Frankreich

Gesetz soll Kinder-Influencer schützen

7. Oktober 2020, 18:18 Uhr
Influencer-Marketing ist beliebt: Immer mehr Firmen setzen immer mehr Geld dafür ein, Internet-Stars für ihre Produkte einzusetzen. Das Parlament in Frankreich hat nun ein Gesetz beschlossen, das erstmals Regeln für Internet-Kinderstars enthält.
Ryan Kaji aus Texas war 2019 der Topverdiener auf Youtube: Er verdiente 26 Millionen Dollar.
© Screenshot: Youtube/Ryan's World
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Weltweit investieren Firmen rund zehn Milliarden Dollar in die Influencer-Werbung. Das schätzt der Branchenverband «Influencer Marketing Hub». Unter den Bekanntheiten auf Instagram, Snapchat oder Youtube sind aber immer wieder Minderjährige. Wie «Der Standard» berichtet, war im vergangenen Jahr beispielsweise der achtjährige Ryan Kaji aus Texas mit einem Verdienst von 26 Millionen Dollar der Topverdiener auf Youtube.

Auf dem Kanal «Ryan's World» – früher «Ryan's Toys Reviews» – zeigt er «Unboxings» von Spielzeug, kocht mit seiner Mutter oder führt Experimente durch. Auf Platz drei der Topverdiener war die fünfjährige Anastasia Radzinskaja aus Russland. Sie verdiente im vergangenen Jahr 18 Millionen Dollar.

Das Parlament in Frankreich hat ein Gesetz beschlossen, welches zum ersten Mal Regeln für Kinder-Internetstars festlegt. Das Gesetz beinhaltet Vorgaben für Influencer, die schon für minderjährige Schauspieler und Models gelten. So muss ab einer gewissen Höhe von Einnahmen ein Teil auf ein Treuhandkonto eingezahlt werden. Auf dieses kann erst mit 16 Jahren zugegriffen werden.

Es soll junge Berühmtheiten davor schützen, dass ihr verdientes Geld von den Eltern oder anderen Personen ausgegeben wird. Das Gesetz schreibt auch vor, dass die Unternehmen, welche die Dienste eines Kinder-Influencers in Anspruch nehmen, die Einwilligung lokaler Behörden benötigen. Gibt es eine solche nicht, müssen sie sich vor Gericht verantworten.

Auch wird das «Recht auf Vergessen» ausgeweitet. Minderjährige Social-Media-Stars können künftig die Löschung von älteren Inhalten verlangen. Die neuen Regeln gelten für die Minderjährigen, die sehr viel Zeit für kommerzielle Tätigkeiten aufwenden.

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 7. Oktober 2020 18:18
aktualisiert: 7. Oktober 2020 18:18