Ostschweiz

Öl am Hut und Schafe im Auto – dümmer als die Polizei erlaubt

Sandro Zulian, 26. April 2021, 13:24 Uhr
Die Kantonspolizei Thurgau hat 2016 in Tägerwilen einen Tiertransport der etwas anderen Art gestoppt.
© Kapo TG
Ein Autofahrer zieht sich auf der Autobahn A2 in Luzern während der Fahrt Filme rein. Den Beamten erklärt er, er habe nicht gewusst, dass das verboten ist. Auch in der Ostschweiz machen die Polizeikorps öfter Bekanntschaft mit ganz eigenwilligen Auffassungen von Recht und Gesetz.

Auf der A2 in der Nähe von Luzern dürften die Beamten grosse Augen gemacht haben, als sie einen 34-jährigen Koreaner anhielten. So schaute der Mann bei voller Fahrt auf der Autobahn eine TV-Serie. Noch skurriler ist aber seine Erklärung: Er habe nicht gewusst, dass es nicht erlaubt ist, während der Fahrt Filme zu schauen.

Unverbesserliche Schluckspechte

Doch nicht nur in der Zentralschweiz sind solche – vorsichtig ausgedrückt – spezielle Handlungen gewisser Personen fast schon Alltag. Auch in der Ostschweiz gibt es zig Vorkommnisse, bei denen man unweigerlich das Gesicht in den Händen vergräbt.

Beispielsweise bei der Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden:

Was mit «Öl am Hut» gemeint ist, müssen wir wohl nicht weiter ausführen (🍻). Auch ein Klassiker ist gemäss Romano der Taxidienst von Freunden. «Erst letztens fuhr ein angetrunkener Autolenker in einen Zaun. Ein Freund erklärte sich bereit, den unverletzten Verunfallten abzuholen. Als der Helfer eintraf, bemerkten die Beamten, dass auch dieser Öl am Hut hatte.»

Sohn mit Seifenkiste im Schlepptau

Auch bei der Kantonspolizei Thurgau sind sich die Beamten kuriose, aber teils auch gefährliche Ideen von Autolenkern gewohnt. So wollte ein Vater in Weinfelden die Seifenkiste seines Sohnes «von A nach B bringen», wie es auf der Facebook-Seite der Thurgauer Kantonspolizei heisst. Und wie macht man das am besten? So:

Wer öfter auf den Strassen unterwegs ist weiss, dass man da immer wieder allerhand kuriose Sachen zu Gesicht bekommt....

Posted by Kantonspolizei Thurgau on Monday, 8 October 2018

«Auch wenn das witzig aussehen mag: Diese Schleppaktion im Samstagsverkehr ist nicht nur verboten, sondern auch sehr gefährlich und kann für den jungen Piloten unschön enden», schreibt die Kantonspolizei auf Facebook.

Ebenfalls nicht regelkonform war folgender Tiertransport. Dass Lebendvieh nicht in einen Personenwagen gehört und schon gar nicht dann, wenn eine lange Reise bevorsteht, sollte eigentlich klar sein. Nicht so bei diesem Mann: «Wie der 70-jährige Ungare gegenüber den Einsatzkräften der Kantonspolizei Thurgau angab, hatte er die Tiere in Wald im Kanton Zürich eingeladen und beabsichtigte, in seine Heimat nach Ungarn zu fahren.»

Ein Tiertransport der etwas anderen Art wurde vergangenen Samstag in Tägerwilen bei der Ausreise nach Deutschland...

Posted by Kantonspolizei Thurgau on Monday, 2 May 2016

Und der Klassiker, die ungesicherte Ladung, darf selbstverständlich auch nicht fehlen.

Im Schritttempo und ohne Kurven würde wahrscheinlich nichts passieren! Aber auch dann ist es nicht erlaubt und vor allem...

Posted by Kantonspolizei Thurgau on Sunday, 23 September 2018

Ein Facebook-Kommentar bringt es dabei ziemlich genau auf den Punkt: «Ladungssicherung wird bei mir gross geschrieben! Kurt, 46, LKW-Chauffeur – weiss, dass Ladungssicherung ein Nomen ist.»

Der Röhrenfernseher im Lastwagen

Ähnlich wie vor einer Woche in Luzern musste sich auch die Kantonspolizei Graubünden schon mit videophilen Lastwagenfahrern herumschlagen. So brachten die Beamten vor einigen Jahren einen Chauffeur zur Anzeige, der auf seinem Armaturenbrett nicht etwa ein Tablet, sondern einen massiven Röhrenfernseher montiert hatte.

Im Gegensatz zum fehlbaren Mann aus Luzern war sich der Lastwagenfahrer allerdings bewusst, damit eine massive Gefährdung der Verkehrssicherheit in Kauf genommen zu haben, so Kapo-Mediensprecher Markus Walser. Die Erklärung des Chauffeurs: «Es wird halt schon sehr langweilig während der Fahrt.»

Das «Feeling» 😏

Ein Mann wurde von der St.Galler Kantonspolizei angehalten, weil er ohne Licht mit dem Velo unterwegs war. Als die Polizisten sich näherten, versteckte er sich hinter einem Baum. Der Grund für sein «Versteckis»: Er trug nur eine Jacke, Schuhe und Socken – Unterwäsche fehlte. Als Erklärung gab er an, «das Feeling zu brauchen». Übrigens: Es war Dezember.

Hier waren zwei Einbrecher so nett und erledigten einen grossen Teil der Polizeiarbeit gleich selbst:

Dieser schamlose Mann musste «aus Gründen» ein bisschen Dampf ablassen. Allerdings hätte er das nicht in der Öffentlichkeit zu tun gebraucht.

Und manchmal, manchmal ist eine Ausrede dermassen gut und der vermeintliche Delinquent so gesetzestreu, dass die Polizei gewisse Leute einfach weitermachen lassen muss. Wir alle werden den Grund wohl nie erfahren:

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 27. April 2021 10:00
aktualisiert: 26. April 2021 13:24