Infektionen, Tote, Versorgung

Bereits 50 Tote – wie Nordkorea seine Corona-Situation darstellt

16. Mai 2022, 11:00 Uhr
Mehr als zwei Jahre nach den meisten anderen Ländern hat auch Nordkorea seine erste Corona-Infektion gemeldet. Ein paar Tage später gibts bereits 50 Todesfälle. Eine Chronik.

12. Mai: Nordkorea will die «unerwartete Krise» bewältigen, Südkorea bietet Hilfe an

Am 12. Mai meldet Nordkorea die erste Corona-Infektion im Land. Bisher wurde angezweifelt, ob das Land wirklich coronafrei war. Bewohnerinnen und Bewohner in der Hauptstadt Pjöngjang hätten sich nun mit einer Omikron-Subvariante angesteckt, heisst es von Staatsseite. Machthaber Kim Jong-un fordert, die «unerwartete Krise» zu bewältigen und ordnet den landesweiten Lockdown an. Als unklar gilt die Versorgung der Bevölkerung bei einer Ausgangssperre. Laut UN-Organisationen sind viele der 26 Millionen Einwohnern unter- oder mangelernährt.

Wie viele Personen sich bereits angesteckt haben, ist unklar. Doch Experten warnen schon länger, dass Nordkorea mit einem Corona-Ausbruch nur schwer fertig werden könnte. Grund sei das unzureichende Gesundheitssystem in Nordkorea. Das Nachbarland Südkorea zeigt sich jedoch bereit, bei der medizinischen Versorgung mitzuhelfen. Dies ist möglich, weil humanitäre Hilfeleistungen von den Sanktionen ausgenommen sind. Nordkorea ist wegen seines Atomwaffenprogramms internationalen Sanktionen unterworfen.

13. Mai: Erster Todesfall

Einen Tag nach der angeblich ersten Infektion gibt es nun auch den ersten Todesfall. Laut Angaben von Nordkorea bekamen mehr als 350'000 Personen in kurzer Zeit Fieber. Südkorea geht mittlerweile von einem «massiven Ausbruch von Covid-19» im Nachbarland aus und bietet die Lieferung von Impfstoffen an.

14. Mai: 21 Todesfälle – Kim Jong-un spricht von «bösartiger Krankheit»

Das Land meldet nun bereits 21 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Ausbruch. Die Zahl der «fieberbedingten Todesfälle» ist bereits auf 27 gestiegen, dabei ist jedoch unklar, welche tatsächlich auf Corona zurückzuführen sind.

An einer Sitzung seiner Arbeiterpartei bezeichnete Machthaber Kim Jong-un die Ausbreitung einer «bösartigen Krankheit» als grossen Umbruch in der Geschichte des Landes. Zudem sei die Gesundheitskrise auf Inkompetenz und Unverantwortlichkeit zurückzuführen.

15. Mai: Gegen Corona sind 1,45 Millionen im Einsatz

Nordkorea meldet 15 weitere Todesfälle und 300'000 «Fieberpatienten». Ohne die Krankheit direkt beim Namen zu nennen, spricht Nordkorea zunächst weiter von einer Ausbreitung der Epidemie. Die Zahl der Toten sei auf 42 gestiegen, berichten die staatlich kontrollierten Medien.

Um sich gegen die Epidemie zu stemmen, mobilisiert Nordkorea den Berichten zufolge fast 1,45 Millionen Menschen. Sie sollen etwa Hygieneinformationen weitergeben und Menschen untersuchen. Sie müssten dafür sorgen, dass alle Personen mit Fieber und anderen «ungewöhnlichen Symptomen» in Quarantäne kommen und dort behandelt werden.

16. Mai: Medikamentenverteilung auf Pjöngjang beschränkt

Wenige Tage nach der Bestätigung der ersten Corona-Infektionen in Nordkorea ist die Zahl fieberbedingter Todesfälle im Land nach offiziellen Angaben auf 50 gestiegen. Bis zum Sonntagabend (Ortszeit) sei zudem die Zahl der Patienten mit Fiebersymptomen auf mehr als 1,2 Millionen geklettert, berichteten die Staatsmedien am Montag.

Kim Jong-un ordnete das Militär an, bei der Verteilung von Medikamenten gegen die Krankheit zu helfen. Derzeit soll der Einsatz jedoch auf die Hauptstadt Pjöngjang beschränkt sein. Alle Provinzen, Städte und Kreise des Landes seien derzeit abgeriegelt.

(sda/log)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 16. Mai 2022 10:18
aktualisiert: 16. Mai 2022 11:00
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