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Ich rannte vor Zombies davon

Lena Rhyner, 6. Januar 2019, 07:35 Uhr
Eigentlich kann man mich mit allem jagen, was mit Zombies zu tun hat, doch in diesem Fall jagen die mich wirklich. Und plötzlich kann ich es kaum erwarten, wieder joggen zu gehen.

Es regnet, das Thermometer zeigt knappe null Grad an und der Wind pfeift um die St.Galler Häuser. Wer keinen Hund hat oder Hunger und nur noch Essiggurken im Kühlschrank, begibt sich bestimmt nicht freiwillig nach draussen. Denke ich, während ich mir meine Laufschuhe schnüre. Ich pfeife auf das Wetter. Ich muss raus, joggen. Nicht, weil ich ein schlechtes Gewissen wegen der Festtags-Schmausereien habe, sondern weil die Zombies hinter mir her sind.

Zombies, Run!

Die App «Zombies, Run!» spielt mit der Vermischung der virtuellen und der realen Welt. Über die Kopfhörer erzählen dir die Macher eine Geschichte, die in der virtuellen Welt passiert. Auf der Erde ist eine Zombie-Apokalypse ausgebrochen, dein rettender Helikopter stürzt ab und du landest auf dem Boden – bei den Zombies. Mit Mühe kannst du dich aus dem Wrack befreien. Deine Aufgabe ist es nun, so schnell wie möglich vor ihnen davon zu rennen und Missionen zu erfüllen.

Während du nun also in der echten Welt vor den Zombies der virtuellen Welt davon rennst, wirst du immer wieder über deinen Stand informiert. Du kannst deine eigene Musik hören, welche alle drei Minuten durch die Stimme der Zombie-App unterbrochen wird. «Runner 5, kannst du mich hören? Jetzt beginnen die Zombies sogar zu rennen! Das tun sie sonst nie... RENN!», ruft die Stimme von Jack, der dich aus einem noch fliegenden Helikopter aus beobachtet. Und kurz darauf hörst du das Keuchen der Zombies.

Ich weiss ja, das alles ist nicht echt. Und trotzdem: Während ich in der Dämmerung durch den obligaten St.Galler Nebel jogge, merke ich, wie ich immer wieder an Geschwindigkeit zulege. Und ich gebe es zu, ich habe mich auch schon einmal kurz umgedreht, als mir die Zombies über die Schulter keuchten.

Die App gibt es bis jetzt nur auf Englisch - gewisse Sprachkenntnisse sind von Vorteil. (Bild: zombiesrungame.com)
© Die App gibt es bis jetzt nur auf Englisch - gewisse Sprachkentnisse sind von Vorteil. (Bild: zombiesrungame.com)

Motivation vom Feinsten

Joggen zu gehen, ist für mich eigentlich so ziemlich das Langweiligste, was der Sport zu bieten hat. Doch mit dieser App wird eine Laufrunde zum Erlebnis. Sobald man auf den Stopp-Knopf drückt, pausiert auch die Geschichte. Startet man Tage später wieder eine Route, fährt die Geschichte genau da fort. Und sie hat die gleiche Wirkung wie eine Serie: Man will unbedingt wissen, wie es weiter geht. Zudem sammelt man während des Joggens verschiedene Dinge, mit denen man in der App eine eigene Basis bauen kann.

Die App gibt keine Route, Dauer des Laufs oder ein Tempo an. Alles kann auf die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden. Mit über 200 Missionen hat man praktisch nie ausgerannt. Die App gibt es für iPhone und Android – allerdings erst in Englisch. Pro-Member zahlen für ein Jahr 27 Franken. Immer noch günstiger als ein Fitnessabo.

Weitere Trainingstipps

So ein Zombie-Game ist nichts für dich, und trotzdem suchst du nach Motivation? Diese Tipps bringen vielleicht auch dich dazu, mal wieder ins Schwitzen zu kommen:

1. Musik

Die richtige Playlist mit motivierenden Songs beim Sport kann das A und O sein. Diese Songs sind laut Spotify die beliebtesten Fitness-Hits.

2. Trainings-Buddys organisieren

Trainiert man zu zweit oder in einer Gruppe, kann man sich gegenseitig motivieren, von der gemütlichen Couch aufzustehen. Auch das Beitreten bei einem Verein kann helfen. Dann ist man (der Mannschaft zuliebe) fast gezwungen, ins Training zu gehen.

3. Zehn Sekunden Willenskraft

Sind wir ehrlich: Es ist genau ein einziger Moment, in dem wir uns dazu überwinden müssen, Sport zu treiben. Hat man einmal angefangen, ist es nicht mehr so schlimm. Denke in diesem Moment einfach daran, dass es nur in diesem kurzen Moment Überwindung braucht. Dann ist das Schlimmste bereits überstanden.

5. Belohnen

Nach einer guten Sporteinheit sollte es erlaubt sein, sich auch mal was zu gönnen. Wer während des Rennens auf dem Laufband schon weiss, dass zu Hause ein Stück Kuchen im Kühlschrank wartet, ist vermutlich auch motivierter.

6. Lebensstil anpassen

Wer allgemein seinen Lebensstil anpasst, dem wird es auch einfacher fallen, sich für Sport zu motivieren. Isst man immer ungesund, bringt es nichts, einmal für 20 Minuten joggen zu gehen. Wer sich aber auch gesünder ernährt, hat mehr Motivation und Durchhaltewillen.

Lena Rhyner
veröffentlicht: 6. Januar 2019 07:13
aktualisiert: 6. Januar 2019 07:35