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Problempflanze oder Gänseblümchen?

Stephanie Martina, 18. Mai 2017, 06:17 Uhr
Das sogenannte Einjährige Berufkraut ist ein herziges Gewächs, das auf den ersten Blick einem Gänseblümchen gleicht. Aus Sicht des Naturschutzes ist das Berufkraut aber eine Problempflanze, die einheimische Pflanzenarten verdrängt. Deshalb muss sie ausgerissen werden.
Hübsch aber problematisch: das Einjährige Berufkraut
© Günther Gelpke

Der Kanton Thurgau warnt in einer Mitteilung vor der hübschen, aber zugleich problematischen Pflanze. Denn das Einjährige Berufkraut dringe in wertvolle Lebensräume ein, schreibt die Koordinationsgruppe Neobiota des Kantons Thurgau. Um dies zu verhindern, soll die Pflanze vor dem Versamen mitsamt seiner Wurzel ausgerissen und im Kehricht entsorgt werden.

Unerwünschte Zierpflanze

Das Einjährige Berufkraut stammt aus Nordamerika und wurde im 17. Jahrhundert als Zierpflanze nach Europa gebracht. Heute ist die Art in Europa weit verbreitet. Wie andere eingeführte Zierpflanzen hat sich das Einjährige Berufkraut aus den Gärten ins umliegende Kulturland ausgebreitet. Die Pflanze wächst an Wegrändern, Ufern, Schuttplätzen und immer öfter auch in ökologisch wertvollen Flächen. Hier ist die Gefahr gross, dass auch gefährdete einheimische Arten verdrängt werden.

Gefahr für den Naturschutz und die Landwirtschaft

Die Pflanze wird auch in den Biodiversitätsförderflächen in der Landwirtschaft gefunden. Vor allem in extensiv genutzten Wiesen und Weiden mit hoher Artenvielfalt sowie Buntbrachen kann sich das Einjährige Berufkraut breitmachen und die einheimischen Pflanzen verdrängen. In Biodiversitätsförderflächen sind invasive Neophyten laut Direktzahlungsverordnung zu bekämpfen und insbesondere deren Ausbreitung zu verhindern. Ein übermässiger Besatz an Problempflanzen kann zum Ausschluss aus der landwirtschaftlichen Nutzfläche und damit auch von der Beitragsberechtigung führen.

Einjähriges Berufskraut oder Kamille?

Das Einjährige Berufkraut ist eine ein- oder zweijährige Art, die bis zu einem Meter hoch werden kann und lanzettförmige Blätter sowie zahlreiche, in einer Schirmrispe angeordnete, Blüten besitzt. Die Blüten bestehen aussen aus weissen Zungenblüten und innen aus gelben Röhrenblüten. Die Vermehrung findet über Flugsamen statt. Das Einjährige Berufkraut blüht von Juni bis Oktober. Aus seiner Blattrosette wachsen verzweigte, behaarte Stängel. Die Pflanze ähnelt einem Gänseblümchen, einer Kamille oder einer kleinen Aster.

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Stephanie Martina
Quelle: red./stm
veröffentlicht: 18. Mai 2017 06:17
aktualisiert: 18. Mai 2017 06:17