Tag des Orgasmus

Diese kuriosen Fakten über den Höhepunkt kennst du bestimmt nicht

22.12.2022, 05:56 Uhr
· Online seit 21.12.2022, 21:30 Uhr
Warum Russen beim Orgasmus besonders unromantisch sind, wieso nicht nur Frauen ihren Höhepunkt vortäuschen und weshalb der Japaner Masanobu Sato einst knapp zehn Stunden masturbierte – zum Tag des Orgasmus liefern wir allerlei kuriose und spannende Fakten.
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Orgasmus: der kleine Tod

Das Wort «Orgasmus» stammt aus dem Griechischen, wo «orgasmos» so viel wie «Erregung» oder «Schwellung» bedeutet. Deutlich interessanter sind die typischen Sätze, welche Liebespaare beim «orgasmos» dann von sich geben. Allseits beliebt ist das «Ich komme», welches in fast der Hälfte der weltweiten Sprachen den Höhepunkt ankündigt oder verkündet. Interessant sind das chinesische «gao chao» – was soviel wie «Flut» bedeutet – oder das «nyt mä tulen» der Finnen, was übersetzt wunderbar blumig «jetzt bin ich das Feuer» heisst. Deutlich unromantischer: die Russen. Hier heisst «konchayu» so viel wie: «Ich bin fertig.»

Einen ganz besonderen Namen für den Orgasmus haben übrigens die Franzosen. Hier wird der Höhepunkt auch als „la petite mort“, der kleine Tod bezeichnet. Dass sie damit gar nicht so falsch liegen, zeigen Beispiele aus der Medizin. Es gibt tatsächlich Frauen und Männer, die während eines Orgasmus ohnmächtig werden. Der Hauptgrund hierfür (und für das Gefühl der absoluten Erregung beim Orgasmus): Das Zentrum für den Höhepunkt liegt entlang der Spiralnerven an der sogenannten «Sacralnervenwurzel», ein ganzes Geflecht aus hochsensiblen Nerven. Dass «Sacral» auf das lateinische Wort für heilig zurückgeht, ist wohl mehr nur als ein glücklicher Zufall.

Jup, auch Männer täuschen vor

Rund 80 Prozent der Frauen geben an, schon einmal im Bett geschummelt und einen Höhepunkt vorgetäuscht zu haben. Neuste Umfragen in der Männerwelt zeigen aber, dass auch hier gerne mal geschwindelt wird. 15 bis 30 Prozent aller Männer geben an, schon einmal einen Orgasmus vorgetäuscht zu haben. Die Gründe für Mann und Frau sind dabei meistens dieselben: Man will den Partner nicht kränken, ist zu betrunken oder will den Sex einfach schneller hinter sich bringen. Notiz am Rande: Zumindest eine gute Sache bringt der vorgetäuschte Orgasmus mit sich. Dabei verbraucht man nämlich deutlich mehr Kalorien als beim echten.

An orgasm a day ...

Orgasmen stärken unser Immunsystem und machen uns fitter. Untersuchungen haben ergeben, dass nach einem Orgasmus fast doppelt so viele Killerzellen in uns rumschwirren und den Körper vor allerlei Bakterien und Viren schützen. Mehr noch. Mit dem Höhepunkt wird das Stresshormon Kortisol abgebaut, Endorphine verdrängen zeitweise sogar Schmerzen, das Hormon Oxytocin schafft ein Gefühl der Geborgenheit. Kein Wunder also, dass ganz viele Menschen den Orgasmus als eine Art kurzen Drogenrausch beschreiben. Medizinisch gesehen, ist er damit nämlich tatsächlich vergleichbar. Interessant: Der Orgasmus soll sogar den Verstand trainieren. Der Höhepunkt trainiert sogar mehr Gehirnregionen als ein Kreuzworträtsel, wie eine US-Studie kürzlich herausfand.

Gibt es verschiedene Orgasmus-Typen?

Vaginal, klitoral, anal. Bereits der Psychoanalytiker Sigmund Freud unterschied zwischen verschiedenen Typen des Orgasmus. Zahlreiche Studien konnten diese These mittlerweile jedoch widerlegen. So gibt es nur einen einzigen Orgasmus, aber enorm viele Wege, um dort hinzukommen. Nicht nur über die Genitalien, auch die Stimulation von scheinbar banalen Körperstellen kann zum Höhepunkt führen. Der Grund: Der Orgasmus ist ein Reflex unseres Nervensystems. Dieses System kann von allen möglichen Körperteilen getriggert werden, etwa von Knien, Ohren, Brustwarzen. Ein besonders kurioses Beispiel aus der Medizin ist jenes einer Frau, die immer beim Zähneputzen einen Orgasmus bekam. Aus Scham und der Furcht, gar von höheren Kräften befallen zu sein, stieg sie auf Mundwasser um.

Weltrekord für den Orgasmus

Dass manche Menschen für den Orgasmus ziemlich viel auf sich nehmen, ist allgemein bekannt. Der Japaner Masanobu Sato zeigt hier aber besonders viel Durchhaltevermögen. Beim «Masturbathon» von 2009 masturbierte er genau neun Stunden und 58 Minuten. Und überbot damit seinen eigenen Weltrekord vom Vorjahr um 25 Minuten. Der Wettkampf selbst diente wohltätigen Zwecken, die Einnahmen kommen Projekten zur sexuellen Aufklärung zugute. Stichwort: rekordverdächtig. Frauen, die unter einer «andauernden permanenten Erregungsstörung» leiden, haben oft bis zu 200 Orgasmen pro Tag. Der Grund hierfür ist eine erhöhte Blutzirkulation zu den Sexualorganen, was dazu führt, dass schon der Hauch einer Simulation zum Höhepunkt führt.

Lesbische oder bisexuelle Paare zeigen, wie es geht

Apropos Unterschied Männer und Frauen. Männer erreichen laut US-Studien deutlich öfter den Höhepunkt als Frauen. Rund 95 Prozent geben an, beim Sex auch immer oder fast immer zum Orgasmus zu kommen. Frauen – zumindest heterosexuelle – dürfen von solchen Statistiken leider nur träumen. Hier liegt die Erfolgsquote deutlich tiefer. 65 Prozent der Frauen bekommen beim Sex regelmässig einen Orgasmus.

Ganz anders hingegen schaut es aus, wenn man lesbische oder bisexuelle Paare befragt. Fast 90 Prozent der befragten Frauen geben an, hier zum Höhepunkt zu kommen. Der Grund: Anstatt sich nur auf die Penetration zu konzentrieren, wird vielmehr auf die klitorale Stimulation gesetzt. Die Klitoris – ein Organ mit über 8000 Nerven – scheint ein vielversprechender Erfolgsgarant sein. Also, liebe Männer, nehmt euch das zu Herzen. Hier gibt es Nachholbedarf.

veröffentlicht: 21. Dezember 2022 21:30
aktualisiert: 22. Dezember 2022 05:56
Quelle: Today-Zentralredaktion

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