Religiöse Symbole

SRF-Moderatorin muss Kreuz-Ketteli ablegen

24.03.2023, 16:13 Uhr
· Online seit 24.03.2023, 10:51 Uhr
Von einem Verbot möchte man nicht reden. Trotzdem empfand man die Kette, die Moderatorin Wasiliki Goutziomitros (45) kürzlich trug, als unpassend. Für Ex-Pfarrer Marc Jost geht das zu weit.
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Seit vergangenem Jahr präsentiert Moderation Wasiliki Goutziomitros (45) den Zuschauenden das Nachrichtenmagazin «10vor10». Kürzlich trug sie eine Kette mit einem kleinen Kreuz-Anhänger. Beim SRF sieht man diese Art von Schmuck ungern.

Keine sichtbaren religiösen Symbole

«Sichtbare religiöse Symbole sind bei Moderatorinnen und Moderatoren von Nachrichtensendungen bei SRF nicht vorgesehen», antwortet das SRF auf eine Anfrage von Nau.ch. Moderatorin Wasiliki Goutziomitros werde das Ketteli in Zukunft am Sender nicht mehr tragen, heisst es weiter.

Von einem Verbot sprechen, will man nicht. Man halte es für unangemessen und deshalb werde man drauf verzichten. Hierbei beruft sich der Sender auf einen Ausschnitt in den publizistischen Leitlinien: «Informationssendungen sind sachlich und analytisch. SRF-Mitarbeitende wahren Distanz zu allen Ideologien und Interessengruppen.»

Die Journalistin selbst erklärt, die Kette sei ein Familienerbstück, dass sie vor etwa zehn Jahren geschenkt bekommen hatte. Das Schmuckstück habe für sie keine religiöse Bedeutung, sondern sei eine Art Glücksbringer. Normalerweise würde sie es vor der Moderation ablegen, was sie dieses Mal aber vergessen hat.

Kopftuch: Ja oder Nein?

Für EVP-Nationalrat Marc Jost, der auch als Pfarrer tätig war, ist dieser Entscheid fragwürdig. «Wer stört sich in der heutigen Zeit an einem Symbol, das für Liebe, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit steht; ja das sogar unser Landeswappen ziert?», findet der 45-Jährige.

Ob die Moderatorin auch für das Tragen eines Kopftuchs gerügt werden würde, wollte SRF gegenüber Nau.ch nicht beantworten.

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(roa)

veröffentlicht: 24. März 2023 10:51
aktualisiert: 24. März 2023 16:13
Quelle: Today-Zentralredaktion

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