Enkeltrick-Betrüger «Hoss» verhaftet

21. März 2017, 19:54 Uhr
In Fürstentum Liechtenstein lag wieder die Telekommunikation flach.
In Fürstentum Liechtenstein lag wieder die Telekommunikation flach.
© Keystone
Die österreichische Polizei verdächtigt einen in Polen verhafteten mutmasslichen Betrüger, als Kopf der «Enkeltrick»-Mafia in Deutschland, Österreich und der Schweiz insgesamt «bis zu eine Milliarde Euro» von Senioren erbeutet zu haben.

Dem Mann mit dem Übernamen «Hoss» wird vorgeworfen, sich in Anrufen bei älteren Menschen als Neffe oder Enkel ausgegeben zu haben, der dringend eine grosse Geldsumme braucht. Der 49-Jährige soll den sogenannten Enkel- oder Neffentrick 1999 gemeinsam mit seinen beiden Brüdern und einem Schwager in Hamburg erfunden haben.

Über Jahre hinweg betrogen

Mit der Betrugsmasche entlockte die Bande Senioren in Deutschland, Österreich und der Schweiz viel Geld, in den drei Ländern wurden tausende Klagen wegen Betrugs eingereicht. Auch der Sohn von «Hoss» soll an den Betrügereien beteiligt gewesen sein, er steht derzeit in Hamburg vor Gericht.

«Hoss» war im Jahr 2001 nach Polen geflüchtet und hatte sich dort jahrelang erfolgreich der Strafverfolgung entzogen. 2014 wurde er zwar festgenommen, kam aber bald wieder auf freien Fuss. Im Februar nahm die polnische Polizei «Hoss» erneut fest und liess ihn unter Auflagen frei. Wegen Verstosses gegen die Auflagen wurde er am Donnerstag in Warschau verhaftet. Österreich hatte einen europäischem Haftbefehl gegen ihn erwirkt. Das gab die Polizei am Dienstag bekannt.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 21. März 2017 18:07
aktualisiert: 21. März 2017 19:54