Bolivien

Hausarrest für Frauenmörder: Protest gegen Straflosigkeit in Bolivien

1. Februar 2022, 10:36 Uhr
Zahlreiche Frauen in Bolivien sind in verschiedenen Städten gegen Gewalt und Femizide auf die Strassen gegangen. Vor allem aber hätten Frauen aus fünf Departments des südamerikanischen Landes gegen die Straflosigkeit bei Gewalt gegen Frauen wegen ihres Geschlechts demonstriert, berichtete die bolivianische Zeitung «Página Siete» am Montag.
Frauen protestieren in La Paz. In verschiedenen Städten in Bolivien sind zahlreiche Frauen gegen Gewalt und Femizide auf die Straßen gegangen. Foto: Radoslaw Czajkowski/dpa
© Keystone/dpa/Radoslaw Czajkowski
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Auf Fotos war unter anderem zu sehen, wie Frauen mit Corona-Schutzmasken und typischer Kleidung Fotos Ermordeter hochhielten oder auf Plakaten Gerechtigkeit forderten. In den wichtigen Städten La Paz, El Alto, Santa Cruz und Potosí marschierten sie teilweise ganz in Schwarz vor den Justizpalast oder blockierten zentrale Plätze.

Die Forderung nach Gerechtigkeit angesichts von Gewalt gegen Frauen und Femiziden, also Morden an Frauen wegen ihres Geschlechts, kehrt in Bolivien wie in anderen Ländern in Lateinamerika immer wieder. In dem Andenstaat hatte zuletzt der Fall eines verurteilten Frauenmörders für Empörung gesorgt, dem ein Richter trotz einer Haftstrafe von 30 Jahren Hausarrest genehmigte. Dies löste auch die Proteste aus.

Quelle: sda
veröffentlicht: 1. Februar 2022 10:36
aktualisiert: 1. Februar 2022 10:36