Diese Millennials werden 18

Stefanie Rohner, 6. Januar 2018, 09:14 Uhr
Die Millennials, also die Kinder, die im Jahr 2000 geboren wurden, werden in diesem Jahr 18 Jahre alt. Was hat das Jahr 2000 bewegt, welche Promis wurden geboren und was wurde erfunden?

Der Jahreswechsel 1999/2000 ging ängstlich los: Experten warnten davor, elektronische Gräte könnten in Massen den Dienst verweigern, Telefonnetze könnten zusammenbrechen und in Atomkraftwerken könne es zur Kernschmelze kommen. Chaos, Notstände und Unruhen könnten ausbrechen. Dazu kam es nicht, wir alle haben den Jahreswechsel ohne diesen Total-Zusammenbruch der Digitaltechnik überstanden.

Ereignisse im Jahr 2000

Im technischen Bereich erfand der israelische Ingenieur Dov Moran den USB-Stick. Die Idee, ein Speichermedium zu entwickeln, das klein und robust war und zudem genügend Speicherplatz hat, kam ihm, weil sein Laptop versagte. Er wollte seinen Geschäftskunden einen Powerpoint-Präsentation zeigen, die einzige Kopie davon war auf dem Laptop. Mit seiner Firma M-Systems entwickelte er den USB-Stick. Trotz negativer Marktanalyse kamen im Jahr 2000 die ersten USB-Sticks als «DiskOnKey» auf den Markt.

Dov Moran aus Israel hat den USB Stick erfunden. (Bild: iStock)

Im März 2000 wurde die neueste Spielkonsole von Sony, die Playstation 2, in Japan auf den Markt gebracht. Die Playstation 2 wurde zur meistverkauften Spielkonsole in der Geschichte und verkaufte sich weltweit über 155 Millionen Mal.  Es war möglich, Spiele vom vorherigen Modell auch auf der neuen Konsole zu spielen, was die Konsole unter anderem deswegen so erfolgreich machte. Bis im Januar 2013 wurde die Playstation 2 auf der ganzen Welt verkauft. Bevor die Playstation 4 auf den Markt kam, wurde die Produktion eingestellt.

Die Playstation wurde weltweit über 155 Millionen Mal verkauft. (Bild: Keystone/EPA/Andy Rain)

Im Juli 2000 kam es auf dem Flug 4590 der Air France zu einem Unglück. Kurz nach dem Start in Paris-Charles de Gaulle stürzte eine Concorde ab. Alle 109 Passagiere kamen beim Absturz ums Leben. Vier weitere Personen starben am Boden. Die Maschine wurde kurzfristig als Ersatz eingesetzt. Defekte waren keine bekannt. Doch die vorgeschriebene Überprüfung auf der Startbahn wurde nicht durchgeführt. Ein Blechstreifen, den das Flugzeug vor dem Start verlor, schnitt beim Beschleunigen auf der Startbahn in einen Reifen des Fahrwerks, woraufhin dieser platzte. Ein grösseres Stück dieses Reifens prallte ins Fahrwerk und beschädigte es. Dadurch gab es einen Riss im Kerosintank, der über dem Fahrwerk lag. Wahrscheinlich entstanden Funken an der beschädigten Elektronik des Fahrwerks, welche den austretenden Treibstoff entzündeten. Die Concorde hatte bereits die Entscheidungsgeschwindigkeit erreicht, weswegen sie abheben musste. Das Feuer breitete sich weiter aus, Triebwerk 1 fiel aus, was zu einer Schräglage führte. Ausgleichsversuche mit den anderen Triebwerken nützten aufgrund der niedrigen Fluggeschwindigkeit nichts und das Flugzeug verlor die Kontrolle. Zwei Minuten nach Beginn des Startlaufs schlug die Concorde auf ein Hotel in der Nähe des Flughafens und brannte aus.

113 Menschen kamen beim Flugzeugabsturz ums Leben. (Bild: Keystone/AP/Laurent Rebours)

Amerika wählte am 7. November 2000 den 43. Präsidenten der USA. Es sollte eines der knappsten Ergebnisse in der Geschichte der USA werden. Al Gore musste sich am Ende gegen George W. Bush geschlagen geben. Die Stimmauszählung im Bundesstaat Florida, ein Swing State, der besonders umkämpft war, dauerte über einen Monat. Am Schluss lag der Republikaner Bush dort mit 537 Stimmen vor dem Demokraten Al Gore. Auch nachdem richterlich Nachzählungen in einigen Wahlkreisen angeordnet wurde und es zu einer höchstrichterlichen Überprüfung durch den Surpreme Court kam, blieb das Wahlergebnis umstritten.

George W. Bush war acht Jahre lang Amerikas Präsident. (Bild: Keystone/AP/Tony Gutierrez)

Ebenfalls im November wurde Hillary Clinton in den Senat gewählt, dem sie von 2001 bis 2009 für den Bundesstaat New York angehörte. 2007 gab Clinton bekant, sie wolle in den Präsidentschaftswahlen 2008 für die Demokraten antreten. Sie wäre die erste Frau im Amt des US-Präsidenten geworden. Sie galt in den ersten Vorwahlen der Partei als aussichtsreichste Kandidatin für die Demokraten - noch vor Barack Obama und John Edwards. Trotz Vorwahlsiege in 21 Bundesstaaten gelang es ihr nicht, die Mehrheit der Delegierten der Demokraten zu sichern. Diese entschieden sich für Obama, der sich bei der Wahl gegen den Republikaner John Mc Cain durchsetzte. Anschliessend war Clinton bis im Jahr 2013 die Aussenministerin der USA, bevor sie 2016 erneut für die Präsidentschaftswahl kandidierte. Doch es klappte erneut nicht. Donald Trump wurde neuer Präsident der USA.

Hillary Clinton wurde im Jahr 2000 in den Senat gewählt. (Bild: Keystone/AP/Khue Bui)

Die Millenium-Promis

Gleich zu Beginn des Jahres, am 8. Januar 2000 kam Noah Cyrus auf die Welt. Sie ist die jüngste Tochter des Country-Musikers und Schauspielers Billy Ray Cyrus und die kleine Schwester von Miley Cyrus. Die Amerikanerin ist Synchronsprecherin, Schauspielerin und Sängerin.

Noah Cyrus ist wie ihre Schwester Miley Sängerin. (Bild: Getty Images)

Am 4. Mai 2000 kam der australische Schauspieler Nicholas Hamilton zur Welt. Begonnen mit Theater, ergatterte er 2013 eine Rolle im Kurzfilm «Time» und wurde dafür am Tropfest-Kurzfilmfestival als bester Schauspieler darin erkoren. Sein Spielfilmdebüt gab er in «Strangerland», wo er den Filmsohn von Nicole Kidman und Joseph Fiennes spielte. 2016 folgte eine Rolle im Film «Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück». Seine neueste Rolle ist jene des Halbstarken Henry Bowers, in der Neuverfilmung des Stephen King Romans «Es».

Nicholas Hamilton (hier mit Schauspielkollegin Millie Bobby Brown) hat in «Es» mitgewirkt. (Bild: Getty Images)

Am 1. Juni 2000 ist die US-amerikanische Schauspielerin Willow Shields auf die Welt gekommen. Ihr Schauspieldebüt gab sie als achtjährige im Kurzfilm «Las Vegas New Mexico 1875». Eine ihrer bisher grössten Rolle folgte 2012 in «Tribute von Panem». Dort spielte sie die Tolle der Primrose Everdeen, die Filmschwester von Jennifer Lawrence.

Willow Shields spielt in Game of Thrones die Rolle der Primrose Everdeen. (Bild: Getty Images)

Die Sportwelt im Jahr 2000

Das Wichtigste aus der Sportwelt zuerst: Im Jahr 2000 holte sich der FC St.Gallen den zweiten Meistertitel. Dem damaligen Trainer Marcel Koller gelang es, ein Team zu formen, welches mit den höher bewerteten Konkurrenten mithalten konnte. Der FCSG spielte konstant und entwickelte mit dem erfolgreichen Saisonstart 1999 eine Siegermentalität. Das zeigte auch der Auftakt zur Finalrunde. Auswärts gegen die Grasshoppers glichen die Espen einen 0:3 Rückstand bis zur Pause aus. Als die Grasshoppers in der 90. Minute wieder in Führung ging, erzielte Charles Amoah das 4:4. GC war Titelkandidat, ebenso Basel, Servette und Lausanne-Sports. Dennoch wurden die Espen zum zweiten Mal Schweizer Meister.

Der FC St.Gallen lässt sich feiern. (Bild: Keystone/Regina Kühne)

Im Februar 2000 kam der jetzt jüngste Profi-Fussballer zur Welt. Der Luxemburger Vincent Thill spielte für verschiedene  luxemburgische Jugendmannschaften und wechselte 2012 in die Jugendakademie zum FC Metz im französischen Lothringen. Mit 16 Jahren unterschrieb er seinen ersten Profivertrag, der eine dreijährigen Laufzeit. Im September 2016 wird er im Spiel vom FC Metz gegen Girondins Bordeaux in der 81. Minute eingewechselt. Damit war er der erste in neuen Millennium geborene Fussballer, welcher in einer der fünf Top-Ligen in Europa eingesetzt wurde.

⚽️?

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Ohne die Olympischen Spiele 2000 in Sydney gäbe es wohl die zwei berühmtesten Zwillinge der Schweiz nicht: Roger Federer hat seine Frau, die ehemalige Schweizer Tennisspielerin, Mirka Federer-Vavrinec, am Rande der Olympischen Spiele 2000 in Sydney kennengelernt. Neun Jahre später, am 11. April 2009, heirateten die beiden in Riehen bei Basel. Noch im selben Jahr wurden sie Eltern. Die Zwilligstöchter kamen am 23. Juli 2009 zur Welt. Es sollten nicht die letzten Zwillinge sein. Am 6. Mai 2014 folgten dann die Zwillingssöhne der beiden.

Haben sich vor 18 Jahren kennengelernt: Roger und Mirka. (Bild: Keystone/AP/Lauren Hurley)

Die Filmwelt 2000

Erinnert ihr euch noch an «Scary Movie»? Es ist tatsächlich 18 Jahre her, als der erste von drei «Scary Movie»-Filmen auf der Kinoleinwand gezeigt wurde. Fünf solcher Horror-Parodien kamen bislang in die Kinos. Die Grundlage für die Parodie bot der Film «Scream», aus dem ganze Szenen parodiert wurden. Auch die Filme «Ich weiss, was du letzten Sommer getan hast», das «Blair Witch Project» und «The Sixth Sense» finden darin ihre eigene Parodie.

Der erste Scary Movie erschien im Jahr 2000. (Bild: pd)

Gladiator, ebenfalls im Jahr 2000 erschienen, wurde mit fünf Oscars ausgezeichnet. Weltweit spielte der Film rund 457 Millionen US-Dollar ein. Der römische Feldherr Maximus Decimus Meridius, gespielt von Russell Crowe, ist ein treuer Gefolgsmann des Kaisers Mark Aurel. Dieser sieht sein Ende nahen und möchte das Kaisertum abschaffen und die Republik wieder herstellen. Nicht sein Sohn Commodus, gespielt von Joaquin Phoenix, soll sein Nachfolger werden, sondern Maximus. Commodus tötet seinen Vater und lässt Maximus' Familie ermorden. Dieser kann entkommen, wird aber in Spanien an den Gladiatorentrainer Proximo verkauft.

Der damals 36-jährige Russell Crowe in Gladiator. (Bild: pd)

Ach und wie könnte man den Film «Cast Away - Verschollen» aus dem Jahr 2000 vergessen? Chuck Noland, gespielt von Tom Hanks, arbeitet beim Logistikunternehmen FedEx und ist deshalb oft unterwegs. Als er auf dem Weg zu einem neuen Auftrag ist, überlebt er als einziger den Flugzeugabsturz im Südpazifik und landet auf einer unbewohnten Insel. Es werden wenige im Flugzeug befindlichen Pakete an den Strand gespült. Darin enthalten sind Schlittschuhe, ein Kleid, Videobänder und ein Volleyball. Er wird erfinderisch und setzt die Gegenstände ein, um zu überleben. Der Volleyball wird zur zentralen Bedeutung, nachdem er ihm mit Blut ein Gesicht aufgemalt hat. Er nennt ihn Wilson und macht ihn zu seinem Begleiter. Nach dem ersten gescheiterten Versuch, schafft er es vier Jahre später, mit einem Floss von der Insel wegzukommen. Er wird halb tot von der Besatzung eines Containerschiffes entdeckt und gerettet.

Tom Hanks spielte in Cast Away die Hauprolle. (Bild: Getty Images)

Auch der Actionfilm «Drei Engel für Charlie», der auf der Fernsehserie aus den 70er-Jahren basiert, erschien im Jahr 2000. Cameron Diaz, Drew Barrymore und Lucy Liu spielten die Rolle der «drei Engel». Sie sollen die Entführung von Erik Knox aufklären. Schnell fällt der Verdacht auf dessen Konkurrenten Roger Corwin. Mit Hilfe des Verbindungsmannes zwischen den Engeln und Charlie, Bosley, befreien sie Knox. Um Beweise für die Entführung zu finden, brechen die drei in den Serverraum von Corwins Firma ein und suchen nach der Software von Knox. Doch Knox ist der eigentliche Übeltäter.

Cameron Diaz, Drew Barrymore und Lucy Liu. (Bild: Getty Images)

Stefanie Rohner
Quelle: str
veröffentlicht: 6. Januar 2018 07:46
aktualisiert: 6. Januar 2018 09:14