Polizei warnt vor dubiosem Facebook-Link

Laurien Gschwend, 20. Oktober 2016, 18:47 Uhr
Die Polizei warnt vor dubiosen Links auf Facebook Messenger.
Die Polizei warnt vor dubiosen Links auf Facebook Messenger.
© KEYSTONE/Christian Beutler
Wer in der nächsten Zeit von Facebook-Freunden einen dubiosen Link zugeschickt bekommt, sollte aufpassen. Betrüger kommen damit an sensible Daten zur eigenen Person.

«Vorsicht vor Nachrichten mit dubiosen Links», warnt die Landespolizei Liechtenstein. Unbekannte Hacker, so heisst es in einer Mitteilung, fordern im Message-Feld dazu auf, einen Link zu aktivieren. «Es heisst, auf einer externen Seite seien Bilder von der Person verfügbar», erklärt Andreas Schädler, Leiter der liechtensteinischen Kriminalpolizei, die Masche.

Der Wortlaut der betrügerischen Nachrichten © Landespolizei Liechtenstein
Der Wortlaut der betrügerischen Nachrichten © Landespolizei Liechtenstein

Klicke man auf den vertrauenswürdig wirkenden Link, werde man schliesslich dazu aufgefordert, seine Zugangsdaten einzugeben. Führe man diesen Aufruf aus, begehe man einen fatalen Fehler. «Die Betrüger geraten damit an sensible Benutzerdaten», weiss Schädler.

Skepsis bei Geldfragen

Andreas Schädler hat einen simplen Rat: «Öffnen Sie nie einen fremden Link.» Auch, wenn ein «Freund» schreibe, er habe finanzielle Probleme, solle man nie sofort Geld an ihn überweisen. «Man sollte auf jeden Fall eine kurze Rücksprache am Telefon halten», rät der Sicherheitsexperte. Vor allem, wenn ein Facebook-User dazu aufrufe, Geld über den Überweisungsdienst Western Union zu übermitteln, solle man skeptisch sein. «Es handelt sich um eine Art Enkeltrick auf Social Media.»

«Alle Alarmglocken müssen läuten»

Gemäss Andreas Schädler sehen die durch Hacker eingerichteten Anmeldeseiten extrem authentisch aus. Was die Chance erhöht, auf die Masche reinzufallen. «In einem solchen Fall sollte man sein Passwort sofort ändern.» Werde man dazu aufgefordert, seine Kontonummer zu hinterlegen, «müssen alle Alarmglocken läuten».

Sehr viele Nachrichten im Umlauf

«Bei uns sind bis anhin einige Fälle eingegangen, allerdings kann angenommen werden, dass sehr viel mehr im Umlauf sind», beantwortet Sibylle Marxer, Medienverantwortliche der Landespolizei, eine Anfrage von FM1Today. Es ist deshalb davon auszugehen, dass vom beschriebenen Trickbetrug nicht nur Liechtensteiner Facebook-Nutzer betroffen sind. Bei der Kantonspolizei St.Gallen und der Kantonspolizei Graubünden weiss man allerdings noch nichts von der Problematik.

«Vertraue keinen fremden Webseiten» ist einfach gesagt. Wie merkt man überhaupt, welchen URL-Adressen man vertrauen kann? Über einen URL Expander kannst du herausfinden, welcher Provider hinter einem gekürzten Link steckt.
Laurien Gschwend
Quelle: lag
veröffentlicht: 20. Oktober 2016 18:47
aktualisiert: 20. Oktober 2016 18:47