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National League

Zug gewinnt weiter, verrücktes Spiel in Freiburg

13. Januar 2021, 06:30 Uhr
Ambris Goalie Damiano Ciaccio muss sich gegen den Genfer Eric Fehr wehren.
© KEYSTONE/KEYSTONE-Ti-Press/Alessandro Crinari
Die Top 3 Zug, ZSC Lions und Freiburg gewinnen am Dienstag allesamt zuhause. Das verrückteste Spiel gibt es in Freiburg, wo das Heimteam nach 0:4-Rückstand gegen Davos gewinnt.

Einfach war es für die beiden führenden Teams aus Zug und Zürich nicht. Dank eines 3:1 gegen die Rapperswil-Jona Lakers (Zug) respektive 2:1 gegen Lugano (ZSC) bauten die beiden Z-Klubs ihre Führung in der Tabelle aber aus.

Dahinter folgt nach wie vor Fribourg-Gottéron, das einen katastrophalen Start noch drehte und in der Verlängerung 7:6 gewann. Im torreichsten Spiel der Saison gab es zwölf verschiedene Torschützen.

Shutouts feierten Biel (4:0 gegen die SCL Tigers) und Ambri-Piotta (2:0 gegen Genève-Servette). Während die Seeländer zum ersten Sieg im neuen Jahr kamen, verloren die Genfer erstmals seit dem Jahreswechsel.

Gottéron wendet verrücktes Spiel

Fribourg-Gottéron drehte ein verrücktes Spiel nach frühem 0:4-Rückstand 7:6 nach Verlängerung. Viktor Stalberg war 23 Sekunden vor Schluss der einzige Doppel-Torschütze.

Die lange Rückfahrt durch den Schnee dürfte den Davosern äusserst schwer gefallen sein. Sie gaben ein an sich schon gewonnenes Spiel geradezu fahrlässig aus der Hand. 23 Sekunden vor Schluss der regulären Spielzeit glich Julien Sprunger zum 6:6 aus, genau fünf Minuten später sicherte Stalberg den Freiburgern auch noch den zweiten Punkt.

Es war ein Ende wie es sich kaum mehr einer hätte vorstellen können. Die schnee-erprobten Bündner waren nämlich zu Beginn hellwach. Es dauerte genau 1:55 Minuten, ehe sie 3:0 führten. Nur einmal, am 6. Januar 2019, hatte mit den Rapperswil-Jona Lakers ein Team noch schneller mit drei Toren vorgelegt (1:47). Und auch damals drehten die ZSC Lions den frühen Rückstand noch.

Zweimal konterten die Davoser Anschlusstreffer der Freiburger – zum 3:4 und zum 4:5 – postwendend, den Sieg brachten sie aber nicht über die Zeit. In extremis verhinderte Gottéron so eine Niederlagenserie von drei Spielen.

Biels erster Sieg 2021

Im fünften Spiel seit dem Jahreswechsel kam der EHC Biel mit einem nie gefährdeten 4:0 gegen die SCL Tigers zum ersten Sieg.

Vor dem Jahreswechsel hatte Biel langsam Fahrt aufgenommen, doch seit einem 3:1 in Zürich am 30. Dezember gab es keinen Punkt mehr. Im kleinen Berner Derby gab es hingegen schon sehr schnell keinerlei Zweifel am Sieger mehr. Bereits nach dem ersten Drittel stand es durch Tore von Perttu Lindgren, Gillian Kohler und Mike Künzle 3:0, jegliche Hoffnungen auf ein Comeback machte Marc-Antoine Pouliot nach 15 Sekunden des mittleren Abschnitts zunichte.

Lindgren, der Liga-MVP von 2016, zeigte einen Tag nach seinem Wechsel von Davos ins Seeland sofort seine Klasse und bereitete auch das 1:0 vor. Biel bestätigte sich damit als klare Nummer 1 im Kanton Bern.

Zug mit Geduld und Klasse

Leader Zug tat sich gegen die Rapperswil-Jona Lakers lange Zeit schwer, setzte sich aber dank zwei Toren von Yannick Zehnder 3:1 durch. Zug führte während der gesamten 60 Minuten wenig überraschend die feinere Klinge, doch die Rapperswiler hielten tapfer dagegen und durften bis fünf Minuten vor Schluss auf mindestens einen Punkt hoffen.

Dann musste sich der zuvor starke Goalie Melvin Nyffeler aber zweimal innert 73 Sekunden geschlagen geben. Livio Stadler schloss eine schöne Stafette zu seinem ersten Saisongoal ab, Yannick Zehnder traf bei seinem Abstauber zum 3:1 schon zum zwölften Mal in der laufenden Spielzeit.

Igor Jelovac hatte die Lakers im Startdrittel in Führung gebracht. Es dauerte bis nach Spielhälfte, ehe Zehnder für die Zuger ausgleichen konnte. Am Ende war es aber wie fast immer zwischen den beiden Teams. Zug gewann das sechste Direktduell in Folge.

Servette verliert Spiel und Tömmernes

Nun hat es auch Genève-Servette erwischt: Nach vier Siegen verloren die Genfer beim 0:2 in Ambri-Piotta erstmals in diesem Jahr.

Ambri feierte in der letzten Saison in der alten Valascia den dritten Heimsieg in Folge, und er war verdient. In einer hart geführten Partie, die mehr vom Kampf, als von der spielerischen Klasse lebte, waren es Dominic Zwerger (25.) und Johnny Kneubuehler (51.), die für die Vorentscheidung der Leventiner sorgten. Damiano Ciaccio wehrte für seinen zweiten Shutout der Saison – und in diesem Jahr – 34 Schüsse ab.

Servette, das seit dem 30. Dezember in vier Spielen ohne Punktverlust geblieben war, machte sich das Leben selber schwer. Nachdem bereits Damien Riat für einen Bandencheck am 8. Januar sieben Spielsperren bestraft worden war, nahm sich diesmal Henrik Tömmernes selber aus dem Spiel. Der schwedische Abwehrstratege der Genfer wurde für einen Crosscheck an der Bande schon im ersten Drittel unter die Dusche geschickt.

Quelle: sda
veröffentlicht: 12. Januar 2021 23:00
aktualisiert: 13. Januar 2021 06:30