mit der Siegerin Simone Blum auf dem WM-Podest in Tryon.
© KEYSTONE/EPA/ERIK S. LESSER
Martin Fuchs und Steve Guerdat standen an den WM in Tryon nach dem Gewinn von Silber und Bronze im Rampenlicht. Einer ihrer wichtigsten Ansprechpartner im Hintergrund ist Martins Vater Thomas Fuchs.

«Er hat Nerven. Das ist fantastisch», antwortete Thomas Fuchs spontan auf die Frage nach den herausragendsten Eigenschaften seines Sohnes, fügte allerdings im gleichen Atemzug noch «ein gutes Auge und Talent» hinzu. Der Pferdehändler und ehemalige Equipenreiter - WM-Silber mit der Mannschaft 1994 in Den Haag - wirkt in der Schweizer Equipe als eine Art Cheftrainer. «Martin und auch Steve sind beides Reiter, die unter Druck noch besser werden», betonte der 61-Jährige.

Diese Stärken waren am Sonntag in Tryon gefragt, um mit Silber und Bronze von den Weltmeisterschaften im Bundesstaat North Carolina zurückzukehren. Martin Fuchs verteidigte seine Position in den Medaillenrängen, und Steve Guerdat, der als Einziger am Schusstag in den zwei schwierigen Runden ohne jeglichen Fehler blieb, wurde für seine Aufholjagd mit Bronze belohnt.

«Unsere Pferde waren die ganze Woche über gut in Form. Wir wussten am Sonntagmorgen, dass wir noch beide eine Medaille holen können», sagte Martin Fuchs. Er ist eng mit Steve Guerdat befreundet, der als Spitzensportler bei der Familie Fuchs ein zweites Zuhause gefunden hat. «Sie behandeln mich wie ihren dritten Sohn. Dies macht die Tatsache, dass ich zusammen mit Martin auf dem Podest stand, so speziell», sagte Guerdat. «Es war ein perfekter Tag für uns und den Schweizer Sport.»

Die beiden jungen Reiter stehen inzwischen auf eigenen Beinen und besitzen in Elgg (Guerdat) und Wängi (Fuchs) ihre eigenen Stallungen. «Ab und zu gibt es gemeinsame Trainings, die beiden wohnen ja nur 8 Minuten voneinander entfernt», sagte Thomas Fuchs. «Und auch an den Turnieren unterstützen sie sich gegenseitig.»

Guerdat und Fuchs blieb am Schlusstag der Weltreiterspiele die unangenehme Situation erspart, dass sie den Kampf um Bronze mit einem Verlierer ausfechten mussten. Max Kühner fiel als zweitletzter Reiter mit 9 Punkten aus der Entscheidung und liess das Schweizer Duo zu Silber und Bronze vorrücken. Die Schlussreiterin Simone Blum aus Deutschland brachte anschliessend Gold souverän in ihren Besitz. «Ich habe vermutet, dass Max der Wackelkandidat sein würde», meinte Guerdat. Da er nur wenige Minuten vor Kühner den Parcours absolvierte, blieb ihm ein ewig langes Zittern erspart.

Familienintern glich Martin mit Vater Thomas in Sachen WM-Medaillen zum 1:1 aus. «Das hätte eigentlich schon am Freitag geschehen müssen», sagte Thomas Fuchs. «Die Chance auf Gold mit dem Team war am Freitag grösser als die Chance auf eine Einzelmedaille am Sonntag.» Aber nach der Elimination von Janika Sprunger mit Bacardi und einem erneut mässigen Auftritt von Daimler mit Werner Muff auf dem Rücken, resultierte mit dem 4. Rang ein Super-GAU. «Aber jetzt ist die Freude umso grösser», sagte Martin. «Steve und ich waren die Teamstützen und wurden dafür nun doch noch mit einer Medaille belohnt.» Oder in den Worten des Equipenchefs Andy Kistler ausgedrückt: «Ende gut, alles gut.»

Quelle: SDA
veröffentlicht: 24. September 2018 06:28
aktualisiert: 24. September 2018 06:37