Das erwartet uns bei der Oscar-Nominierung

René Rödiger, 22. Januar 2019, 10:37 Uhr
Am Dienstagnachmittag werden die Oscar-Anwärter bekannt gegeben (FM1Today berichtet live ab 14 Uhr). Wir verraten dir jetzt schon, wer sich Hoffnungen machen darf.

Punkt 14.20 Uhr werden am Dienstagnachmittag Kumail Nanjiani und Tracee Ellis Ross bekannt geben, wer alles für einen Oscar (Verleihung vom 24. auf den 25. Februar) nominiert ist. Wird es Überraschungen geben? Könnte sogar Oscar-Geschichte geschrieben werden? Wir beantworten schon mal die wichtigsten Fragen – auch wenn es dann natürlich komplett anders rauskommen könnte.

Die meisten Nominierungen

Der Rekord liegt bei 14 Nominierungen. Drei Filme haben das bisher geschafft: «All About Eve» (1950, sechs Awards gewonnen), «Titanic» (1997, elf Awards gewonnen) und «La La Land» (2016, sechs Awards gewonnen). Dieser Rekord wird 2019 nicht gebrochen werden.

Klarer Favorit ist «A Star Is Born». Nominierungen dürfte es für den besten Film, die beste Regie (Bradley Cooper), den besten Hauptdarsteller (Bradley Cooper), die beste Hauptdarstellerin (Lady Gaga), den besten Song («Shallow»), die beste Kamera, den besten Schnitt und den besten Sound-Mix geben. Vielleicht kommen noch eine oder zwei weitere Kategorien dazu, mehr als zehn werden es aber kaum.

Sollte Cooper vier Nominierungen bekommen, zieht er mit Orson Welles und Warren Beatty gleich. Mehr hat ein Mann für einen Film noch nie erhalten.

Auch Hoffnungen auf viele Nominierungen dürfen sich «Roma», «First Man», «Black Panther», «Vice» und «The Favorite» machen.

Wer ist der «grosse Aussenseiter»?

Jedes Jahr schafft es ein Film in die Liste, mit dem nur wenige gerechnet haben. Dieses Jahr dürfte diese Ehre «First Reformed» zuteil kommen. Die Academy könnte eine alte Scharte auswetzen und endlich einmal Paul Schrader nominieren. Der Regisseur von «First Reformed» wurde sogar für seine grossartigen Drehbücher zu «Raging Bull» und «Taxi Driver» übergangen.

Chancen darf sich auch der polnische Regisseur Pawel Pawlikowski machen. Er konnte bereits mit seiner Nominierung bei den Baftas überraschen, «Cold War» dürfte auch bei der Oscar-Jury auf dem Schirm sein.

Absolute Aussenseiterin ist hingegen Debra Granik. Ihr Film «Winter's Bone» bekam schon 2011 vier Nominierungen, jetzt hat sie mit «Leave No Trace» einen weiteren starken Streifen abgeliefert.

Das wird zu reden geben

Spike Lee wird für «BlacKkKlansman» zum ersten Mal als bester Regisseur nominiert. Da sind sich alle Experten einig. Sollten zusätzlich Ryan Coogler («Black Panther») oder Barry Jenkins («If Beale Street Could Talk») eine Nominierung erhalten, wäre erstmals mehr als ein schwarzer Regisseur im Rennen.

«Black Panther» dürfte noch für ein anderes Novum sorgen: Zum ersten Mal wird voraussichtlich ein Superhelden-Film in der Kategorie «Bester Film» nominiert. Gewinnen wird er jedoch kaum.

Bei Netflix werden heute Nachmittag sicher auch die Korken knallen. Mit «Roma» könnte der Streamingdienst seine erste Nominierung als bester Film holen. Oscar-Chancen gibt es für «Roma» auch bei der besten Regie, der besten Hauptdarstellerin, dem besten Drehbuch, dem besten Schnitt, dem besten ausländischen Film und einigen anderen Kategorien.

Welche Frau holt sich die fünfte Nominierung?

Vier Frauen sind bei der besten Hauptdarstellerin gesetzt: Glenn Close («The Wife»), Lady Gaga («A Star Is Born»), Olivia Colman («The Favourite») und Melissa McCarthy («Can You Ever Forgive Me?»). Spannend wird sein, welche Frau sich zu ihnen gesellen darf.

Kritiker gehen davon aus, dass sich Emily Blunt («Mary Poppins Returns»), Viola Davis («Widows»), Yalitza Aparicio («Roma»), Toni Collette («Hereditary»), Nicole Kidman («Destroyer») oder Joanna Kulig («Cold War») den Platz unter sich ausmachen werden.

Die Oscar-Nominierung gibt es ab 14 Uhr live im Stream und im Ticker auf FM1Today.

René Rödiger
veröffentlicht: 22. Januar 2019 10:37
aktualisiert: 22. Januar 2019 10:37