Mexiko

«Bei lebendigem Leib verbrannt»: 15 Menschen in Mexiko getötet

23. Juni 2020, 07:48 Uhr
Die Staatsanwaltschaft von Oaxaca hat den Fall bestätigt, der Ort gehört zum Bundesstaat Oaxaca.
© CH Media
In Mexiko sind 15 Menschen getötet worden - anscheinend bei der Eskalation eines Streits um die Verwaltung ihrer Ortschaft. Die Staatsanwaltschaft hat den Tod der 13 Männer und zweier Frauen bestätigt.

Sie seien Sonntagnacht gefoltert und bei lebendigem Leib verbrannt worden, teilte die Regierung der Gemeinde San Mateo del Mar an der Pazifikküste des Bundesstaates Oaxaca am Montag (Ortszeit) mit.

Bei den Tätern habe es sich um eine Gruppe von Bewaffneten gehandelt, darunter der Ortsvorsteher eines Gemeindeteils. Die Opfer hätten nichts weiter getan als friedlich dagegen zu demonstrieren, dass der Ortsvorsteher sie zuvor unrechtmässig festgenommen habe. Eine Bande des organisierten Verbrechens habe die Bewaffneten unterstützt.

Die Staatsanwaltschaft Oaxacas bestätigte den Tod von 13 Männern und zwei Frauen. Ihre Körper wiesen demnach Prellungen und Verbrennungen auf. Mehr als 150 Polizisten, Soldaten und Ermittler seien in den Ort geschickt worden.

Es hatte in San Mateo del Mar in den vergangenen Jahren immer wieder Streit zwischen politischen Fraktionen gegeben. Der Isthmus von Tehuantepec in Südmexiko, wo die Gemeinde liegt, ist einer der windigsten Orte der Welt. Ausländische Konzerne bauen dort grosse Windparks, was zu Konflikten mit den überwiegend indigenen Bewohnern geführt hat.

Im vergangenen Jahr wurden in Mexiko fast 100 Mordopfer pro Tag registriert. Zudem gelten mehr als 60 000 Menschen als verschwunden. Die Gewalt hat auch während der Corona-Krise nicht nachgelassen. Sie geht zu einem grossen Teil auf das Konto von Kartellen und Banden, die in Drogenhandel, Entführungen und Erpressung verwickelt sind. Oft haben die Gangster Verbindungen zu örtlichen Sicherheitskräften. Die meisten Verbrechen in dem nordamerikanischen Land werden nie aufgeklärt, geschweige denn geahndet.

(dpa)

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 23. Juni 2020 07:41
aktualisiert: 23. Juni 2020 07:48