Aufruf zu Massenprotesten in Algerien

8. März 2019, 10:49 Uhr
Hunderte Studenten protestierten auch am letzten Dienstag gegen eine fünfte Amtszeit des algerischen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika. (Archivbild)
Hunderte Studenten protestierten auch am letzten Dienstag gegen eine fünfte Amtszeit des algerischen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika. (Archivbild)
© Keystone/AP/ANIS BELGHOUL
Nach Aufrufen zu neuen Massenprotesten gegen Algeriens Präsidenten Abdelaziz Bouteflika hat die Regierung des Landes die Sicherheitsmassnahmen verschärft. Am Freitagmorgen fuhren Dutzende Mannschaftswagen der Polizei in der Hauptstadt Algier auf.

Am Himmel waren Helikopter zu sehen. Augenzeuge berichteten auch aus anderen Regionen von einem grossen Polizeiaufgebot. Unter dem Motto «Nein zur fünften Amtszeit» Bouteflikas kursieren in den sozialen Medien seit Tagen Aufrufe zu weiteren Protesten an diesem Freitag. Sie sollen nach dem Mittagsgebet beginnen.

Bereits in den vergangenen Wochen war es zu grossen Demonstrationen gegen die erneute Kandidatur des Staatschefs bei der Präsidentenwahl am 18. April gekommen. Der 82-Jährige ist seit 1999 im Amt und will sich an weiteres Mal wählen lassen.

Bouteflika sitzt seit einem Schlaganfall im Rollstuhl und hat Probleme zu sprechen. In der Öffentlichkeit zeigt er sich nur noch selten. Derzeit hält er sich zu einer medizinischen Untersuchung in Genf auf. Wann er nach Algerien zurückkehrt, ist unklar.

Die bisherigen Proteste waren weitgehend friedlich geblieben. Aktivisten befürchteten in den sozialen Medien jedoch, Anhänger der Regierung könnten versuchen, Gewalt zu provozieren. Bouteflika selbst hatte am Donnerstag in einer schriftlichen Botschaft gewarnt, die Demonstrationen könnten zu Chaos und Aufruhr im Land führen.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 8. März 2019 10:34
aktualisiert: 8. März 2019 10:49