Dürre in Italien

Erste Städte rationieren das Trinkwasser

4. Juli 2022, 12:40 Uhr
Wegen der Dürre-Krise in Italien hat Verona die Nutzung von Trinkwasser stark eingeschränkt: Dieses darf bis Ende August tagsüber nur noch zur Nahrungsaufnahme, zur Körperhygiene und zur Reinigung im Haushalt verwendet werden. Wer sich nicht daran hält, riskiert Strafen von bis zu 500 Euro.

Die Dürre in Italien spitz sich immer mehr zu. Weshalb nun die ersten Gemeinden Konsequenzen ziehen. Die italienische Stadt Verona im Norden des Landes hat die Nutzung von Trinkwasser stark reduziert. Tagsüber darf Wasser nur zum Trinken, für die Körperhygiene und für die Reinigung des Haushalts verwendet werden.

Garten bewässern nur bei Nacht

Von 6.00 Uhr bis 21.00 Uhr ist es verboten, Gärten und Sportplätze zu bewässern, Autos zu waschen und Schwimmbäder zu befüllen, wie der neue Bürgermeister Damiano Tommasi in einer Verordnung am Wochenende beschloss. Bei Zuwiderhandlung drohen Strafen bis zu 500 Euro. In der Nacht, also von 21.00 Uhr bis 6.00 Uhr, sind die genannten Tätigkeiten zwar erlaubt, die Stadt bittet aber ihre Bürger, davon abzusehen.

Auch in Pisa unterzeichnete Bürgermeister Michele Conti eine ähnliche Anordnung: In der bei Touristen beliebten Stadt in der Toskana darf ab 11. Juli Trinkwasser nur noch im Haushalt verwendet werden.

Vor allem der italienische Norden leidet

Italien leidet unter der heftigsten Trockenheit seit Jahrzehnten, viele Flüsse wie etwa der Po weisen die niedrigsten Pegelstände seit mehr als 70 Jahren auf. In etlichen Gemeinden vor allem in Norden müssen die Leute schon seit Wochen Wasser sparen, Tanklaster werden vielerorts zum Auffüllen der Wasserspeicher eingesetzt. Städte wie Mailand haben grossen Brunnen schon das Wasser abgedreht.

Ein halbes Dutzend Regionen ersuchte die Regierung in Rom bereits, den Notstand auszurufen, um weitere Hilfsgelder und Einsätze des Zivilschutzes zu ermöglichen. Ministerpräsiden Mario Draghi kündigte an, dass ab Montag entsprechende Schritte folgen könnten.

(sda/baz)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 4. Juli 2022 12:40
aktualisiert: 4. Juli 2022 12:40
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