Gastronomie

Spitzenkoch Didier de Courten schliesst Gourmetrestaurant im Wallis

24. Juni 2020, 12:40 Uhr
Zeit für einen Wechsel: der Walliser Spitzenkoch Didier De Courten 2005 in seiner Küche. (Archivbild)
© Keystone/OLIVIER MAIRE
Der Walliser Spitzenkoch Didier de Courten schliesst sein Restaurant in Siders Ende Jahr. Der mit zwei Michelin-Sternen und 19 GaultMillau-Punkten ausgezeichnete Küchenchef will sich künftig auf die Brasserie L’Atelier Gourmand konzentrieren.

Der 52-jährige de Courten und seine Frau Carmé gaben diesen Entscheid am späten Dienstagabend bekannt. In einem Interview mit dem Onlineportal gaultmillau.ch sagte der Spitzengastronom: «Ich liebe meinen Beruf. Doch im Lauf der Jahre wurden die administrativen Aufgaben und Anforderungen immer grösser. Ich habe heute das Gefühl, mich nicht mehr auf meine eigentlichen Prioritäten konzentrieren zu können.»

Wenn man jung sei, empfinde man die Komplexität des Kochberufs als anregend. «Heute, mit 52, wird sie manchmal zur Bürde, obwohl ich immer noch grosse Passion verspüre.»

Der Spitzenkoch möchte freier sein und wieder ein bisschen mehr Zeit für sich selber haben. «In all den 27 Jahren als Selbstständiger habe ich in meinem Betrieb nur zweimal gefehlt, um an den Begräbnissen von Philippe Rochat und Benoît Violier teilzunehmen», erklärte er weiter.

In einem Interview mit der Zeitung «Le Temps» sagte der Romand, dass die Coronavirus-Krise, während der das Restaurant für zwei Monate geschlossen blieb, ihm bei dieser Entscheidung geholfen habe.

Der Küchenchef will sich ab 2021 auf die Brasserie L'atelier gourmand (bewertet mit 15 von 20 Punkten), die Weinbar l'Ampelos und das Hotel Le Terminus konzentrieren, das im Januar 2021 in neuem Licht eröffnet wird.

Schrittweiser Abbau

Seine Küchenbrigade besteht derzeit aus 42 Personen. «Das Küchenteam wird notwendigerweise reduziert, aber behutsam», sagte er in der Walliser Tageszeitung «Le Nouvelliste». «Wir haben sechs Monate Zeit, um das Unternehmen umzustrukturieren und die bereits getätigten Buchungen zu übernehmen».

Neben de Courten haben in der Schweiz sieben weitere Küchenchefs 19 GaultMillau-Punkte: Andreas Caminada (Fürstenau GR), Philippe Chevrier (Satigny GE), Tanja Grandits (Basel), Franck Giovannini (Crissier VD), Peter Knogl (Basel), Heiko Nieder (Zürich), Bernard und Guy Ravet (Vufflens-le-Château VD).

22 Restaurants in der Schweiz werden mit zwei Michelin-Sternen bewertet. Nur drei Köche und ihre Restaurants haben drei Sterne: Andreas Caminada, Franck Giovannini und Peter Knogl.

Quelle: sda
veröffentlicht: 24. Juni 2020 12:35
aktualisiert: 24. Juni 2020 12:40