Kim Dotcom wehrt sich gegen Auslieferung in USA

10. Juni 2019, 06:48 Uhr
Kämpft gegen seine Auslieferung von Neuseeland in die USA: der mutmassliche deutsche Internetbetrüger Kim Dotcom. (Archivbild)
© KEYSTONE/AP New Zealand Herald/JASON OXENHAM
Der jahrelange Rechtsstreit um eine Auslieferung des deutschen Internet-Unternehmers Kim Dotcom an die USA ist am Montag in die entscheidende Phase gegangen. Vor Neuseelands Oberstem Gericht begann der Berufungsprozess, mit dem er die Auslieferung verhindern will.

Der heute 45-jährige Gründer der Internet-Plattform Megaupload lebt seit 2010 in Neuseeland. Die USA wollen ihn wegen Verletzung von Urheberrechten und Geldwäscherei in grossem Stil vor Gericht stellen. Bei einer Verurteilung droht ihm jahrzehntelange Haft.

Dotcom gehört zu den schillerndsten Figuren der Internet-Szene. Er wurde 1974 unter dem Namen Kim Schmitz in Kiel geboren. Mitte der 1980er Jahre trat er erstmals in der Hacker-Szene in Erscheinung. Mit der Datentauschbörse Megaupload wurde er vielfacher Millionär. Das Unternehmen finanzierte sich durch Werbung und kostenpflichtige Zugänge für Abonnenten. Zeitweise gehörte die Seite zu den beliebtesten Webseiten weltweit. Nach Ermittlungen der US-Bundespolizei FBI wurde sie 2012 abgeschaltet.

Der Unternehmer lebt fast schon ein Jahrzehnt unter geändertem Namen in Neuseeland. Im Februar 2017 befand ein neuseeländisches Gericht, dass er in die USA ausgeliefert werden darf - nicht wegen Urheberrechtsverletzung, aber wegen Betrugs. Seither bestätigten zwei weitere Gerichte die Entscheidung.

Dagegen wehrt sich Dotcom nun vor dem Obersten Gerichtshof in Wellington. Es ist praktisch seine letzte juristische Chance: Falls er verliert, liegt die endgültige Entscheidung bei der neuseeländischen Regierung von Premierministerin Jacinda Ardern.

Zusammen mit Dotcom stehen drei weitere Megaupload-Verantwortliche vor Gericht. Ihnen droht ebenfalls die Auslieferung. An der Verteidigung ist auch Dotcoms Ehefrau Elizabeth (23) beteiligt. Das Verfahren dauert bis Freitag. Das Urteil fällt vermutlich aber erst in mehreren Wochen oder Monaten.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 10. Juni 2019 03:13
aktualisiert: 10. Juni 2019 06:48