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Frankreich

Frankreichs Regierung gerät wegen Impfkampagne massiv unter Druck

5. Januar 2021, 15:35 Uhr
Wegen des extrem schleppenden Impfstarts in Frankreich gerät die Regierung immer weiter unter Druck. Man werde die Corona-Impfstrategie jetzt «verstärken, beschleunigen und vereinfachen», kündigte Gesundheitsminister Olivier Véran am Dienstag im Gespräch mit dem französischen Sender RTL an.
Eine Krankenschwester hält eine Spritze Impfstoff gegen die Coronavirus des Herstellers Pfizer, während die Bewohner einer Senioren-Rsidenz geimpft werden. Foto: Fred Tanneau/AFP/dpa
© Keystone/AFP/Fred Tanneau

Die Impfungen sollen so bald wie möglich nun auch zum Beispiel auf Menschen über 75 Jahre, die nicht im Heim leben, ausgeweitet werden. Véran sagte ausserdem, dass Anmeldungen für eine Impfung über Internet und Telefon möglich sein sollen. Konkret solle das am Donnerstag vorgestellt werden.

In Frankreich herrschte am Dienstagmorgen noch immer Unklarheit über die konkrete Zahl der geimpften Menschen. Am Montag seien 2000 Impfungen überschritten worden, sagte Véran. Fakt ist, dass Frankreich im Vergleich mit vielen anderen Staaten hinten liegt. Véran versprach, dass man in den kommenden Tagen zu den Nachbarn aufschliessen werde.

Gerade aus den Regionen gab es zuletzt immer wieder massive Kritik an Paris. Der Präsident des Regionalrats von Hauts-de-France, Xavier Bertrand, monierte, keinen Überblick über die seiner Nordregion zur Verfügung stehenden Impfdosen zu haben. «Uns wurde gesagt, dass Pflegekräfte über 50 Jahre geimpft werden können. Aber diejenigen, die an diesem Montag anriefen, um herauszufinden wo, erhielten keine Informationen», sagte er. Eine solche Diskrepanz zwischen den Ankündigungen und der Realität vor Ort sei nicht akzeptabel. Bertrand sieht auch Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron in der Pflicht.

Dieser hatte sich am Montag Medienberichten zufolge mit mehreren Verantwortlichen und Ministern, darunter Véran, und Premierminister Jean Castex getroffen. Frankreich mit seinen 67 Millionen Einwohnern ist schwer von der Covid-19-Pandemie getroffen - mehr als 65 000 Menschen sind bisher gestorben.

Quelle: sda
veröffentlicht: 5. Januar 2021 15:35
aktualisiert: 5. Januar 2021 15:35