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Europa

Prominente fordern in Brief medizinische Hilfe für Nawalny

17. April 2021, 12:43 Uhr
ARCHIV - Der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny steht hinter einer Glasscheibe während einer Anhörung vor dem Bezirksgericht in Moskau. Foto: -/Babuskinsky District Court/AP/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits
© Keystone/Babuskinsky District Court/AP/Uncredited
Mehr als 70 Prominente aus aller Welt haben in einem offenen Brief an Russlands Präsidenten Wladimir Putin eine medizinische Behandlung für den im Straflager inhaftierten Kremlgegner Alexej Nawalny gefordert. Darin heisst es mit Blick auf seine Erkrankung: «Als russischer Staatsbürger hat er das Recht, von einem Arzt seiner Wahl untersucht und behandelt zu werden.» Der Appell wurde am Samstag in mehreren europäischen Tageszeitungen wie «Le Monde» abgedruckt.

Unterzeichnet haben ihn unter anderen die Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling, die Literatur-Nobelpreis-Trägerinnen Herta Müller, Louise Glück und Swetlana Alexijewitsch, Abba-Mitglied Björn Ulvaeus, die Schauspieler Benedict Cumberbatch und Kristin Scott Thomas sowie die Historiker Niall Ferguson und Simon Schama.

Nawalny befinde sich in einem kritischen Zustand, heisst es in dem Schreiben an Putin mit der Aufforderung. «Herr Präsident, wir fordern Sie auf, dafür zu sorgen, dass Alexej Nawalny unverzüglich die medizinische Behandlung und Pflege erhält, die er dringend benötigt – und ihm nach russischem Recht zusteht. Von Russland gewählt und als Garant des Gesetzes, ist es Ihre Aufgabe, dies zu tun.»

Nawalny befindet sich seit Tagen im Hungerstreik, um so einen Arztbesuch durchzusetzen. Ihm droht nun eine Zwangsernährung. Der 44-Jährige klagte zuletzt über Rückenleiden, Lähmungserscheinungen in den Gliedmassen, Fieber und Husten. Seine Familie, Anwälte und Unterstützer zeigten sich besorgt.

Nawalny hatte im August einen Mordanschlag mit dem Nervengift Nowitschok überlebt und war in Deutschland behandelt worden. Er beklagt, dass der Einsatz des verbotenen chemischen Kampfstoffs gegen einen russischen Bürger in seiner Heimat nicht untersucht werde. Mehrere Labore in der EU hatten das Gift nachgewiesen.

Quelle: sda
veröffentlicht: 17. April 2021 12:35
aktualisiert: 17. April 2021 12:43