EU-Staaten: Verzicht auf Abriss von Beduinendorf

21. September 2018, 06:45 Uhr
Das Beduinendorf Chan al-Ahmar befindet sich im Westjordanland zwischen Jericho und Jerusalem in der Nähe einer israelischen Siedlung. (Archivbild)
Das Beduinendorf Chan al-Ahmar befindet sich im Westjordanland zwischen Jericho und Jerusalem in der Nähe einer israelischen Siedlung. (Archivbild)
© KEYSTONE/EPA/ABED AL HASHLAMOUN
Acht europäische Staaten, darunter fünf Mitglieder des Uno-Sicherheitsrates, haben Israel zur Abkehr von Plänen zum Abriss eines Beduinendorfs im besetzten Westjordanland aufgefordert. Sie sehen darin eine Gefahr für eine Zwei-Staaten-Lösung.

Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien, Schweden, Belgien, Polen und die Niederlande warnten am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung, der Abriss des Dorfes Chan al-Ahmar «würde die Realisierbarkeit der Zwei-Staaten-Lösung ernsthaft gefährden».

«Wir fordern die israelischen Behörden deshalb auf, ihre Entscheidung zu überdenken, Chan al-Ahmar abzureissen», hiess es in der vor einem Treffen des Rates zum Nahen Osten veröffentlichten Erklärung.

Das Oberste Gericht Israels hatte Anfang September endgültig grünes Licht für den Abriss des Beduinendorfes gegeben. Chan al-Ahmar, das östlich von Jerusalem in der Nähe israelischer Siedlungen liegt, hat rund 200 Einwohner. Die meisten von ihnen leben in ärmlichen Unterkünften aus Wellblech und Holz. Israels Behörden wollen das Dorf schon seit Jahren abreissen lassen, weil es ohne Genehmigung errichtet worden sei.

Mehrere europäische Länder, die Uno und Nichtregierungsorganisationen hatten zuletzt bereits an Israel appelliert, das Dorf nicht abzureissen. Das Dorf liegt in strategisch bedeutender Lage nahe jüdischer Siedlungen an einer Strasse zum Toten Meer. Der Siedlungsbau Israels in der Region wird als Hindernis für einen zusammenhängenden zukünftigen Palästinenserstaat gesehen.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 21. September 2018 05:40
aktualisiert: 21. September 2018 06:45