Biodiversität

Kein Durchbruch bei Gesprächen über neues Weltnaturabkommen

30. März 2022, 05:51 Uhr
Die Vorverhandlungen zum Uno-Biodiversitätsgipfel im April haben nach Angaben der Teilnehmer keinen bahnbrechenden Fortschritte gebracht.
Die Sicherung der Artenvielfalt steht bei den Gesprächen in Genf über die Biodiversität im Zentrum. (Archivibild)
© KEYSTONE/AP/FERNANDO VERGARA

Zwei Wochen lang arbeiteten die 196 Unterzeichner der internationalen Biodiversitätskonvention (CBD) in Genf an einem Text zum besseren Schutz der Artenvielfalt, ohne dass es ihnen bis Dienstag gelungen wäre, alle offenen Punkte zu klären oder ihre Positionen in den umstrittensten Fragen anzunähern. Das Weltnaturabkommen mit Zielvorgaben für zunächst 2030 soll in einigen Wochen in Kunming beschlossen werden.

Zwar gibt es nach Angaben von Teilnehmern eine wachsende Zahl von inzwischen 90 Ländern, die das Ziel unterstützen, bis zum Jahr 2030 mindestens 30 Prozent der Böden und Meere weltweit in Schutzgebiete umzuwandeln. Doch vor allem Südafrika und China als Gastgeber des Gipfels in Kunming zögerten noch, berichteten Teilnehmer.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist demnach die tatsächliche Umsetzung der Ziele im Kampf gegen das Artensterben weltweit – und dabei vor allem die Frage der Finanzierung und der Kontrolle. Auf der Abschlusssitzung forderten die Entwicklungs- und Schwellenländer von den Industriestaaten, die Finanzmittel für den Artenschutz auf zunächst 100 Milliarden Dollar pro Jahr und dann bis 2030 und darüber hinaus auf 700 Milliarden Dollar pro Jahr aufzustocken.

Einige Industrieländer sind bereit, mehr Geld auf den Tisch zu legen, aber nicht in dem geforderten Umfang. Sie befürworten die Mobilisierung aller Ressourcen – nationale, öffentliche Entwicklungshilfe, private Gelder.

Es fehle die politische Unterstützung auf höchster Ebene, betonten mehrere Beobachter am Dienstag. «Ein stärkeres politisches Engagement wird in der nächsten Verhandlungsrunde von entscheidender Bedeutung sein», betonte der Generaldirektor der Umweltorganisation WWF, Marco Lambertini.

Die fehlende Unterstützung bedauert auch Friedrich Wulf, der für das Dossier Biodiversität bei Pro Natura tätig ist. Es habe sich aber schon in der ersten Woche abgezeichnet, dass es keinen Konsens geben werde. Noch bestehe die Hoffnung, dass ein Abkommen in Kunming zustande komme, sofern die grundlegenden Probleme gelöst werden könnten.

Quelle: sda
veröffentlicht: 30. März 2022 05:51
aktualisiert: 30. März 2022 05:51
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