Pac-Man

Das Spiel, das man nicht gewinnen kann

22. Mai 2020, 09:42 Uhr
Pac-Man sollte vor allem Frauen ansprechen.
© Getty Images
Er gehört zu den wohl berühmtesten Computer-Spielfiguren: Pac-Man. Heute Freitag vor 40 Jahren wurde das Original veröffentlicht. Noch heute fasziniert er die Gamer.

Der 22. Mai 1980 ist in die Computerspiel-Geschichte eingegangen. Der Spielehersteller Namco veröffentlichte in Japan «Puck Man». Die kleine gelbe Spielfigur muss darin alle Punkte in einem Labyrinth fressen und wird dabei von Geistern verfolgt.

Die Idee zum Spiel kam Entwickler Toru Iwatani angeblich beim Anblick einer Pizza, der Name Pakkuman bezeichnet lautmalerisch das schnelle öffnen und schliessen eines Mundes.

Die Namensänderung bekam «Puck Man» erst mit der Lancierung des Spiels in den USA. Lizenznehmer Midway hatte Angst, dass die Aufschrift auf den Automaten in «Fuck Man» geändert werden würde.

Es gibt wohl kaum jemand, der noch nie Pac-Man spielte. Offiziell hat das Spiel kein Ende, nach Level 255 ist in der Praxis jedoch Schluss. Die Technik hinter Pac-Man verhindert, dass ein weiteres Level richtig dargestellt werden kann. So ist eine Maximalpunktzahl von 3'333'360 möglich.

Dieser Rekord wurde bereits mehrmals erreicht, die schnellsten Spieler der Welt schaffen das in weniger als vier Stunden.

Hier sind 10 Fakten zum Kult-Spiel:

1. In den USA machte 1983 der damals noch unbekannte Schauspieler Christian Bale Werbung für ein Pac-Man-Müesli.

2. An den grossen Erfolg von Pac-Man glaubte ursprünglich niemand so richtig. Heute wissen wir, dass es völlig anders kam. 350'000 Spielautomaten wurden bestellt, 40 Millionen mal wurden die Spielmodule verkauft und es gibt über 40 Fortsetzungen des gelben Helden.

3. Pac-Man war zu Beginn der 1980er-Jahre so populär, dass es in den USA eine eigene TV-Show zum Spiel gab. 1983 wurde in Texas sogar ein Vergnügungspark eröffnet, das «Pac-Man Land».

4. Pac-Man stürmte auch die Hitparade. «Pac-Man Fever» von Buckner & Garcia landete 1982 auf Platz 9 der US-Charts.

5. Pac-Man sollte vor allem ein weibliches Publikum ansprechen. Aus diesem Grund wurden die Geister auch möglichst «herzig» gemacht.

6. Die Geister haben sogar Namen und Spitznamen! Im Original heisst der rote Geist Oikake (Spitzname: Akabei), der pinke Geist Machibuse (Spitzname: Pinker), der hellblaue Geist Kimagure (Spitzname: Aosuke) und der orange Geist Otoboke (Spitzname Guzuta).

7. Profis räumen zuerst in jedem Level die Ecken leer. Mit dieser Taktik kommt man schon mal ziemlich weit.

8. Pac-Man hatte fast ein uneheliches Kind. In der Fortsetzung war die Hauptfigur eine Frau, die von Midway als «Miss Pac-Man» («Fräulein Pac-Man») getauft wurde. Weil im Spiel aber Pac-Man und die Pac-Frau mit einem Kind zu sehen waren, gab es Proteste. So wurde die weibliche Figur in «Ms. Pac-Man» umgetauft.

9. Es gibt einen (alten) berühmten Witz: «Würden Computerspiele Kinder beeinflussen, würden heute alle in dunklen Räumen rumlaufen, Pillen schlucken und repetitive elektronische Musik hören.» Der Witz stammt übrigens vom britischen Komiker Marcus Brigstocke.

10. Pac-Man sollte einen eigenen Kinofilm bekommen. Allerdings gibt so ein Männchen ja nicht viel her. So drehte Chris Columbus («Kevin – Allein zu Haus», «Mrs. Doubtfire», «Harry Potter») 2015 den Film «Pixels». Darin kommt Pac-Man immerhin vor, auch sein Erfinder Toru Iwatani hat einen kleinen Gastauftritt.

(rr)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 22. Mai 2020 08:26
aktualisiert: 22. Mai 2020 09:42