Erfolg: Appenzeller Whiskytrek wird verlängert

Fabienne Engbers, 15. Juni 2018, 16:36 Uhr
Ob Schottland, Japan, Island oder im Flugzeug: Der Appenzeller Whiskytrek erhält international Beachtung. Wegen der grossen Nachfrage wird das Angebot bis mindestens Oktober 2019 verlängert.

Eigentlich wäre im Herbst 2017 Schluss gewesen: Nach drei Jahren haben die Verantwortlichen bei Säntis Malt geplant, den Whiskytrek durch das Appenzellerland wieder einzustellen. Weil die Wanderung aber erst im letzten Jahr internationale Aufmerksamkeit erregte, entschied man sich für die Weiterführung des Treks. Nun folgt eine Serie, die den 143 Kilometer langen Weg von Bergbeiz zu Bergbeiz filmisch aufarbeitet.

Neuer Sammelkasten, grössere Flaschen

Bislang konnte man auf dem Whiskytrek, der keine vorgegebene Wanderroute ist, sondern eher ein Sammelsurium an Gaststätten und Läden, die Whisky verkaufen, insgesamt 27 Destinationen anlaufen. An jedem Standort erhielt man ein 1dl Whiskyfläschchen, das man in einen Sammelkasten einsetzen konnte.

Nach drei Jahren erfährt der Whiskytrek – der laut Website höchstgelegene Whiskyweg der Welt – einige Neuerungen. Einerseits ist eine der Beizen ausgestiegen, es gibt auf dem Whiskytrek also «nur noch» 26 Whiskys zu sammeln. Andererseits wurde der Sammelkasten, den man bei Säntis Malt bestellen kann, neu gemacht. «Ausserdem kann man die Whiskys neu auch in der Halbliterflasche bei den Gastronomien kaufen. Das ist vor allem etwas für Whiskykenner und -sammler», sagt Kuno Mock von Säntis Malt.

Jeder Whisky schmeckt anders

Die 26 Whiskys auf dem Whiskytrek sind alle aus dem gleichen Grunddestillat. Ihren eigenen Geschmack erhalten sie durch das Fass, in welchem sie in der Bergbeiz reifen. «Es sind 26 verschiedene Säntis Malt, einer reift zum Beispiel im Zwetschgenfass, einer in einem Brandyfass. So erhält jeder Whisky seine ganz eigene Note», sagt Mock. Das Fass macht laut dem Experten rund einen Drittel der Geschmacksnote aus. Auch die Höhe, auf welcher der Whisky reift, kann den Geschmack beeinflussen.

Die Whiskyfässern werdenin verschiedenen Fässern und auf verschiedenen Höhen gelagert – so entsteht der einmalige Geschmack. (Bild: pd)

Dass die Whiskyfässer bis Ende Oktober 19 leer sind, ist eher unwahrscheinlich. «Vor drei Jahren haben wir für jede teilnehmende Gaststätte zwei Fässer abgefüllt. Eines wurde auf den Berg gebracht, das andere blieb bei uns in der Destillerie. Jedes Jahr besuche ich die Beizen, ich spreche mit den Wirten, messe den Alkoholgehalt des Whiskys in den Fässern. Bei Bedarf bringen wir den Whisky aus dem Tal noch oben in das Fass auf dem Berg, um genügend Nachschub vor Ort zu haben», sagt Mock.

Whiskytrek international bekannt

Dass man in Appenzell eine Monsterwanderung machen kann, auf der einem 26 unterschiedliche Whiskys angeboten werden, sorgt auch international für Aufsehen. «Immer wieder erhalten wir Anfragen für Berichterstattungen aus dem Ausland», sagt Mock. Ob ein Reisemagazin aus Schottland, ein Blogger aus Island oder Interessenten aus Japan, der Whiskytrek hat international bereits einige Beachtung erhalten. Vergangenen Dezember war er ausserdem im In-Flight-Magazin von Easyjet.

Nun stellt sich der Whiskytrek selbst vor, in einer Serie mit dem Appenzeller Marco Fritsche. Innerhalb von drei Tagen hat Fritsche den Whiskytrek absolviert, eine Beiz pro Stunde, so lautete sein Ziel. Unterwegs traf er Experten und Beizer, mit denen er sich unterhielt.

Ab sofort wird jede Woche, jeweils am Donnerstag, eine Folge der Serie veröffentlicht.

Fabienne Engbers
veröffentlicht: 15. Juni 2018 16:26
aktualisiert: 15. Juni 2018 16:36